bauliche Neuschöpfungen der Stadt Innsbruck anzusprechen:
die Mütterberatungsstelle, der neue Städtische
Kindergarten und die Städtische Herberge.
Die Mütterberatungsstelle ist als zweigeschossige
Anlage im Innern des städtischen Wohnhausblockes
Amthor- und Pembaurstraße mit der Front
nach Süden durchgebildet.
Sie dient der ärztlichen
und sonstigen fürsorglichen
Beratung aller diese Stelle
in Anspruch nehmenden
Mütter und Eltern in Fragen
der gesundheitlichen
Pflege ihrer Kinder. In einer
geräumigen Vorhalle werden
die Kinderwagen eingestellt,
woselbst sie unter
besonderer Aufsicht verbleiben.
Im Warteraume
wird die Mutter von der
Fürsorgerin empfangen,
worauf in den anschließenden
Räumen das Kind gewogen
wird; nach Aufnahme
aller erforderlichen
Vormerkungen und Daten
auf eigenen Gesundheitsblättern
wird die Mutter
Arzte im Ordinationszimmer
tionsraum ist mit
Wissenschaft und
Mütterberatungsstelle.
samt dem Kinde dem
vorgeführt. Der Ordinaallen
modernen Behelfen ärztlicher
Technik ausgestattet, so daß eine
so
ebenso eingehende als zuverlässige Beurteilung des
Gesundheitszustandes und der etwa in hygienischer
Hinsicht gebotenen Maßnahmen ermöglicht ist. Ein
weiterer Raum, welcher der leitenden Fürsorgerin als
Arbeitszimmer
für ihre
administrativen
Obliegenheiten
dient,
steht für die
Beratung der
Pflegeeltern
und für die
Auskunfterteilung
in den
verschiedensten
wirtschaftlichen
Fragen zur
Verfügung;
hier befindet
sich auch das
Archiv der Beratungsstelle,
deren sämtliche
Räume gegen
Süden orientiert
sind und deren anschließende Terrasse mit gärtnerischem
Schmuck versehen ist. Die Baulichkeit überdeckt
190 Quadratmeter und wurde mit einem reinen Baukostenaufwand
von 70.000 Schilling unter der Leitung des
Oberbaurates Ing. J. Albert im Jahre 1927 errichtet.
Der neue Städtische Kindergarten in Pradl
(Oberbaurat Ing. Albert und Architekt P rach
e n s k y), eine zweigeschossige moderne Anlage mit
angebautem Spielsaal und offener Spielhalle, wurde
kürzlich unter derselben städtischen Bauleitung mit
einem Kostenaufwande von 300.000 Schilling erbaut. Er
Kindergarten Pradl, Architekturzeichnung.
enthält im Erdgeschosse neben der Eingangshalle
zwei Beschäftigungsräume für je 30 Kinder, einen
Speisesaal mit Küche, Kleiderablagen, Bäder- und
Klosettanlagen, sowie ein Sprechzimmer der Leiterin;
von der zentralen Eingangshalle ist auch der
Spielsaal und die offene Spielhalle zugänglich gemacht.
Im ersten Stockwerke
sind zwei weitere
Beschäftigungsräume samt
Bädern, ein ärztliches Ordinationszimmer,
zwei Wohnräume
für Kindergärtnerinnen
und die Wohnung des
Hauswartes untergebracht,
während das flache Dach
des Spielsaales auf Holzrosten
ein Sonnenbad aufzunehmen
bestimmt ist. Der
mit Hohlstein-Betoneisendecken
adjustierte Ziegelbau
stellt sich mit seinem
Terranoverputz, mit der
Werksteingliederung in gelbem
Kunststein, den engobierten
Biberschwänzen am
Hauptdache in seinen ruhigen
Verhältnissen äußerst
gefällig dar; auch die Ausstattung der Innenräume erfolgte
in einfachen, aber künstlerisch empfundenen
Formen mit ansprechenden Farbenabstimmungen, so daß
überall der Eindruck einer wohnlichen Behaglichkeit erzielt
wird. Neben einer verbauten Bodenfläche von über
700 Quadratmeter verbleiben noch rund 200 Quadratmeter
des Grundstückes für das Tummeln der Kinder im Freien.
Die Städtische Herberge (Entwurf Oberbaurat
Ing. Albert)
an der Hunoldstraße
wurde
dermalen als
Unterkunft für
obdachlos gewordene
Familien
und Einzelpersonen
zur Disposition
gestellt. Das
mit einer Gesamtsumme
von 200.000
Schilling erbaute
und eingerichtete
Objekt
enthält auf
466 Quadratmeter
verbauter
Fläche im
Untergeschoß
eine Bäderanlage
für Männer und Frauen, einen Aufbewahrungsraum für
Kleider und Gepäck, Desinfektor, Brennstofflager und
Lebensmittelkeller; im Erdgeschoß einen Tages- und
Eßraum, vier Schlafsäle für Frauen, die Aufnahmekanzlei
und die Aufseherwohnung; im Obergeschoß wiederum
einen Tages- und Eßraum, sowie fünf Schlafsäle für
Männer. Die baulichen Fürsorgemaßnahmen der Stadt Innsbruck
nehmen Rücksicht auf die verschiedenartigsten
Bedürfnissse der Einwohnerschaft — von der Wiege bis
zum Grabe. So hat die Gemeinde auch Vorsorge getroffen
für eine würdige Bestattung ihrer Verstorbenen
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