MAK

Volltext: Wiener Porzellan: Original, Kopie, Verfälschung, Fälschung

/ 
Kl1tfcl-Twnm>t(r)8Sl 
Abb. 210. Stabstrompeter, Wiener Porzellanmanufak 
tur Augarten; unterglasurblaue Augartenmarke, einge 
ritzt: 88; 67 in Braun und Grau auf der Glasur (6 Braun, 
7 Grau); H 19,3 cm, - Wiener Privatbesitz 
Abb. 211. Dragoner, Wiener Porzellanmanufaktur 
Augarten; unterglasurblaue Augartenmarke, in Dun 
kelgrau auf der Glasur: 67, eingeritzt: 65; H 18,5 cm. - 
Wiener Privatbesitz 
ist die Übereinstimmung bemerkenswert. Unterschiede ergeben sich eigentlich nur in Staffie- 
rungsdetails: wieder ist der Wiener Sockel (Abb. 203) braun und grün bemalt, den Sockel 
der Augarten-Figur schmückt eine Wiener Goldbordüre (Abb. 204). Der goldene Doppeladler 
auf der umgehängten Tasche fehlt beim Augarten-Soldaten, Details der Kopfbedeckung sind 
verschieden ausgeführt. Zu berücksichtigen ist außerdem, daß Teile des Gewehrs fehlen 
(Abb. 203). Es wäre aber durchaus möglich, daß die beiden Figuren zu verschiedenen Zeiten 
nach derselben Form angefertigt wurden. Beim Ritzzeichen 63 auf dem Augarten-Porzellan 
könnte es sich wieder um eine Modellnummer handeln, die überglasurbraune Ziffer 5 ist ver 
mutlich die Nummer des Staffierers (in diesem Fall könnte es sich um einen der ersten Maler 
der Manufaktur Augarten, Wilhelm Mudra, handeln). 
Auffallend ist, daß die Soldaten der Manufaktur Augarten im Firmenkatalog von 1926 nicht 
aufscheinen; außerdem sind die niedrigen Modellnummern ungewöhnlich. Wir stellten zwar 
bereits fest, daß die beiden Callotto-Zwerge (s. S. 155) die Nummern 100 und 101 trugen, die 
se waren 1926 jedoch bereits in 1000 und 1001 umgewandelt worden. Es liegt daher die 
Vermutung nahe, daß die Soldaten zu den ersten, frühesten Modellen gehörten, die durch 
Augarten unmittelbar ab 1923 ausgeführt wurden. 
Artillerist, Dragoner und Stabstrompeter (Abb. 208-211) stammen nach der Datierung ihrer 
Uniform aus den Jahren 1630 bis 1683, nach der Ausformung in Porzellan aus den zwanziger 
Jahren des 20. Jahrhunderts. 
Dem Artilleristen (Abb. 208) der Manufaktur Augarten, laut Inschrift am Sockelrand hinten in 
einer Uniform von 1647 dargestellt, fehlt die Waffe in der erhobenen linken Hand. Das Ritz 
zeichen 87 bedeutet vermutlich die Modellnummer. Besonders beachtenswert ist der einge- 
235
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.