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Full text: Wiener Porzellan: Original, Kopie, Verfälschung, Fälschung

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Abb 127 Gruppe musizierender Kinder, nach einem 
Meißener Modell des 18. Jhdts. von Carl Thieme, Pot- 
schappel bei Dresden, vermutlich gegen Ende des 19. 
Jhdts. ausgeführt; gefälschter unterglasurblauer Bin 
denschild, goldendes Monogramm CT (= Carl Thieme) 
auf der Glasur; H 17,5 cm. - Wiener Privatbesitz 
Abb. 128. Marke der Porzellangruppe Abb. 127: 
gefälschter unterglasurblauer Bindenschild, goldenes 
Monogramm CT (= Carl Thieme) auf der Glasur 
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Abb. 129. Marke der Porzellanfigur Abb. 130: gefälsch 
ter unterglasurblauer Bindenschild, Ritzzeichen 4, 
bez.: ,,N 774 His” 
Meißen mit Vorsicht zu beurteilen. Eine im Budapests Ernst-Museum (Kat. Budapest 1925 
Nr 179 Tat 42) versteigerte Gruppe war angeblich Wiener Provenienz und 1848 (.) nach 
einem Meißener Modell entstanden; aber auch sie ist als Vorbild für unsere Fa |s chung kaum 
anzusprechen, da die erwähnten Meißener Modelle der Sammlungen Grauer und Pannwi z 
dieser Gruppe (Abb. 126) viel ähnlicher sind. Diese ist - mit 10 cm - wesentlich niedriger als 
die Meißen zugeschriebenen Gruppen (12,7 cm) bzw. die stark abweichenden Wiener 
De?Meißener Firmenkatalog des Jahres 1966 gibt die Höhe der Gruppe ' 3 
Die Fälschung (Abb. 125, 126) ist eindeutig als solche zu klassifizieren. Sie ist mit einem 
relativ großen, unterglasurblauen Bindenschild von auffallend schraggesteNter Form 
versehen (Abb. 125), trägt eingepreßt die Zahl 804, eingeritzt ein unregetoiaß|es’ ^ 
der Glasur die Zahl 814 und in Unterglasurblau jenes aus zwei gekreuzten S bestehende 
Zeichen am rechten Rand, das eine der vielen Fabriksmarken von Samson, Paris, darstellt 
Sowohl die Form des Bindenschildes als auch die Anbringung der Zahlen '^ r e chtes Wiene^ 
Porzellan atypisch, und durch das Samson-Zeichen erübrigt sich ohnehin jede weitere 
BnTfünffigurige, bunt staffierte Gruppe (Abb, 127) hat ebenfalls ein Meißener Modell zum 
Vorbild. Dieses wird vom Auktionskatalog der Sammlung Fischer (Slg Fischer 19o6 Nr 948 
S 143) folgendermaßen beschrieben: „Gruppe. Kinderquartett. Auf goldgehohtem mit 
Blumen belegtem Rocaillesockel sitzen und stehen vier reizend kostümierte Knaben, Violine, 
Flöte, Gitarre und Violoncell spielend. Darüber in erhöhter und bewegter Stellung ein Knabe 
als Kapellmeister, den Taktstock schwingend. Trefflich modelliertes Stuck . Diese 15 cm 
180
	        
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