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Abb.201. Marschall Lacy; ErnstWahliss, Wien, Anfang
20. Jhdt.; eingestempelte und blau nachgezogene
Wahliss-Marke (vgl. Abb. 202), eingestempelt: Wahliss
170 5 + ; H 18,2 cm. - Wiener Privatbesitz
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Abb. 202. Unterseite der Porzellanfigur Abb. 201:
eingestempelte und blau nachgezogene Wahliss-
Marke (Originalhöhe des Bindenschilds mit Krone:
22 mm); eingestempelt: Wahliss 170 5 +
tur hergestellt, mit der alten Wiener Marke und dem Firmenzeichen versehen”; die Gruppen
„Justitia” (Biskuit), „Urteil”, „Würfelspiel”, „Jünglingsalter”, „Greisenalter”, „Duett”,
„Spanisch”, „Faß mit Kindern” sowie runde und ovale Körbe.
Auf der „Ausstellung österreichischer Kunstgewerbe 1909-1910” (Kat. Wien 1909/10,
S. 205-210), die ebenfalls im österreichischen Museum stattfand, zeigte Wahliss „Porzel
lanwaren”, die zum Teil vermutlich nach alten Wiener Modellen gestaltet worden waren. Ne
ben den figuralen Porzellanen „Urteil des Paris”, „Gärtner” und „Gärtnerin”, den Gruppen
„Würfelspiel”, „Bestrafter Amor” und „Faß mit Kindern” war auch eine Anzahl von
Soldatenfiguren und Persönlichkeiten des Kaiserhauses vertreten; „Kaiser Franz Josef”,
„Radetzky”, „Stabsmajor”, „Infanterist”, „Pionier”, „Hofgendarm”, „Deutsche Garde”,
„General Laudon”, „Marschall Daun”, „Marschall Lacy”, „Erzherzog Karl”, „Fähnrich”,
„General”, „Husar”, „Ungarischer Infanterist” - Figuren, die zum Preis von 40 bis 51 Kronen
angeboten wurden.
Wahliss nahm nicht nur die Alt-Wiener Modelle in seine Produktion auf, sondern verwendete
auch den Wiener Bindenschild in seiner Firmenmarke: dieser Bindenschild wurde mit einer
spitzzackigen Krone und den Buchstaben E W versehen (E = Ernst, W = Wahliss). Diese
Marke, eingepreßt und nachträglich in Blau nachgezogen (Abb. 202) trägt die Figur des
„Marschall Lacy” (Abb. 201), die auf der vorhin genannten Ausstellung im Winter 1909/10 zu
sehen war. Die eingepreßte Zahl 170 ist vermutlich eine Modellnummer.
Die Identifizierung der Soldatenfiguren bei Wahliss und Augarten ist deshalb einfach, weil sie
meist am Sockelrand die Bezeichnung der Charge sowie eine Jahreszahl tragen, die auf jene
Zeit verweist, in der die jeweilige Uniform aktuell war. Auch die Wahliss-Figur (Abb. 201) trägt
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