BUCHMALEREI
Von Franz Unterkircher
In einem mittelalterlichen Kloster gehörten die
Bücher, die das Wort Gottes enthielten, in gleicher
Weise zur würdigen Ausstattung des Gottesdienstes wie
die heiligen Gefäße und Gewänder. Dieser Würde entsprach
auch die Ausführung und der Schmuck. Vielfach
wurden die Bücher im eigenen Scriptorium des Klosters
geschrieben und illuminiert. Für Klöster, die keine
eigene Schreiberschule besaßen, sorgte das Mutterkloster,
zu dem sie gehörten.
In den ersten Jahrhunderten des christlichen Mittelalters
auf österreichischem Boden waren es die Schreibschulen
von St. Peter in Salzburg, von Kremsmünster
und von Mondsee, die für sich selbst und für kleinere
Nachbar- und Tochterklöster die gottesdienstlichen
Bücher herstellten. Bis ins 12. Jahrhundert dauert diese
führende Stellung Salzburgs. Inzwischen haben aber
auch Klöster, die von Salzburg aus gegründet worden
sind, wie etwa Admont, diese Kunstübung übernommen.
Im 12. Jahrhundert kommen dann zu den schon bestehenden
Benediktiner- und Augustinerstiften die neugegründeten
Zisterzienserklöster, in denen die Kunst
des Schreibens und Illuminierens nicht minder eifrig
gepflegt wird. Durch die Zisterzienserstifte Heiligenkreuz
und Zwettl wird neben dem bisher führenden
Salzburg auch auf niederösterreichischem Boden die
Kunst der Buchmalerei eingeführt.
Gegen Ende des Mittelalters hört die Buchmalerei auf,
eine rein klösterliche Kunstübung zu sein. Schon vom
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