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Full text : Orientalisierende Gläser

ANNALEN  DER  FIRMA  J.  &  L.  LOBMEYR  1823-1900

Der  folgende  Überblick  über  die  Geschichte  der  heute  noch  bestehenden  Firma
Lobmeyr  beschränkt  sich  auf  das  19.  Jahrhundert,  da  sich  die  Herstellung  des  orientalisierenden
  Glases  auf  diese  Zeit  konzentrierte,  wenn  auch  manche  Entwürfe  von  Gläsern ­
  dieser  Art  Anfang  des  20.  Jahrhunderts  wieder  aufgegriffen  bzw.  variiert  wurden.
Die  Daten  stützen  sich  auf  die  von  mir  im  Katalog  „Lobmeyr1823-1973,150  Jahre  österreichische ­
  Glaskunst“  (Wien  1973)  publizierten  Annalen.  Ausführliche  Daten  zu  Ludwig
Lobmeyr,  seinem  Leben  und  Werk  sind  in  der  von  Eduard  Leisching  verfaßten  Biographie ­
  „Ludwig  Lobmeyr“  (Neue  Österreichische  Biographie,  Band  1,  Wien  1923,
S.  132-145)  zu  finden.
1822
Josef  Lobmeyr  (1792-1855)  erhält  die  Erlaubnis  zur  Führung  eines  Glasgeschäftes.
1823
Eröffnung  des  „Glaserladens“  in  der  Weihburggasse  im  Hause  „Zur  Kaiserin  von  Österreich“. ­

1824
Übersiedlung  in  das  Haus  Kärntner  Straße  940,  das  bis  1848  den  Namen  „Zum  Fürsten
Metternich“  trug.  Josef  Lobmeyr  erhält  das  Meister-  und  Bürgerrecht.
1835
Lieferung  des  ersten  Burgservices  für  den  kaiserlichen  Hof.
1838
Ankauf  des  Glaswarenlagers  und  der  Einrichtung  der  Konkurrenzfirma  Janke  &  Görner
am  Kohlmarkt.
1839
Teilnahme  an  der  Wiener  Gewerbsproduktionsausstellung.  Ehrenvolle  Erwähnung.
1842
Aus  einer  Geschäftskarte  geht  hervor,  daß  Josef  Lobmeyr  nicht  nur  Glashändler  war,
sondern  auch  Besitzer  der  Glasfabriken  Marienthal  (1837  erworben)  und  Zwechewo
(1841  in  Pacht)  in  Slowenien.
1845
Teilnahme  an  der  Wiener  Gewerbsproduktenausstellung  mit  „Bronzeluster,  mit
Krystall-Prismen  reich  behängt;  Wandleuchter;  Glasluster;  Lampen  von  geschliffenem
Farbenglase,  mit  Bronze  montirt“.  Josef  Lobmeyr  wird  als  Besitzer  der  Glasfabrik
Marienthal  und  Zwechewo  bei  Esseg  in  Slawonien  genannt.
1851
Heirat  von  Louise  Lobmeyr  mit  dem  Glashüttenbesitzer  Wilhelm  Kralik,  Eleonorenhain.
Errichtung  einer  eigenen  Raffinerie  in  Blottendorf  bei  Haida.
1855
Tod  des  Josef  Lobmeyr  sen.  Sein  Sohn  Josef  Lobmeyr  jun.  übernimmt  das  Geschäft.
1859
Ludwig  Lobmeyr  wird  Gesellschafter  seines  Bruders.
1860
Firmenwortlaut  J.  &  L.  Lobmeyr.

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