europäischen Porzellans, München 1978) waren Greiner, Stauch & Co. von 1815 bis 1860
die Besitzer der Fabrik, von 1861 bis 1875 Macheleid, Triebner & Co., von 1876 bis 1894
Triebner, Ens & Eckert, ab 1895 Richard Eckert & Co.
Im Jahre 1918 wurde die letztgenannte Fabrik der Weitesten Volkstedter’ einverleibt (als VEB
Älteste Volkstedter Porzellanfabrik AG, Abteilung Eckert). Interessant ist, daß Richard Eckert
bereits 1894 einige Marken zur Registrierung anmeldete, das Gründungsdatum der Firma
Richard Eckert & Co. allgemein aber mit 1895 angegeben wird (laut Adreßbuch der keramischen
Industrie, Coburg 1907).
,Nach mannigfachem Firmen- und Besitzerwechsel’, schreiben Graul-Kurzwelly 1909,
.zweigten sich in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts zwei Firmen ab: Eckert &
Cie. und Karl Ens. Die Mutterfabrik, in deren Besitz sich die alten Fabriksgebäude vererbt
haben, firmiert jetzt Älteste Volkstedter Porzellan-Fabrik’.
In der für uns wichtigen Zeit - Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts, als vermutlich
die meisten Fälschungen entstanden - führt das 1907 erschienene keramische Adreßbuch
folgendes Produktionsprogramm an: .Fabrikat in Hartporzellan: Feine Luxusartikel als Figuren,
Vasen, Jardinieren, Bonbonnieren, Kamingarnituren, Toiletteservice, Nippes, Weihkessel
etc.; ferner Zier- u. Prunkgefäße mit Alt-Meißener, Alt-Wiener, Alt-Volkstedter u. Berliner
Dekoren. Plattenmalerei, Elfenbeinminiaturen. - Malerei, Druckerei.’ Die Fabrik
beschäftigte 1907 immerhin 220 Arbeiter und besaß folgende Musterlager: .Gustav Greiner,
Berlin S. 14, Alexandrinenstraße 43 I; Albert Daudin, Paris, Rue de Paradis 35; Chr. Nestle,
London E.C., Hatton Garden 7; J. & F. Castadotfreres, Brüssel, RueSaint-Lazare62; Gustav
Györi, Wien I., Maysedergasse 16’ (Adreßbuch 1907, S. 36). Zu den Leipziger Messen stellte
die Fabrik im .Kaufhaus 144’ aus.
Zur Eingliederung einzelner Fabriken in die .Aelteste Volkstedter Porzellanfabrik A.-G.’ berichtet
die 1928 erschienene Publikation ,Das Porzellan- und Glasgeschäft heute und
morgen’ (Bamberg 1928, S. 188-191):
.... Im Jahre 1913 erfolgte die Angliederung der von Max Adolf Pfeiffer gegründeten
.Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst’ an die Volkstedter Porzellanfabrik. Die
Pflege moderner Formen, figürlicher und Gefäßbildungen, ist Hauptaufgabe dieser Abteilung
... Im Jahre 1918 wurde als weiteres Glied die ehemalige Rieh. Eckert & Co. AG. mit der Volkstedter
Porzellanfabrik vereinigt. Feines Luxusporzellan im Sinne des 18. Jahrhunderts, der
beliebte Genre Capo di monte, Louis-Seize-Formen und -Dekore, sind das besondere Herstellungsgebiet
dieser rührigen Firma, die weit über Deutschlands Grenzen hinaus Ruf und
Ansehen genießt. Hochentwickelte Miniaturmalerei auf Elfenbein- und Porzellanplatten, Vasenmalereien
im Stile Watteaus bezeugen die hohe Qualität der Arbeiten dieser auf einen
alteingesessenen Arbeiter- und Künstlerstamm gestützten Firma. - Als viertes Werk wurde
im Jahre 1920 die ehemalige Firma Dressei, Kister & Co. angegliedert. Diese malerisch am
Zusammenfluß von Donau und Inn gelegene Fabrik befaßt sich mit der Herstellung feiner
Zier- und Kunstporzellane — wie die Abteilung Eckert im Sinne des 18. Jahrhunderts —, mit
der Neuherausgabe historischer Porzellane der ehemaligen Höchster Porzellanfabrik, deren
alte, echte Gebrauchsformen in ihren Besitz übergingen und - in letzter Zeit - mit der
moderner Plastiken in Scharffeuerfarben ...’
In einer vermutlich kurz nach 1935 erschienen Publikation (Bücherei der Warenkunde für
Einkäufer und Verkäufer, Band 2, Porzellan, 1. Auflage 1935) wird die .Älteste Volkstedter
Porzellanfabrik A.-G. Rudolstadt-Volkstedt’ erwähnt und die ihr angeschlossenen Fabriken:
Abteilung Eckert, Rudolstadt-Volkstedt; Dressei, Kister & Cie., Passau; Mann & Porzelius,
Unterweißbach; Rudolph Heinz & Co., Neuhaus; S. Bergmann jun. & Co., Neuhaus;
Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst GmbH, Rudolstadt-Volkstedt. Inzwischen
sind dem Unternehmen bis heute weitere Fabriken angeschlossen worden.
Bemerkenswert ist die vorhin erwähnte Hinwendung der an die .Aelteste Volkstedter angegliederten
Firmen Rieh. Eckert & Co. und Dressei, Kister & Cie. zu historischen Formen. Eine
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