MAK

Full text: Farbenglas vom Biedermeier zum Art Déco, 2: Farbenpaletten blau, rot, Index

Dieses Glas wird geschmolzen, in kaltes Wasser ausgeschöpft und nochmals geschmolzen. Man fügt 
der zweiten Schmelze 1 kg Borax, 1 kg Salpeter, 500 g Arsenik und 200 g Braunstein zu und erhält in 
der Regel ein farbloses, hochgesättigtes Bleikristallglas, das später geschliffen dem natürlichen Dia 
manten an Glanz fast gleichkommt. 
Um die Glasedelsteine, wie Amethyst, Smaragd, Rubin usw. herzustellen, verwendet man stets den 
Diamantsatz (Straßglas), indem man die entsprechenden Farboxyde, die höchstprozentig und sehr 
rein sein müssen, zusetzt. 
Amethyst: 
Diamantglas 1000 Teile 
Braunstein 8 Teile 
Kobaltoxyd 5 Teile 
Goldpurpur 0,2 Teile 
Smaragd: 
Diamantglas 1000 Teile 
Kupferoxyd 8 Teile 
Chromsäure 0,5 Teile 
Saphir: 
Diamantglas 1000 Teile 
Kobaltoxyd 18 Teile 
Türkis 
Diamantglas 1000 Teile 
Kryolith 25 Teile 
Knochenasche 30 Teile 
Kupferoxyd 8 Teile 
Kobaltoxyd 8 ’ 8 Teile 
Chromoxyd 0,2 Teile 
Beryll: 
Diamantglas 1888 Teile 
Schwefelantimon 8 Teile 
Kupferoxyd 4 Teile 
Kobaltoxyd 0,25 Teile 
Ludwig Springer, Lehrbuch der Glastechnik, I. Teil: Die Herstellung des Rohglases, 
Dresden 1937 (2. Auflage), S. 26: 
Die Färbungs- und Trübungsmittel des Glases. 
2. Manganverbindungen färben das Glas weinrot bis violett. Meist wird der Braunstein verwendet, 
ein sauerstoffreiches Manganoxyd, seltner das dunkelviolette, übermangansaure Kali... 
4. Kobaltverbindungen liefern das stark blau gefärbte Glas; man nimmt entweder das schwarze 
Kobaltoxyd oder die blaue Schmälte, ein glasartiges Pulver. 
5. Nickelverbindungen färben das Glas braun bis violett; es dienen hierzu verschiedene grüne bis 
schwarze Nickeloxyde 
6 Kupferverbindungen färben das Glas entweder grünlichblau oder rot, die bekannte Farbe des 
Kupferrubins. Für die Blaugrünfärbung benützt man das schwarze Kupferoxyd, seltener den 
blauen Kupfervitriol: für die Rotfärbung nimmt man das rote Kupferoxydul oder den schwarzgrauen 
Kupferhammerschlag unter Zusatz von Zinnasche. 
128
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.