brechterKreuzigungsaltäre erlebte die Mur
talschule um 1430 1435 ihren Beschluß, im Meister
der Schottenkreuzigung ihre endgültige Ver
quickung mit Wiener bezw. böhmischen Stilelementen.
Während in Südböhmen der Meister von
Raigern den weichen Stil bis zu seinem Ausklange
pflegte, wuchs der derbere Salzburger Meister von
Laufen (1435—1464) schon bei gedrungener figuraler
Auffassung in den eckigen Stil hinein. Im Meister
des Albrechtsaltares (Jakob Kaschauer?),
Schüler des Darbringungsmeisters und mit Hans von
Tübingen in Berührung, kam der schwere Stil um 1440
in Wien zu Wort; der Künstler war der Inhaber der
führenden Malerwerkstatt in Wien um 1435—1440 ff.
Im Meister von Maria am Gestade (Wien um
1460) treten niederländische und fränkische, in der
Wiener Werkstatt des S c h o 11 e n a 11 a r e s
(vor 1470 — um 1490) dieselben Einflüsse in noch stär
ker landschaftsverbuhdener Eigenart zu Tage. Als Ge
sellen und Nachfolger der Schottenwerkstatt sind der
Meister des St. Florianer Kreuzigungs
triptychons nud der Meister der Heiligen
martyrien zu nennen, von denen der letztere schon
ein freieres Formbild entwickelt.
In Oberösterreich und im steirischen Ennstale ist um
1450 der „wilde“ Münchner Maler Gabriel
Angler (1434—1482) tätig gewesen, während das ein
zige Bildnis Kaiser Friedrichs III. auf die Verarbeitung
niederländischer Malweisen durch eine ostalpenländische
Kraft hindeutet. In Thomas von Villach offen
bart sich endlich eine dem weichen Stile nachhängende
künstlerische Erscheinung, die durch ihre umfassende
Tätigkeit, auch auf dem Gebiet des Freskos, bekannt
wurde. Nachhaltende Beeinflußung durch Mantegna
39