Wässerung ist an den städtischen Tiefkanal angeschlos
sen. Die kleine Wohnsiedlung an der Peripherie der
Stadt macht eine gefälligen, wohnlichen Eindruck und
wurde, wie sämtliche Wohnungsbauten der Stadt Inns
bruck, unter der Bauleitung des städtischen Oberbau
rates Ing. Jakob Albert als einer der ersten geschlos
senen Wohnbaukomplexe in der Nachkriegszeit zur Er
bauung gebracht. Es liegt bauplanmäßig bereits der
Entwurf für eine in späteren Jahren durchzuführende
Erweiterung dieser Siedlung um dreißig ähnliche Vier
familienhäuser vor.
In den Jahren 1920 bis 1925 folgte der umfang
reiche Bau komplex an der Erzherzog-Eu
gen s t r a ß e im Stadtteile „S a g g e n” nörd
lich des städtischen Schlacht- und Viehhofes. In fünf
geschossiger Hochbauweise sind dort auf einer Grund
fläche von 9568 Quadratmetern bei einer Überbauung
von 4023 Quadratmetern,
mithin einer Freilassung
von 5545 Quadratmetern
an Hoffläche, 19Wohnungs-
bauten mit zusammen 183
Wohnungen und vier Ver
kaufsläden mit einem Bau
kostenaufwand vonl,350.000
Schilling erbaut worden.
Die Hoffläche wurde haupt
sächlich für Spielplätze in
Verwendung genommen
und wurde außerdem zur
Aufnahme eines Kinder
hortes bestimmt. Die
Ausführung der Gebäude
und die Ausstattung der
Wohnungen erfolgte in ein
facher, jedoch sehr gedie
gener Weise nach fünf
verschiedenen Grundriß
typen. Der am häufigsten angewandte Typ zeigt
in 14 Kleinwohnungshäusern je zehn Wohnungen, be
stehend aus zwei Zimmern, Wohnküche, direkt belichte
tem Vorraum, Loggia, W. C., Keller- und Dach
bodenabteil. Ein zweiter Typ verbindet in einem Hause
acht Wohnungen, bestehend aus drei Zimmern mit
Wohnküche und allem Zubehör, während der dritte in
einem Hause fünf Wohnungen wie vorher aufweist. In
einer vierten Ausführungsart wurde ein Haus mit fünf
Wohnungen, bestehend aus drei Zimmern, Küche und
Zubehör, und fünf Wohnungen, bestehend aus zwei
Zimmern mit Küche und Zubehör, erbaut. Und schließ
lich wurde ein fünfter Typ zwei Häusern zugrunde
gelegt, die je acht Wohnungen mit drei Zimmern, Küche
und Zubehör und je zwei Wohnungen mit zwei Zimmern,
Küche und Zubehör sowie je eine breite Durchfahrt zum
Innenhof des Baublockes enthalten. Die grundrißliche
Wohnfläche in allen 183 Wohnungen des Baukomplexes
beträgt zwischen 60 und 95 Quadratmeter.
Nach einer gleichfalls im Jahre 1925 erbauten
kleineren und bloß eingeschossig durchgeführten Sied
lung mit 40 Wohnungen in der Amthor
st r a ß e erfolgte im Jahre 1926 der Baubeginn und im
Jahre 1927 die Fertigstellung eines weiteren großen
Baukomplexes an der Pembaur- und Am
thorstraße mit zusammen 109 Wohnungen bei
einem Baukostenaufwand von 1,052.000 Schilling. Hiebei
handelt es sich um 14 Hochbauten, die in zwei Etappen
zu zehn und vier Objekten in geschlossener Bauweise
um einen zentralen Hof gruppiert wurden. Die Gesamt
disposition des Bauentwurfes ergab sich aus der beab
sichtigten Ausgestaltung des Hofes unter Einbeziehung
der früher erwähnten Mütterberatungsstelle
und aus der Notwendigkeit, diese städtischen Wohn
hausbauten an bereits vorhandenen Privatbauten anzu
schließen. So entstanden dort zwölf Objekte in vier
geschossiger Bauweise und zwei Objekte zwecks An
schlusses an die erwähnten Privatbauten in fünf
geschossiger Bauart. Einen sehr ansprechenden Ein
druck machen die mit warmgetönter Terranova ver
putzten Häuserfronten, die durch zahlreiche Erkervor
bauten wohltuend gegliedert erscheinen. Die durch
Werksteingliederung und einige Bauplastiken in Kunst
stein belebte Architektur betont unter Fortlassung von
überflüssigem Schmuckwerk überall bewußte Zweck
mäßigkeit. Die 14 Häuser beherbergen wiederum in
ähnlicher Weise, wie bei dem unmittelbar vorher be
schriebenen Baublock, nach vier verwandten Typen
durchgebildete Wohnungen,
jede davon mit hellen Kel
ler- und Dachbodenabteilen
bedacht; die beiden Eck
häuser enthalten außerdem
je ein Geschäftslokal. Viel
fach wurden auch hier
Wohnküchen in Anwen
dung gebracht, die durch
ein breites Fenster und
eine Glastür ihr Licht emp
fangen, welch letztere auf
eine mit Terrazzo belegte
Loggia führt. In fortschritt
licher Weise wurde in den
Küchen von der Aufstellung
von Kohlenherden Abstand
genommen, dafür aber mo
derne Gaskochöfen mit vier
Kochflammen und Brat
rohr zur Aufstellung ge
bracht. Um die Küchen auch im Winter wohnlich zu
erhalten, sind zu Heizzwecken kleine Dauerbrandöfen
eingebaut, die eine leichte Regulierung der Temperatur
und des Brennstoffverbrauches gestatten. Jede Woh
nung hat ihr eigenes Badezimmer mit Terrazzobelag
und vielfach wurden bauseitig auch elektrische Heiß
wasserboiler von 75 Liter Fassungskraft angebracht,
die ohne jede Bedienung arbeiten und außer zu Bade
zwecken auch in die Küche Warmwasser abgeben. Der
geräumige Hofraum wurde zweckmäßig ausgenützt;
längs der Häuserfronten ist genügend Raum mit Vor
richtungen zum Wäschetrocknen freigehalten, während
in der Mitte ein ausgedehnter Kinderspielplatz mit einer
Betoneinfassung erübrigt wurde, der nebst einem
großen Rasenplatz auch Sitzgelegenheiten und in den
Ecken Sandspielplätze aufweist. Straßenseitig verläuft
entlang der ganzen Häuserfront ein drei Meter breiter
Vorgarten, der das Gesamtbild des Häuserblocks in
seinem freundlichen Aussehen hebt.
Ein letzter Block von Wohnbauten ander
Mandelsbergerstraße in Wilten-West wurde
im Jahre 1927 in Angriff genommen und wird im
Jahre 1928 zur Fertigstellung gelangen. In diesem Falle
handelt es sich um einen ersten Ausbau von sechs
Häusern mit zusammen 51 Wohnungen und um eine
zweite Bauetappe von acht Häusern mit zusammen
75 Wohnungen und drei Geschäftsläden; insgesamt also
um 14 Wohnhausbauten mit 126 Wohnungen. Auch hier
wurde wiederum nach sechs bereits bewährten Grund
rißtypen, die in teils vier-, teils fünfgeschossiger Bau
weise von einer Grundfläche von nahezu 7000 Quadrat-