Talstation der Nordkettenbahn (Architekturskizze).
metern ein Flächenausmaß von rund 2650 Quadratmeter
überbauen, so daß sich für Spielplätze, Zier- und Nutzgärten
sowie Flofflächen rund 4350 Quadratmeter erübrigen.
Die äußere Ausgestaltung der Hausfronten und
auch die Ausstattung der Wohnungen entspricht den
Gemeindewohnungsbauten in der Pembaurstraße; nur
entfällt bei diesem Wohnkomplex die bauseitige Beistellung
der Bade- und Warmwasseranlage. Die Wohnflächen
der Zwei- und Dreizimmerwohnungen bewegen
sich zwischen 64,50 und 101,20 Quadratmeter, während
die im ganzen Komplex bloß zu viert vorhandenen Einzimmerwohnungen
samt Küche 36,20 Quadratmeter Ausmaß
besitzen. Der Baukostenaufwand für beide Bauetappen
dieses Häuserblocks zusammen beträgt ungefähr
2,100.000 Schilling.
In diesem Zusammenhänge bleibe ein für das Jahr
1928/29 ins Auge gefaßtes städtisches Bauprojekt nicht
unerwähnt, welches auf einem arrondierten Gemeindegrundstück
im Osten der Stadt eine kleine Siedlung
in Flachbauweise
mit etwa 40 Objekten zur
Durchführung bringen will
und hinsichtlich der Bereitstellung
finanzieller
Mittel zur Baureifmachung
und Erschließung des Geländes
bereits sichergestellt
erscheint. Undum wenigstens
schlagwortweise
weitere, in allernächster Zeit
seitens der Stadtgemeinde
geplante Bauprojekte gestreift
zu haben, sei darauf
verwiesen, daß nachf olgende
Bauvorhaben neben manchen
schon im vorstehenden erwähnten Zukunftsprojekten
jedenfalls in den Jahren 1928/29 zur Durchführung gelangen
werden: eine moderne städtische Molkerei,
die bei einem präliminierten Aufwand von rund einer
Million Schilling an der Ecke Etzel—Kapuzinergasse erstehen
wird; ein Ledigenheim in Verbindung mit
einer Volksküche; ein am Innfluß gelegenes Freibad;
eine Gedenkhalle für das liroler
Heldenbuch, deren Situierung auf dem historischen
Berg Isel in Aussicht genommen ist; ein Dienstmädchenheim
und ein städtischer Kindergarten
für den Stadtteil Wüten; schließlich teilweise unterirdische
Bedürfnisanstalten, so am Boznerplatz
im Stadtzentrum, am Leipzigerplatz und in der
Allee des Innrains nahe dem Marktplatz.
Kehrt man von dem einer Besichtigung aller städtischen
Nachkriegsbauten gewidmeten Rundgang nun
zurück ins alte Rathausgebäude, zurück in die
Zentrale, von der aus all die zahlreichen Bauprojekte
in ernsten Beratungen der Stadtväter zum Nutzen der
Allgemeinheit geplant und durchgeführt werden, so
findet man auch dort Jahr für Jahr ein nie endenwollendes
Um- und Ausbauen, an allen Ecken und
Enden ein nimmermüdes Umgestalten, das ein fortwährendes
Anpassen sucht an geänderte und erweiterte
Bedürfnisse der städtischen Verwaltung. So fanden in
den letzten Jahren insbesondere die Sitzungsräume und
die Kanzleien der obersten Stadtvertreter eine dem
neuzeitlichen Geschmacke entsprechende Adaptierung;
vor allem das Appartement des Bürgermeisters wurde
hiebei mit einer Ausstattung bedacht, die neben einer
vollendeten Erfassung rein utilitärer Erfordernisse mit
Geschick den hier gebotenen repräsentativen Charakter
zu betonen wußte.
