Einiges über das öffentliche Bauwesen
in Vorarlberg.
Von Landesbaudirektor Hofrat Ing. Julius Fritsch, Bregenz.
Unschädliche Ableitung der Hochwässer. wilden Gewässern für die Landwirtschaft Boden
abzuringen. Insbesondere nach dem Kriege ist das
Das westlichste Bundesland Österreichs — Land daran gegangen, mit großen finanziellen
Vorarlberg — ist am Nordhange der Alpen Opfern den Ausbau der Wasserkräfte zu
111 bei Bludenz. Zustand vor der Verbauung. (Links Schesamündung.)
gelegen und mit Österreich nur durch zwei Pässe
(Arlberg und Flexen) verbunden. Die äußerst regsame
alemannische Bevölkerung hat vermöge der
Lage des Landes kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen
mit dem benachbarten Deutschland
und mit der Schweiz gepflogen. Seit Urzeiten
größtenteils auf die Viehzucht angewiesen, haben
es die Vorarlberger doch in Bälde verstanden, sich
einerseits die vorhandenen Wasserkräfte nutzbar
zu machen und auf diese eine Weltindustrie
(Textilien, Spinnereien, Stickereien usw.) aufzubauen,
andererseits in den Talniederungen den
erweitern und der Landwirtschaft durch
unschädliche Ableitung der wilden Gebirgswässer
zu Hilfe zu kommen.
Die Steilheit des Geländes verursacht trotz des
Waldreichtums ein rasches Abfließen der Niederschlagswässer.
Schon seit Jahrhunderten sind die
Bewohner der Talniederungen gezwungen gewesen,
sich gegen Hochfluten und gegen Abschwemmen
von Grund und Boden zu schützen. Diese Schutzbauten
waren aber früher rein örtlich und es wurde
hiebei wenig oder gar nicht darauf Rücksicht genommen,
ob nicht durch einseitige Maßnahmen
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