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Full text: Farbenglas vom Biedermeier zum Art Déco, 2: Farbenpaletten blau, rot, Index

34) Scharlachrothes Ueberfangglas 
erhält man, wenn man vorstehendem Satze noch 1 Pfd. Eisenoxydul zufügt; vermehrt man die Menge 
des Eisens in Beziehung auf das Kupferoxydul, so erhält man Orangeroth von schönem Glanze. 
35) Purpurrothes Ueberfangglas 
wird erhalten, wenn man dem vorhergehenden Satze 2 Pfd. Smalte F zugiebt. 
36) Massives rothes Glas. 
Die Sätze 33 bis 35 können zum Ueberfangen nur in einer sehr dünnen Schicht angewendet werden; 
man erhält aber dieselben Nüancen in massivem Glase, wenn man diesen Gemengen je nach der 
Stärke, den die zu blasenden Gegenstände bekommen sollen, 400 bis 1000 Pfd. weiße Glasbrocken 
zusetzt und schmelzt. 
Wenn aus irgend welcher Ursache beim Blasen die rothe Färbung verschwunden sein sollte, so muß 
man doch das Ueberfangblasen fortsetzen, denn beim Strecken kommt die rothe Farbe wieder zum 
Vorschein; man braucht nur das Innere des Cylinders mit Kienruß zu überziehen und in dem 
Streckofen, während das Glas weich wird, eine Handvoll Heu oder feuchtes Stroh anzuzünden. 
Um ein recht homogenes Glas zu erhalten und die Oxydule gegen eine höhere Oxydation zu schützen, 
thut man wohl, dasselbe etwa eine Stunde vor dem Ende des Läuterns zu blasen. 
37) Unter der Muffel dargestelltes Roth. 
Sand 
Kohlensaures Natron 
Zerfallener Kalk 
Mennige 
Glasbrocken .. 
Kupfervitriol ... 
Eisenvitriol .... 
Zinnoxydul .... 
oder 
Sand 
Potasche 
Zerfallener Kalk 
Mennige 
Glasbrocken .. 
Kupfervitriol... 
Eisenvitriol.... 
Zinnoxydul.... 
Der Kupfer= und Eisenvitriol werden jeder für sich in Wasser gelöst, die Auflösungen auf den Sand 
einer der beiden Kompositionen gegossen; nach dem Trocknen werden die Ingredienzien mit einander 
gemengt, und in der gewöhnlichen Weise verschmolzen, ohne jedoch das Blasen mittelst einer Kartof 
fel zu unterlassen. Man kann auch die Auflösungen von 4 Pfd. Kupfer= und 9 Pfd. Eisenvitriol auf 200 
Pfd gemahlenes weißes Glas gießen, und noch 5 Pfd. Zinnoxydul zusetzen. 
Wenn nun die Komposition gegen das Ende des Läuterns rothes Glas liefert, so ist die Farbe in der Re 
gel zu dunkel, um zu massivem Glase angewendet werden zu können; man setzt daher in einem sol 
chen Falle noch 200 Pfd. gemahlenes weißes Glas zu. 
Um die grüne Farbe in eine rothe zu verwandeln, behandelt man die Cylinder so, als sollten sie zum 
Strecklager zubereitet werden (wie wir dies bei diesem Gegenstände beschrieben haben), bestäubt 
sie jedoch nach dem Räuchern statt mit Kreide mit Kienruß, den man durch Drehung des Cylinders um 
seine Achse auf seinen innern Wänden vertheilt. So vorbereitet schiebt man den Cylinder in den 
Streckofen und macht, wenn er weich geworden ist und das Blatt sich auf den Streckstein gelegt ha , 
so lange Rauch in dem Ofen, bis die rothe Färbung zum Vorschein kommt; man wendet dies Verfahren 
200 Pfd. 
. 80 Pfd. 
. 36 Pfd. 
.. 8 Pfd. 
200 Pfd. 
.. 8 Pfd. 
.. 8 Pfd. 
. 10 Pfd. 
200 Pfd. 
. 56 Pfd. 
. 48 Pfd. 
.16 Pfd. 
200 Pfd. 
.. 8 Pfd. 
.10 Pfd. 
.10 Pfd. 
194
	        
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