Zum Schlüsse der vorliegenden Aufzeichnungen
über die baulichen Leistungen der Stadt Innsbruck in
der Nachkriegszeit sei ein kühnes, vor kurzem zur Vollendung
gebrachtes Ingenieurwerk besprochen, das
von den steilen Höhen der weltbekannten Innsbrucker
Nordkette einen letzten Blick auf die Stadt und
ihre romantische Bergesumgebung gestattet. Es ist dies
die „Innsbrucker Nordkettenbahn“ (Hafelekarbahn).
Es waren naheliegende wirtschaftliche Überlegungen,
die den Gemeinderat der Stadt veranlaßten, -
dieses Unternehmen zu planen und mit seiner Durchführung
einen eigenen Seilbahnausschuß unter der
Führung des städtischen Finanzreferenten, Stadtrates
Dr. Walter Pembauer, zu betrauen. Als ernste Folge
des Krieges lastet auf Stadt und Land noch immer eine
schwere Wirtschaftskrise, der nur durch Eröffnung
neuer Erwerbsquellen gesteuert werden kann. Zu
diesen gehört neben der Ausfuhr der „weißen Kohle ,
soweit sie nicht für das Land selbst reserviert bleiben
muß, vor allem auch die Hebung
des Fremdenverkehrs
und der Fremdenindustrie.
^ Eine solche Wirkung darf
mit Recht von der Erschließung
der herrlichen Gebirgsketten
in der unmittelbaren
Umgebung der Stadt erwartet
werden. DieErfahrungen,
welche inTirol als der Wiege
der Seilschwebebahnen
südlich und nördlich des
Brenners gemacht wurden,
haben die bisher auf den
Fremdenverkehr gesetzten
Hoffnungen nicht enttäuscht.
Und so ging Innsbruck mit Beginn des Jahres 1927 daran,
gleichzeitig zwei Schwebebahnen in Angriff zu nehmen.
Die eine führt vom Kurort Igls am südlichen Mittelgebirge
der Landeshauptstadt auf das Massiv des
Patscherkofels; diese Bahn wurde von einer hiefür
gebildeten Gesellschaft erbaut. Die zweite, die N o r dkettenbahn,
erklimmt die nördlich der Stadt himmelstürmenden
Felswände, das Wahrzeichen Innsbrucks,
und kam als Unternehmung der Stadt Innsbruck zur Erbauung.
Die Innsbrucker Nordkettenbahn, oder nach
dem Namen der befahrenen Bergspitze auch Hafelekarbahn
genannt, wurde von der Firma Bleichert und
der Bauunternehmung Ing. Innerebner &. Mayer in zwei
Bahnsektionen erbaut. (Architektonische Ausgestaltung
Arch. FI. B a u m a n n.) Den von letzterer Baufirma veröffentlichten
Mitteilungen seien einige Angaben über
Art und Ausmaße des sicherlich in weiteren Kreisen
Interesse erweckenden Unternehmens entnommen. Die
Talstation „Hungerburg-Seilschwebebahn“ befindet sich
unmittelbar neben der Bergstation der bekannten Innsbrucker
Hungerburgbahn auf Meereshöhe 863 Meter. Die
Trasse steigt von dieser Talstation aus mit einer durchschnittlichen
Neigung von 41 Grad zur Mittelstation
„Seegrube“ auf Höhenkote 1905 Meter, so
daß die Höhendifferenz der unteren Teilstrecke 1042
Meter beträgt. Auf dieser Teilstrecke, die mit zwei
Tragseilen, also zweigleisig, ausgestattet ist, war die
Aufstellung von vier Stützmasten erforderlich. Die
Bergstation „Hafelekar” liegt auf einer Seehöhe von
2256 Meter, so daß die Höhendifferenz der zweiten
Teilstrecke 352 Meter ausmacht. Als Gesamthöhenunterschied
der Seilschwebebahn ergibt sich
demnach das ganz beträchtliche Ausmaß von
nahezu 1400 Meter. Die zweite Teilstrecke, die
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