Nutzbauten
Bisher wurde lediglich in großen Zügen von der
Wohnbautätigkeit der Stadtgemeinde gesprochen.
Aber auch auf einem anderen großen Gebiete des
Hochbaues, und zwar auf dem des Nutzhochbaues, sind
in den letzten Jahren eine Reihe von Bauten entstanden,
die den modernsten Anforderungen unserer Zeit völlig
Rechnung tragen.
Von diesen Neubauten sollen nachstehend die wichtigeren
hervorgehoben werden:
Approvisionierungsbauten.
Die neue Kontumazanlage östlich vom
Zentral viehmarkte: sie besitzt ein Flächenausmaß von
64J96 tt. wovon IS.TiS nr verbaut sind und besteht aus
dem Konnimazmarkt im engeren Sinne, in dem die ansteckungsverdächtigen
Tiere untergebracht werden und
aus dem für seuchenkranke oder seuchenverdächtige
Tiere bestimmten Seuchenhot.
hi den Verkauishallen können TW Rinder nnd 2000
Sch'veine oder anderes BöenEvoek mrd im den Sanranetsciilea
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kcVmeni pro Tag 3fr'i Stock nnd im dtr Sdra'eintschlachthalle
pro Tag I6CX) leichtere oder 800 schwerere
Stück Schweine geschlachtet werden.
Ferner ist noch eine nmt Dampf betriebene Kühlanlage
mit einer Kühl lallenffikdie von 1055 nr mit Kühlzellen
und einer VorlöUhalle von -JGftnr Fläche vorhanden.
Der Schlachthof St. Marx im der Schtachthofgasse
:m HL Bezirk ist in den letzten Jahren durch
mehrere Zu- und Umbauter, weventbci erweitert worden-
In den Jahren 1919—1922 wurden ein Düngohans.
eine Schleppanlage, eine Yirli niftilili ii in und :m
Jahre 1923 eine KâJbersddacMtafc mit einer ftarrrwäscherei.
sowie drei RinderstaHunger, für 625* Stück
neu erbaut. Weiters wurde der erhöhten Inanspruchnahme
der offenen Märkte seitens der Bevölkerung
Rechnung getragen und einige Märkte, wie im XI. Fiezirfc.
Gei.seiberg.strade, mit 1.34 Markthütten, im XX. Bezirk.
Leyscraße. mit 28 und im XXI. Bezirk, in der ehemaligen
PiTkagas.se jetzt Fmridsdnrfer Markt mir 'Vi
Virkaufsständen neu irrchrer oder vie :m %. Brnzärk.
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Oebäudeerhaltung.
Ist im vorstehenden ein Überblick über 'die von der 457 Wohnhäuser, 104 Wohnhausanlagen und 7 Baracken-Gemeinde
Wben aufgeiührten Neubauten aller Art ge- gruppen,
geben worden, so soll schließlich noch von der Ge- 30 Amtshäuser,
bäudeerhaltung, einem weniger ins Auge springenden, 268 Schulgebäude,
aber doch sehr wichtigen und umfangreichen hochbau- 30 Spiel- und Eislaufplätze mit 16 Unterkunftshütten,
liehen Arbeitsgebiete gesprochen werden. 26 Kindergartengebäude,
Die Gebäudeerhaltung, die von einer zentralen 7 Sommererholungsstätten für Kinder,
Stelle aus besorgt wird, hatte in den letzten Jahren, da 26 Feuerwehrgebäude u. s. f.
auch noch viele aus der Kriegszeit und den ersten Nachkriegsjahren
stammende Schäden zu beheben waren. Außer den eigentlichen Instandhaltungsarbeiten
einen außerordentlich großen Umfang angenommen. wurden in der Nachkriegszeit noch verschiedene größere
Einige Ziffern über den städtischen Gebäudebesitz Arbeiten zu dem Zwecke durchgeführt, der katastrowerden
denselben sofort erkennen lassen. phalen Wohnungsnot einigermaßen zu steuern. Durch
Die Gemeinde Wien besitzt unter anderem (Stand Umänderungen wurden in städtischen Häusern, die
Ende 1926): früher anderen Zwecken dienten, Wohnungen geschaffen,
10 Versorgungshäuser, davon 7 in Wien, Stockwerksaufsetzungen durchgeführt, fremde Gebäude,
12 Kranken- und Heilanstalten, davon 10 in Wien, wie Kasernen, Arsenal, Kriegsharackenlager usw. für
unter denen sich das Lainzer Krankenhaus mit 10 Wohnzwecke umgestaltet und zum Teil auch erworben,
und die Heilanstalten „Am Steinhof“ mit 55 gemau- Die Kosten der Gelräudeerhaltung hallen in den letzten
erten Objekten befinden, Jahren bereits mehr als das Doppelte erres Betrages er-5
Waisenhäuser, davon 4 in Wien, retefat, der zum Beispiel, m .lUhre tSLF umpiwendur
4 Erziehungsheime, davon 2 in Wien, warde.
Straßenwesen.
Im engsten Zusammenhang mit der StnlMfcW 1. :: ‘.••--•li av li.'s’.anc te- rzaiitm durci de
gung steht der Straßenbau. Wien besaß vor dem Kriegt vielen Rohr- und Kabellegungen, die durch der. Bau der
ungefähr 15,000.000 m 2 Straßenflächen, wovon zirka Gas- und Elektrizitätswerke, der 11. Hochquelienlenung.
7,200.000 m 2 Steinpflaster, 1,380.000 m 2 geräuschvermin- den Ausbau des Kabelnetzes der Post- und Telegrapherdernde
Pflasterungen aus Stampfasphalt und Holz und direktion bedingt waren, sowie durch den Umbau vieler
173.000 m 2 Beton- und sonstiges Kunststeinpflaster auf- Kanäle sehr gelitten und die Instandhaltung und hauptwiesen.
Die Fahrbahnen hatten ein Ausmaß von zirka sächlich die Verbesserung der Straßen bildete damals
11,000.000 m 2 , hievon waren 51% gepflastert und 49% schon eine große Sorge der Stadtverwaltung. In viel
makadamisiert. Weder die Steinpflasterungen noch die ärgerem Zustande jedoch befanden sich die Straßen in
Makadamstraßen erhielten damals, abgesehen von der Zeit nach dem Kriege; fehlte es doch in der Kriegseinigen
Ausnahmsfällen, einen Hruchsteinunterbau und zeit nicht nur an Baustoffen, Arbeitskräften und Fuhrbei
dem damals vorherrschenden Pferdefuhrwerksver- werken zur allernötigsten Instandsetzung, die Straßen
kehr machte sich dieser Mangel auch nicht besonders hatten überdies noch durch die häufige Verwendung
bemerkbar. Immerhin aber hatte schon in der letzten eisenbereifter Fahrzeuge besonders stark gelitten.
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