10) Violettes Fensterglas
200 Pfd. weißer Sand,
60 Pfd. Soda,
4 Pfd. Mennige,
30 Pfd. zerfallener Kalk,
20 Pfd. Braunstein,
200 Pfd. gemahlenes Glas,
4 Pfd. Salpeter
Diese Ingredienzien werden vor dem Schmelzen mit einander gemischt.
11) Veilchenblaues Fensterglas.
200 Pfd. eines der weißen Glassätze Nr. 5,6 oder 7 auch mit Potasche,
nach dem Mahlen und nach der Entfernung der Glasgalle setzt man zu:
30 Pfd. Braunstein,
4 Pfd. Smalte F,
8 Pfd. Salpeter,
8 Pfd. Mennige.
12) Weinrothviolettes Fensterglas
200 Pfd. von einem gemahlenem weißen Glassatze,
30 Pfd. Manganoxyd, wie man es erhält, wenn man Braunstein mit Salpetersäure
übergießt, den Brei 8 Tage in einem Keller stehen läßt und dann glüht,
6 Pfd. Salpeter.
13) Violett von einer wärmeren Färbung, Ueberfangglas.
20 Pfd. weißes gemahlenes Glas,
3 Pfd. Braunstein
2 Pfd. Mennige.
Auf das gemahlene Glas gießt man eine Goldlösung von einem halben Dukaten,
dampft dann ab und setzt 2 / 5 Pfd. Salpeter hinzu. Während des Streckens darf
kein Rauch gemacht werden.
14) Violettes Glas, massiv.
Dem vorstehenden Satz fügt man für Fensterglas
60 Pfd. und für Trinkgläser
120 Pfd. weißes gemahlenes Glas zu.
H. E. Benrath, Die Glasfabrikation, Braunschweig 1875, S. 280-282,312,313:
Von gefärbten bleifreien Gläsern sind die häufigsten die blauen, die sich schon unter ägypti
schen Glasüberresten recht häufig und zwar sowohl opak als durchsichtig, finden. Der färbende Be-
standtheil der opaken türkisblauen Gläser und Pasten ist, wie das schon Klaproth nachgewiesen
[„Sur quelques vitrifications antiques“. Mem. de l’Acad. de Berlin 1789, S. 3 bis 16. Nach Gmelin
(Comment. Gotting. 1780, Vol. II) wäre in manchen antiken Gläsern Eisen der blaufärbende Bestand
teil.] meist Kupfer, und erhält sich solche, z. Z. nur noch sporadisch vorkommende Türkisblaufärbung
mit Kupfer, auf den Glashütten noch lange im Gebrauche, wird z.B. von Neri, Merret und Kunckel
noch wiederholt recommandirt [Ars vitraria 1,14,15, 20, 24, 25, 36], Ein derartig gefärbtes Alabaster
glas untersuchte Borgstede und fand seine eigenthümliche Zusammensetzung, die die leichte Zer
setzbarkeit dieses Glases erklärt, wie nachstehend [Knapp: Chem. Technol. 2,194]:
Kieselsäure 82.95
Thonerde + Eisenoxyd 0.17
Kalk 0.08
Kali 16.08
Kupferoxyd £L56
99.84
100