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Volltext: Wiener Porzellan: Original, Kopie, Verfälschung, Fälschung

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Abb. 60. Zwerg aus Jacques Callbts „Varie figure Gcbbi", Reprodukticn aus: Thomas Schröder, 
Jacques Callot, Berlin 1972, S. 1100 
Die bunt bemalte Porzellanfigur eines Zwerges mit zwei Säbeln (Farbabb. 6, S. 22; Abb. 61) 
geht ebenfalls auf eine Callotsche Vorlage zurück (Abb. 60): „L’homme aux deux sabres 
dirige ä droite. II est en attitude de combat, la jambe droite portee en avant. De son bonnet, 
qu’on aperqoit ä peine, sortent deux plumes presque egales qui sont dirigees en arriere“ 
(Meaume 1860, S. 362, Nr. 758). Von der Kopfbedeckung, die ,,man kaum sieht“ („Qu’on 
apergoit ä peine“) und den beiden wegstehenden Federn ist beim Porzellan wieder nichts 
übriggeblieben. Der Modelleur der Figur schuf nach der in eine Richtung orientierten Graphik 
eine Rundplastik, die daher auch mit den Waffen den umgebenden Raum einbezieht. 
Anläßlich eines kurzen Aufenthaltes in Bremen entdeckte ich im Focke-Museum ebenfalls 
einen Callot-Zwerg mit zwei Waffen; im Katalog „Ausstellung der neuerworbenen Gläser 
sammlung Dr. Alexander Lehmann im Haus Riensberg des Focke-Museums“ (Reihe „Hefte 
des Focke-Museums”, Nr. 20) finden wir unter Katalognummer 51 auch den entsprechenden 
Hinweis: „51. Becher. Nürnberg, 2. Hälfte 17. Jahrhundert, Schwarzlotmalerei, Höhe 6,7 cm; 
Flußlandschaft mit Bäumen, Turm und Brücken. Vorne Groteskfigur eines Buckligen mit zwei 
Schwertern (nach Callot)”. 
In der Callot-Fachliteratur wird immer wieder das Isolierte der einzelnen Zwergenfiguren 
angesprochen: „Callot, der so virtuos die Menge von Personen zu bewältigen wußte, der 
noch bei den ‘Capricci’ und den ‘Balli’ mindestens zwei Mitwirkende der jeweiligen Szene 
benutzt hatte, hat die Buckligen isoliert in einen leeren Raum gestellt, ohne Bezug zu 
Dingen oder anderen Menschen ... Und die Ernsthaftigkeit, mit der sie, ohne Bezug auf ein 
Gegenüber, ohne ‘Schau’ zu machen, Absurdes, Vergebliches tun (Duell mit zwei Säbeln; 
auf dem Grill Gitarre spielen; mit verkrüppelten Beinen tanzen), gibt ihnen eine tragische 
Note“ (Schröder 1972, S. 1094). 
Erwähnenswert in diesem Zusammenhang scheint mir das Buch von E. Tietze-Conrat, 
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