lieh vermindert hat und die Errichtung neuer Wohn
häuser durch das private Unternehmertum wegen der
lähmenden Aussichtslosigkeit, Neubauten verzinslich be
siedeln zu können, nahezu nicht in Frage kommt, haben
sich auch ihr Innsbruck alle die bekannten Mißstände
einer drückenden Wohnungsnot ergeben. Die Gemeinde
verwaltung hat sich deshalb frühzeitig eine Bekämp
fung dieser Wohnungsnot durch die verschiedensten
Maßnahmen zur Aufgabe gemacht. Zunächst wurde an
die Schaffung von Notwohnungen geschritten, von wel-
kaserne an der Eugenstraße und 14 im ehemaligen
Kapferschen Greisenasyl am Innrain.
Über solche erste Palliativmaßnahmen hinaus hat
die Gemeindeverwaltung jedoch seit dem Jahre 1920
bis in die Gegenwart noch eine Reihe größerer Wohn
baukomplexe geschaffen, die bis heute zusammen
weitere 443 Wohnungen in solider Bauausführung einer
Bekämpfung der Wohnungsnot dienstbar machten. Die
im Jahre 1920 fertiggestellten Reihenhäuser in der
Roseggerstraße, westlich des ehemaligen Garni-
Gemeinde-Wohnhausbau 1926—1927, Amthorstraße und Pembaurstraße.
chen in den Jahren 1919 bis 1924 insgesamt 225 einge
richtet werden konnten. So wurden in den Baulichkeiten
des ehemaligen militärischen Autoersatzdepots an der
Staatsbahnstraße 49, in den sogenannten Prügelbau
baracken 34, in den Pradlerlagerbaracken 132 und
schließlich in der Reichenauer Artillerieremise 10 Not
wohnungen geschaffen. Gleichzeitig wurde daran ge
gangen, im Wege von Ein- und Umbauten eine Reihe
von adaptierten Wohnungen den allerdringendsten Be
dürfnissen nutzbar zu machen. Im Zuge dieser Aktion
entstanden gleichfalls in den Jahren 1919 bis 1924 zusam
men 221 Wohnungen; und zwar 64 im Turnusvereins
haus an der Innstraße, 8 in einer ehemaligen Kochschule
an der Tempistraße, 14 im Pfeiffenbergerschen An
wesen an der Sillgasse, 10 im Café Zentral an der
Erlerstraße, 2 in der Reitschule, 4 im Torggelhaus, 15 im
Hutterschen Anwesen an der Anichstraße, 9 im Grenz
pavillon an der Amraserstraße, 2 in der Pechevilla an
der Leopoldstraße, je 1 im Frauenschwimmbad an der
Museumstraße und in der Volksschule Leopoldstraße,
49 im ehemaligen Garnisonsspitale, 28 in der Train-
sonsspitals in Pradl, überbauten auf einer Grundfläche
von 6865 Quadratmeter zusammen ein Flächenausmaß
von 2228 Quadratmeter, so daß eine unbebaute Boden
fläche von 4637 Quadratmetern der Anlage von Vor
gärten, Nutzgärten und Höfen zur Verfügung gestellt
werden konnte. 15 Vierfamilienhäuser mit zusammen
60 Wohnungen sind dort in Gruppen zu zwei, drei und
fünf Häusern, sowie einem Einzelhaus zusammengefaßt
und in zwei Baublocks hufeisenförmig als zwei
geschossige Flachbauten errichtet worden. Bei strenger
Vermeidung von Ersatzbaustoffen wurden alle diese
Kleinhäuser in massiver und dauerhafter Ausführung
unter einem Baukostenaufwande von rund 375.000
Schilling nach Grundrißentwürfen erstellt, die dem ein
zelnen Vierfamilienhaus eine bebaute Fläche von je
148,5 Quadratmeter einräumten. Jedes dieser Klein
häuser zeigt sowohl im Erdgeschoß wie im Obergeschoß
zwei Wohnungen, bestehend aus zwei Zimmern, Wohn
küche, direkt belichtetem Vorraum, W. C., Balkon,
Keller- und Dachbodenabteil. Alle Wohnungen sind mit
Gas und elektrischem Licht ausgestattet und ihre Ent-
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