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MAK

Full text : Wiener Porzellan: Original, Kopie, Verfälschung, Fälschung

Abb.  83.  Unterseite  der  Porzellangruppe  Abb.  82:
unterglasurblaue  gefälschte  Neapel-Marke  (N  mit
Krone)

Abb.  82.  Dreifigurengruppe  mit  Bettlerin,  Bettler  und
Kind;  Eckert  &  Co.,  Volkstedt,  Ende  19.  Jhdt.;  gefälschte ­
  unterglasurblaue  Neapel-Marke  (N  mit  Krone);  H
15,2  cm.  -  Wiener  Privatbesitz

der  Modellierung  und  die  Qualität  dieser  von  der  Forschung  bisher  unbeachteten  Porzellane
dokumentieren  (Abb.  86,  88).  Besonders  bemerkenswert  scheint  mir,  daß  viele  Details  nicht
gegossen,  sondern  händisch  modelliert  wurden:  die  Lappen  der  zerlumpten  Kleider,  die
zerrissenen  Gewandsäume,  aufgebogene  Hutkrempen.  Darin  finden  wir  enge  Beziehungen
zu  den  unbemalten  Zwergenfiguren  (Abb.  87,  88,  90,  91).  Zu  berücksichtigen  ist  bei  solchen
Vergleichen  allerdings,  daß  die  Zwerge  viel  kleiner  sind  als  die  Bettlerkinder.
Erst  kürzlich  faßte  ich  in  der  „Weltkunst”  die  Geschichte  und  das  Erzeugungsprogramm  der
Firma  Eckert  &  Co.  zusammen  (Neuwirth,  Thüringen  1979,  S.  259-260):
„Die  .Aelteste  Volkstedter’,  wie  man  sie  heute  allgemein  bezeichnet,  war  ein  Unternehmen,
das  im  Laufe  des  20.  Jahrhunderts  eine  ganze  Reihe  von  Porzellanfabriken  aufgenommen
hatte,  darunter  auch  die  Fabrik  .Richard  Eckert  &  Co.’  in  Volkstedt-Rudolstadt,  für  die  das
Markenzeichen  der  gekreuzten  Gabeln  nachweisbar  ist.  Die  älteste  uns  bekannte  Volkstedt-Rudolstädter
  Fabrik  wurde  1762  von  Georg  Heinrich  Macheleid  unter  dem  Landesherrn  Fürsten ­
  Johann  Friedrich  gegründet.  Ab  1767  war  Christian  Nonne  unter  Fürst  Ludwig  Günther
ihr  Pächter;  1797  verkaufte  der  damalige  Regent  Fürst  Ludwig  Friedrich  die  Fabrik  an  den
Prinzen  Ernst  Constantin  von  Hessen-Philippstal.  Dieser  gab  sie  bereits  zwei  Jahre  später,
1799,  an  Wilhelm  Heinrich  Immanuel  Greiner  und  Carl  Gottfried  Holzapfel  in  Rudolstadt  ab.
Die  ehemals  fürstliche  Manufaktur  firmierte  nun  unter  .Holzapfel  &  Greiner’  und  führte  anstelle ­
  der  Gabel  die  Marke  R  (diese  Daten  entstammen  dem  Buch  .Altthüringer  Porzellan’  von
Richard  Graul  und  Albrecht  Kurzwelly,  Leipzig  1909).  Nach  Ludwig  Danckert  (Handbuch  des
            
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