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Full text: Das österreichische Bauwesen

Hier sind vor allem die beiden Landes 
regierungsgebäude und das Gebäude der 
Nationalbank usw., die an anderer Stelle be 
sprochen werden, zu erwähnen. 
Die Stadtverwaltung hat neben den Wohnhaus 
bauten sich hauptsächlichst Schulhausbauten 
zugewendet, von denen zwei große Neubauten ge 
schaffen wurden: die Knaben-Volks- und 
Bürgerschule und das Gymnasium. 
Die Knaben-Volks- und Bürgerschule. 
Der Bau der Knaben-Volks- und Bürgerschule, 
die auf den Gründen der seinerzeit abgebrannten 
portal, in dessen mächtigen Bogen die Inschrift ein 
gemeißelt ist: „Deutsche Art in Ehr' und Pflicht er 
blüh in Gottes Luft und Licht!“ schließt sich ein 
Vorplatz an, welcher mit einem Kunstschmiedegitter 
nach außen abgeschlossen ist. Die Entwürfe dazu 
stammen von August Höllriegl, Post-Ober 
offizial, welcher dieselben der Stadtgemeinde in 
dankenswerter Weise beigestellt hat. Die freien 
Felder des Seitenflügels sind zur weiteren Belebung 
mit Bildern aus der Märchensage vom akad. Maler 
Kleber geschmückt. 
Die Turnhalle an der Rückseite ist dem Haupt 
baue passend angegliedert. Die Decken sind nach 
Neue Knaben-Volks- und Bürgerschule. 
Seekaserne steht — das Projekt ist vom Bregenzer 
Architekten Willy Braun — gliedert sich in den 
Haupt-, Flügel- und Turnhalle-Bau. Der Hauptbau 
steht 18 Meter von der Belruptstraße zurück und hat 
Keller und Erdgeschoß sowie zwei Stockwerke. Der 
Flügelbau, entlang dem Steinebach, hat außer dem 
Keller und dem Erdgeschoß nur ein Stockwerk. 
Durch diesen niedriger gehaltenen Flügel wurde ein 
geeigneter Übergang von dem hohen Hauptbau zu 
den in unmittelbarer Nähe befindlichen Wohn 
häusern erreicht. Die Fassaden sind dem Zwecke 
des Gebäudes angepaßt und zeigen eine sehr ruhige 
und vornehme Wirkung. Das Mauerwerk erhielt an 
der Außenseite braun abgetönten Terranova- 
Verputz. Zum Gurtgesims und Portal wurde rötlich 
gefärbter Kunststein verwendet. Durch Vorsprünge 
und Vertiefungen in den Verputzflächen wurde eine 
hübsche Gliederung erreicht. Die Hauptfassade gegen 
die Belruptstraße erhielt als weiteren Schmuck 
einen Giebelaufbau, in welchem die elektrische 
Schuluhr eingebaut ist. 
Über dem Hauptportale befindet sich ein Erker 
mit reichlichen Holzschnitzereien. An das Haupt- 
System Pfeiffer-Ziegelhohlsteindecken angefertigt. 
Das Dach ist mit Biberschwänzen doppelt einge 
deckt. Als Fußbodenbelag wurden in den Sälen und 
Zimmern Linoleum auf magnesiumfreien Steinholz 
estrich, in den Gängen und Vorplätzen Mettlacher 
Steinzeugplatten verwendet. Die Treppen sind aus 
Granit. Bei der Ausführung wurde vom Architekten 
besonders darauf geachtet, daß die besten, modern 
sten Baumaterialien zur Verwendung kamen, das 
Äußere des Gebäudes sich der Grundrißeinteilung 
vollkommen anpaßt und unter Vermeidung jeder 
äußeren Scheinarchitektur und Luxus ein har 
monisch gefälliges Aussehen erreicht wird. 
Aber auch auf das Innere des Baues wurde alle 
Sorgfalt verwendet. Die Lehrzimmer sowie Zeichen- 
und Musiksaal haben indirekte Beleuchtung, wo 
durch eine gleichmäßige Lichtverteilung erreicht 
wird. Erwärmt wird das ganze Gebäude vermittelst 
einer Warmwasserheizungsanlage. An diese Zen 
tralheizung ist ein Brausebad angeschlossen, 
durch welches ermöglicht wird, daß den Schülern 
jeder Klasse wöchentlich einmal ein Bad gegeben 
werden kann. Eine ausgiebig wirkende Lüftungs- 
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