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Volltext: Wiener Porzellan: Original, Kopie, Verfälschung, Fälschung

DECKELDOSEN DER FIRMA THIEME/POTSCHAPPEL BEI DRESDEN UND ANDERER 
FABRIKEN 
Den zahlreichen Deckeldosen mit gefälschtem Wiener Bindenschild (Abb. 338 ff.) sei eine 
echte Wiener Dose (Abb. 337) vorangestellt. Die bauchige Form mit zwei Henkeln und 
Früchteknauf trägt als Dekoration bunte Blumenmalerei auf der Wandung, eine Goldbordüre, 
sowie purpurgehöhte Rocaillen auf den Henkeln. Die purpurne Malernummer 30 bezeichnet 
wahrscheinlich Andreas Hagel, der von 1762 bis 1787 an der Wiener Porzellanmanufaktur 
nachweisbar ist. Bindenschild und andere Zeichen sind ebenso wie Form und Dekor 
eindeutig der Wiener Manufaktur zuzuordnen. 
Aus dem späten 19. Jahrhundert, vielleicht schon aus dem 20. Jahrhundert, stammt eine An 
zahl von Deckeldosen, die der bereits ausführlich erwähnten Firma Carl Thieme in 
Potschappel bei Dresden (s. S. 239 ff.) zugeschrieben werden können. 
Die Kennzeichnung dieser Dosen besteht aus dem gefälschten, unterglasurblauen Binden 
schild, dem manchmal ein goldenes Monogramm CT auf der Glasur beigegeben ist (Abb. 
342, 346, 347). Eine solche Monogrammsignatur ist auf echtem Wiener Porzellan nir 
gends zu finden; sie ist auch nicht leicht lesbar, und man könnte das CT ohne weiteres mit JC 
verwechseln, was mir anfangs tatsächlich passierte. Überflüssig zu wiederholen, daß Thieme 
weder den Bindenschild noch das CT-Monogramm markenrechtlich registrieren ließ, 
hingegen sehr wohl eine Reihe anderer Fabriksmarken ordnungsgemäß anmeldete, die die 
Firma offiziell führte. 
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Abb. 338. Deckeldose; Carl Thieme, Potschappel bei Dresden, spätes 19. oder 20. Jhdt.; gefälschter unterglasurblauer 
Bindenschild, goldenes Monogramm CT auf der Glasur; H 9,3 cm. — Wiener Privatbesitz 
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