TAUBE, TRAPPE UND PFAU MIT GEFÄLSCHTEM BINDENSCHILD
Auch Tierfiguren aus Porzellan wurden mit dem gefälschtem Wiener Bindenschild versehen.
Dazu gehört eine Taube aus Porzellan mit Metallmontierung (Farbabb. 10, S. 25), eine
Trappe (Farbabb. 9, S. 24) und ein kleiner Pfau, der offenbar nach einem Meißener Vorbild
entstand (Abb. 270, 271).
Die Taube trägt am Sockelrand einen unterglasurblauen Bindenschild. Ein Klebeetikett auf
der Montierung ist folgendermaßen beschrieben: ,,525 BE Pfund 250”. Laut Inventareintra
gung wurde das Tier 1906 in Rom erworben. Ähnlich wie die bereits erwähten Samson-Imita
tionen (s. S. 253 ff.) kaufte das österreichische Museum für angewandte Kunst auch dieses
Objekt bewußt als Imitation an.
Das weiß glasierte Porzellan ist bunt staffiert: braun die Federn des Vogels, gelb und rotbraun
der (angeklebte) Schnabel.
Die Trappe (Farbabb. 9, S. 24) ist nicht höher als 13,2 cm; sie wurde ebenfalls mit einem ge
fälschten, unterglasurblauen Bindenschild versehen, der hinter dem rechten Fuß am Sockel
rand in der Farbabbildung teilweise sichtbar ist.
Weder die Taube noch die Trappe ist mir als Modell der Wiener Porzellanmanufaktur be
kannt.
Der kleine Pfau (Abb. 270) lehnt sich stark an ein Meißener Modell an (Abb. 271). In der
Meißen-Fachliteratur finden wir immer wieder Abbildungen von Pfauen (Albiker 1935,
Taf. XXXIV, Nr. 142; Hackenbroch 1956, PI. 12, Fig. 13).
Abb. 270. Pfau, nach einem Meißener Vorbild des 18.
Jhdts.; gefälschter unterglasurblauer Bindenschild;
H 6 cm. - Wiener Privatbesitz
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