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MAK

Full text : Das österreichische Bauwesen

Es  gibt  nur  mehr  wenige  Ortschaften  in  Vorarlberg, ­
  die  ihre  im  Weltkriege  gefallenen  Heimatsöhne ­
  nicht  durch  ein  Kriegerdenkmal  ehrten. ­
  Dornbirn  leistete  sich  hierin  etwas  Eigenes.
Kein  Denkmal  aus  Stein  oder  Metall,  sondern  ein
großesGemälde,  23  Meter  lang,  6  Meter  hoch,
ließ  die  Bürgerschaft  malen,  auf  das  sie  stolz  ist,
nicht  wegen  seiner  künstlerischen  Bedeutung  allein,
sondern  weil  der  Schöpfer  desselben,  Professor
Huber  in  Düsseldorf,  ein  Sohn  unseres  Landes  ist.
Das  Gemälde  befindet  sich  auf  der  mächtigen  Vorderseite ­
  des  Kirchenportals  der  Pfarrkirche  Sankt
Martin.  Über  seinen  Inhalt  lassen  wir  den  Künstler
selber  sprechen:
Der  zugrunde  liegende  Gedanke  für  das  Ge-Drachen

  bildet  den  Übergang  vom  Gerichte  zur
Hölle.  Dies  ist  gekennzeichnet  durch  den  in  der
Höhe  tobenden  Kampf  der  guten  gegen  die  abtrünnigen ­
  Engel.
Die  Gestalten  des  Vordergrundes  sind  als  Zuschauer ­
  gedacht  und  stellen  jene  Männer  dar,  „die
in  der  Hölle  waren“,  das  heißt,  mit  geistigem
Sehen  deren  Wesen  erfaßt  und  zu  schildern  versucht ­
  haben.  Die  Spitze  des  Zuges  eröffnen  die  Kirchenväter, ­
  St.  Hieronymus,  Augustinus  undChrisostomus,
  dann  folgen  Dante  und  Michelangelo,  hierauf
Dürer,  Memling,  Signorelli  und  der  spanische  Theologe ­
  Juaris.  Den  Schluß  bildet  Rubens  und  Milton,
Klopstock  und  Peter  Cornelius.
Im  Jahre  1926  konnte  die  neue  Straße  ins

Dornbirn.  Neue  Ebniterstraße.

mälde  ist  die  Darstellung  des  christlichen  Begriffes
von  den  vier  letzten  Dingen  des  Menschen,  Himmel,
Hölle,  Tod  und  Gericht.  Es  beginnt  links  vom  Beschauer ­
  mit  der  Gruppe  des  Todes,  die  zugleich  als
Erinnerungsmal  für  die  im  Weltkriege  gefallenen
Helden  unserer  Stadtgemeinde  aufgestellt  ist.  Vom
Schutzpatron  der  Krieger,  dem  heiligen  Georg  geführt, ­
  ziehen  die  Krieger  zum  Himmel,  von  ihrem
Gefolge  von  Frauen  und  Kindern  begleitet,  von
denen  zahlreiche,  gleich  jenen,  unschuldige  Opfer
des  Krieges  geworden  sind.
Die  folgende  Gruppe  deutet  den  Himmel  an,
in  dem  man  Maria  mit  dem  Jesuskinde  und  den
heiligen  Josef  thronen  sieht,  umgeben  von  Engeln.
Davor  kniet  der  Patron  der  Kirche,  der  heilige
Martin,  als  Fürbitter  auf  die  Scharen  der  heranziehenden ­
  Krieger  hinweisend.  Das  Gericht  ist  dargestellt ­
  in  der  Gestalt  Christi,  des  obersten  Richters, ­
  von  dem  wir  hoffen,  daß  er  die  Kriegslügen
aufdecken  werde.  Dies  soll  die  Unterschrift  besagen,
welche  lautet:  „Mein  ist  die  Vergeltung.“
Der  Kampf  des  Erzengels  Michael  gegen  den

Gebirgsdorf  Ebnit  dem  Verkehre  übergeben
werden.  Diese  kunstvolle  Straße  durch  ein  wildromantisches ­
  Schluchtengebiet  wurde  durch  die
Stadt  selbst  erbaut  und  auch  zum  größten
Teil  —  mit  einem  Beitrag  von  500.000  Schilling  —
finanziert.  Damit  hat  Dornbirn  eine  wichtige  Voraussetzung ­
  zu  einem  neuen  Erwerbszweig,  dem
Fremdenverkehr,  geschaffen,  denn  Ebnit  hat
eine  ganz  bevorzugte,  natürliche  Lage,  und  Fachleute ­
  stellen  seine  klimatischen  Verhältnisse  mit  dem
Schweizer  Kurort  Davos  als  ebenbürtig  hin.
Wenn  wir  von  den  neuesten  Schaffungen  in
Dornbirn  sprechen,  wollen  wir  auch  das  Bauprogramm ­
  der  Stadt  Dornbirn  von  1928  erwähnen, ­
  das  neben  der  Ermöglichung  von  25  Wo  h  tili ­
  ä  u  s  e  r  n  auch  die  Straßenpflasterung
der  ganzen  Bundesstraße  auf  eine  Länge  von  4  Kilometer, ­
  sowie  die  Ad.  Rhomberg-  (Bahnhof-)  Straße
vorsieht.  Zu  dieser  großen  Arbeit  werden  zirka
500  Waggons  Granit-Kleinpflastersteine  verwendet
und  wird  die  Stadt  zu  den  Kosten  an  750.000  Schilling ­
  beitragen  müssen.

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