Auf der Darstellung eines Balles, der zur Zeit Heinrichs III. im
Louvre (Nr. 1035) abgehalten wurde, sind die Herren noch durchaus
bloß mit gekrausten Ringkragen dargestellt, auch die Damen nur mit
schmalen Zäckchenbesätzen. Nur eine Dame hat einen ausgesprochenen
Durchbruchsaum mit einfachen, abwechselnd rautenförmigen und diagonalen,
Ornamenten und einer kleinen Knötchenreihe als äußerem Ab-SChlU
Später folgte Frankreich durchaus der reichen venezianischen Mode,
wie wir sie besonders aus Cesare Vecellios Werke kennen.
Noch einfach und streng, aber schon mit breitem Durchbruch un
kräftigen Zacken, ist Maria von Medici auf einem Stiche von Nicolas
de la Mathoniere nach dem 1610 gemalten Bilde des F. Quesnel dareestellt.
Reicher sind verschiedene Beispiele in Quicherats »Costume en
France« (S. 442, 462), die zwischen 1605 und 1615 fallen und ganz mit
venezianischen Vorbildern übereinstimmen.
1633 und 1634 wurde den Courtisanen bereits das Tragen von »points
CO»^! verboten Man sehe diesbezüglich Paul Lacroix's .XVII. siede
Institution, usages et costumes. (Paris, ,880) nach, wo auf Sette 5 co auch
eine entsprechende Abbildung beigegebeu ist. Neues finden wir aber auch
in dieser Zeit noch nicht in Frankreich.
Einen sehr prächtigen Kragen zeigt das Bildnis des Cinq Mars aus
dem Jahre 1642 (Falke, Kostümgeschichte, S. 332). An diesem Herrn sehen
wir auch, wie hoch der Spitzenaufwand bereits gestiegen war; bei seinem
Tode hinterließ Cinq Mars nicht weniger als 300 Paar Spitzen. M
begreift darnach, daß die Regierungen, der damaligen wirtschaftlichen
Auffassung folgend, zahlreiche Gesetze gegen den Luxus, insbesondere
gegen die Spifze, erließen. Zu den wichtigsten darunter gehören die
Verbote von 1629, 1634 und 1640. c <
Obgleich sich die meisten Luxusgesetze vor allem gegen 1
Erzeugung richteten, so litt doch auch die einheimische darunter. Un
diese muß, obwohl die besten Stücke immer no ^ h aus Italien “
den Niederlanden bezogen wurden, in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts
in Frankreich doch schon einen bedeutenden Umfang erreich
haben. In der Isle de France und in nahen Orten waren nachdem »
veau Reglement General sur toutes sortes des Marchandises et •«
Marquis de la Gomberdiere (Paris 1634) m mehr als io ooo Familien
die Kinder mit Klöppeln beschäftigt. Es gab auch bereits eine
tende Ausfuhr von Klöppelarbeiten; allerdings scheint sie mehr in
menterien und den verwandten Gipüren bestanden zu haben, über die
noch zu sprechen sein wird.
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