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Full text: Glas 1905 - 1925 : vom Jugendstil zum Art Deco, Band 1

sind viele nach Entwürfen der Fachschulen von den Glasfabriken realisiert worden. 
Eine Sturzflasche mit Becher von Meyr’s Neffe stellt ein vollständig erhaltenes kleines 
Ensemble dar (Kat. Nr. 124); meist fehlt der Becher. 
Das nordböhmische Kristallglas ist weiters durch Beispiele aus den Fabriken von Ger- 
ner/Haida (Kat. Nrn. 125, 126, 143, 147), Meyr’s Neffe/Adolf (Kat. Nrn. 127-132, 135-140, 
142, 144-146, 149, 150, 152), Rasch/Ulrichsthal (Kat. Nr. 133), Mühlhaus/Haida (Kat. Nr. 
134), Meitzer/Langenau (Kat. Nr. 148) vertreten, während die Vase (Kat, Nr. 141) vermut 
lich auch bei Meyr’s Neffe entstanden ist. 
Zählt die Vase (Kat. Nr. 142) zu den mit vielfältigen Schliffen gestalteten Gläsern, so sind 
einige Gläser (Kat. Nr. 145, 146) gesteindelt und sparsam mit Transparentfarben verse 
hen, während die Kantenschliffe einigen Vasen (Kat. Nrn. 147, 148) besonderen Reiz 
verleihen. 
Schwere Diamant-, Rauten- und Facettenschliffe kennzeichnen dickwandige Gläser, wie 
den Deckelpokal (Kat. Nr. 151), Vasen (Kat. Nr. 152, 153) und Jardinieren (Kat. Nr. 154). 
In diesem Zusammenhang begegnen weitere Fabriksnamen, wie Zahn/Haida (Kat. Nr. 
153, 159-161) oder Harrach/Neuwelt (Kat. Nr. 154, 158). Vor allem Meitzer/Langenau, 
Meyr’s Neffe/Adolf, Harrach/Neuwelt, und Zahn/Haida, widmeten sich dem „Kristallstil“, 
der im Bleikristall voll zur Wirkung kam (Kat. Nrn. 156-161). 
Eine Sonderleistung geschliffenen Giases stellt die Glasplastik (Kat. Nr. 162) dar, deren 
Schöpfer im Inventar als O. E. Wagner angegeben wird. 
FARBGLAS 
(Kat. Nrn. 163-180, S. 182-197) 
Das in der Masse gefärbte Glas ist in Rot, Violett und Grün dominant. Das Vollrubin-Glas 
der Fachschule Haida (Kat. Nr. 164) vereint die Leuchtkraft der Farbe mit edier Formge 
bung und vollkommenem Schliff. Als „Kunckel-Glas“ bezeichnete die Firma Goldberg/ 
Haida eine Spezialität, die das dunkel leuchtende Rot der Glasmasse meist mit vertika 
lem Flächenschliff verbindet (Kat. Nr. 163, 167-169). Mühlhaus/Haida dürfte Gläser die 
ser Art bereits einige Jahre früher erzeugt haben (Kat. Nrn. 165-166). 
Den eher traditionellen Formen der Haidaer Fabriken stehen die nach Entwürfen Josef 
Hoffmanns gestalteten Gläser aus violetten bis blauvioletten Farbnuancen gegenüber 
(Kat. Nrn. 172-174, 176), während der Aufsatz (Kat. Nr. 175) bisher weder einem be 
stimmten Entwerfer noch einer Glasfabrik zuzuordnen war. 
Von Hoffmann stammt auch der Entwurf zu einem Flakon, dessen dunkles Grün nur ge 
gen eine sehr starke Lichtquelle sichtbar wird (Kat. Nr. 177, 178), während die beiden 
Grünabstufungen der Vasen von Meyr’s Neffe (Kat. Nr. 179, 180) in einer mittleren und 
hellen Farbnuance im Durchlicht voll zur Geltung kommen. 
ÜBERFANGGLAS 
(Kat. Nrn. 181-356, S. 199-334) 
Beim mehrschichtigen Glas lassen sich einige Hauptgruppen unterscheiden: Kristallglas 
mit einem farbigen Über- oder Unterfang, Kristallglas mit mehreren farbigen Über- oder 
Unterfängen sowie Kristallglas mit Überfang in Weiß und Schwarz. 
Manche dieser Gläser wurden überhaupt nicht oder nur geringfügig veredelt. Häufiger 
war die weitere Bearbeitung durch Schliff oder Ätzung (auf die letztere Gruppe wird im 
zweiten Band eingegangen). 
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