gewöhnlich kurze Traverse hergestellt und an der
selben angebunden längs der zukünftigen Vorgrund
linie über Schotterbänke, Furten und Untiefen hin
weg eine oft kilometerlange Wolfsche Pfahlreihe
geschlagen, welche an den Stellen der flußabwär-
tigen Vorgründe der erst in der nächsten Bau
periode herzustellenden Zwischensporne mit Nie
derwasserbuhnen an das zugehörige Ufer an
geschlossen ist. Die Schotterbänke werden wo nötig
mittels Bagger auf etwa 20 bis 30 Meter Breite und
2 Meter Tiefe unter Niederwasser längs der zu
schlagenden Pfahlreihe durchschlitzt und das Ma
terial in die zukünftige Anlandung geführt. Die Nie
derwasserbuhnen bestehen aus einer doppelten
Pfahlreihe, die unter
Wasser mit Senkfaschi
nen ausgefüllt und ober
Wasser mit einer Bruch
steinlage abgedeckt ist.
Die Senkfaschinen wer
den senkrecht zur Buh
nenrichtung lagenweise
eingebracht, und zwar
derart, daß immer eine
Lage über die ganze Länge
verlegt wird, worauf erst
die zweite folgt. Hie
durch werden Kolkun
gen so weit als möglich
vermieden.
Das nächste Hochwas
ser und auch jeder Ge
schiebe führende Wasser
stand wird nun, geführt
vom Wolfschen Pfahlbau und den Buhnenköpfen,
das gewünschte Flußbett ausbilden und die Zwischen
räume zwischen den Buhnen etwas auflanden,
worauf dann der hochwasserfreie Ausbau der
Zwischentraversen ohne besonderen Steinaufwand
in ruhigem Wasser erfolgen kann. Diese Bauweise
wurde im Vorwinter in Ampaß auf eine Strecke
von 500 Meter Länge erprobt und hat sich sehr gut
bewährt.
Die Abbildungen 1 bis 4 zeigen dieselbe, wie
sie im Winter 1927/28 auf den Baustellen Ziller-
mündung-Brixlegg und in Radfeld zur Durch
führung gelangt, und zwar stellt Bild 1 den An
schluß des Wolfschen Pfahlbaues an eine flußauf
wärts, gegenüber der Zillermündung in Bau be
griffene Traversengruppe samt der Austeilung der
Niederwasserbuhnen dar. Am flußabwärtigen Ende
des Pfahlbaues arbeitet die auf Bild 1 dargestellte
Motorramme, an der obersten Niederwasserbuhne
sind bereits die Sinkwalzen verlegt und wird die
Steinabdeckuung aufgebracht, für die nächste sind
die Piloten geschlagen und für die dritte ist erst
ein Teil der Pilotierung hergestellt. Auf der rechts
ufrigen Schotterbank sind die Koppen für die Senk
faschinenfüllung in Haufen gesammelt. Bild 5 zeigt
den Beginn der Durchschlitzung der oberwähnten
Schotterbank an ihrem unteren Ende parallel zur
zukünftigen Uferlinie mittels Bagger und den Trans
port des Baggergutes in das Anlandungsgebiet.
Außer diesen größeren Arbeiten, die es zum
Beispiel ermöglichen, daß im Laufe des nächsten
Winters die 8 Kilometer lange Innstrecke zwischen
Rotholz bei Jenbach bis Brixlegg, die 1922 begonnen
wprde, fertig ausgebaut sein wird, laufen noch ver
schiedene kleinere Arbeiten, die örtlichen Schutz
zwecken dienen, und es gleichzeitig ermöglichen,
die streckenweise unterbrochenen alten Regulie
rungsbauten zu ergänzen und zusammenzuschließen;
so wird derzeit in Telfs oberhalb der Innbrücke das
Spornsystem flußaufwärts fortgesetzt und gegenüber
Oberhofen dasselbe gegen die Flaurlinger Fluß
schleife zu ergänzt, in Hatting das alte, schlechte
Leitwerk umgebaut, in Inzing die dortige Innkurve
besser ausgebaut, und
wurden in den Vorjahren
in Zirl der Fluß des
Schloßbachkegels durch
ein Leitwerk gesichert
und bei Martinsbühel die
alte Negrellische Mauer
gegenüber der Melach-
mündung beiderseits be
deutend verlängert.
Alle diese Arbeiten
werden seit den letzten
Jahren größtenteils in ei
gener Regie der Bundes
wasserbauverwaltung
ausgeführt, wozu bereits
ein bedeutender Maschi
nenparkbeschafft worden
ist. Wird noch ein gutes
Jahrzehnt im gleichen
Tempo wie in den letzten Jahren an dem Ausbau
der Innregulierung weitergearbeitet, ist zu hoffen,
dieselbe in der Strecke Telfs—bayrische Grenze
fertigzustellen und hiemit einem der herrlichsten
Täler unseres schönen Österreich die Grundlagen
für eine ergiebige und gesicherte landwirtschaft
liche Kultur gegeben zu haben.
Zum Schüsse noch einiges über die Innschiff-
fahrt. Seit dem Weltkriege machen sich wieder Be
strebungen geltend, diesen Verkehr aufs neue zu
beleben. Ohne Durchführung der Innregulierung in
der in Betracht kommenden Strecke ist jedoch
keine Aussicht vorhanden, hiefür eine gleichmäßig
genügend tiefe Fahrrinne zu erhalten, da der Inn
äußerst empfindlich für Überbreiten ist, und an
solchen Stellen ständig Quergerinne mit Furten auf-
treten, die, abgesehen von der hohen Wasser
geschwindigkeit, bei Niederwasser nur 20 bis
30 Zentimeter Tiefe aufweisen und ein Passieren
normaler Schiffe unmöglich machen. Auch nach
Regelung des Flußbettes dürfte bei Innsbruck bei
Niederwasser nur eine Fahrrinnentiefe von etwa
90 Zentimeter zu erwarten sein. Unter diesen Um
ständen dürfte wohl auch in Zukunft ein Frachtver
kehr wenig Aussicht auf Erfolg haben, ein Touristen
verkehr zu Schiff durch das schöne, beidseits von
einem abwechslungsreichen Bergkranze umsäumte
und von alten, malerischen Burgen, Städten und
Dörfern begleitete Inntal jedoch gedeihen können.
Abb. 5. Durchschneiden der Schotterbank durch den Bagger.
Beginn der Durchschlitznng der oberwähnten Sehotterbank an ihrem unteren
Ende parallel zur künftigen Uferlinie mittels Bagger und den Transport des
Baggergutes in das Anordnungsgebiet.
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