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Full text: Wiener Porzellan: Original, Kopie, Verfälschung, Fälschung

Zum festen Bestand der ,,Dubsky-Serie” Augartens gehören zwei Flötenvasen: jene mit dem 
fliegenden und jene mit dem sitzenden Vogel (Abb. 293-297). 
Beide Vasen stellten offensichtlich Du Paquier vor nicht geringe Probleme: allein die Größe 
(25,3 bzw. 24,3 cm) bedingte bei der Dickwandigkeit des Porzellans gewisse Schwierig 
keiten. Der Unterschied in der Schwere des Porzellans im Vergleich zu Augarten ist natürlich 
noch deutlicher als bei kleineren Vasen. Unreinheiten der Glasur, leicht graue, wolkige Ober 
fläche, Brandrisse sind für den Sammler gleichzeitig Beweise für die Echtheit, noch dazu, 
wenn sie den Maler dazu bewegen, sie zu kaschieren. Daß die Bodenangabe direkt über der 
umlaufenden Linie am Fuß beginnt und der Schwanz des fliegenden Vogels über die Linien 
unterm Mundrand gemalt ist (Abb. 293), all dies ist bedingt durch Fehler des Porzellans, die 
dadurch verdeckt werden. 
Die Form wurde durch Augarten vor allem hinsichtlich des Ausschwingens zum Fuß hin ver 
ändert. Der Dekor der Wandung (Abb. 294) ist, neben der öfter bereits festgestellten stärke 
ren Stilisierung, besonders hinsichtlich der Bodenzone, die wie eine Insel über dem Fuß 
schwebt, und des fliegenden Vogels, der ohne Zusammenhang mit den Linien des Mundran 
des über den Blütenzweigen schwebt, bemerkenswert. Auch bei der Vase mit dem auf einer 
Blüte sitzenden Vogel (Abb. 295, 296) sind dieselben allgemeinen Veränderungen feststell 
bar; der Boden bei der Du-Paquier-Vase ist zwar ebenfalls wie eine Insel angegeben, beginnt 
jedoch knapp über dem Fuß, während er bei der Augarten-Vase höher angesetzt ist. 
Die Veränderungen in Detail- und Binnenzeichnung wird bei zwei Abbildungen (Abb. 
272-275) besonders deutlich: im allgemeinen wird die stärker malerische, fast impressioni 
stisch hingetuschte Malerei des Du-Paquier-Dekors in eine stärker graphische, lineare 
Zeichnung der Augarten-Dekore umgewandelt. 
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Abb. 298. Henkeltasse, blau bemalt, verglühtes (ein 
mal gebranntes, unglasiertes) Porzellan; Wiener Por 
zellan, um 1750-60; Bindenschild und Blaumalernum 
mer 2 in Blau aufgemalt; H 6 cm. - OMAK Inv. Ke 2813 
306
	        
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