Abb. 402. Zuckerdose mit Abziehbild und Malerei; ge
fälschter unterglasurblauer Bindenschild; H 8,3 cm. -
Wiener Privatbesitz
Abb. 403. Markeder Zuckerdose Abb. 403: gefälschter
unterglasurblauer Bindenschild
Service (Abb. 401) trägt die übliche, genaue Kennzeichnung durch die blaue Augartenmarke,
zu der noch die bekannte rote Achteckmarke der Manufaktur kommt, und schließlich die
Dekornummer 5366 - „Chinesenfiguren in Massivgold” lautet dafür die Dekorbeschreibung
Augartens.
Vergleichbare Henkelformen wiesen jene Vasen und Deckeldosen (Abb. 407) auf, die auch
später immer wieder imitiert wurden. Die meist an der Schulter der Gefäße mit einem
stilisierten Blatt ansetzenden Henkel bilden zuerst eine Horizontale, bevor sie in sanftem
Schwung eine meist vierkantige Handhabe formen, die am Vasen- oder Dosenkörper weit un
ten endet. Während die entsprechenden Vasen aus Gründen ikonographischer Vergleiche
später behandelt werden (s. S. 411), soll auf die Deckeldosen jetzt eingegangen werden.
Die Altwiener Deckeldose (Abb. 407) trägt den Jahresstempel 804 und ist zumindest
hinsichtlich der Form eindeutig noch in die Sorgenthal-Periode einzuordnen; ob auch die Be
malung aus dieser Zeit stammt, ist nicht mit Sicherheit feststellbar, da viele weiß glasierte
Porzellane erst Jahre später dekoriert wurden. Die in breiten Zonen abwechselnd porzellan
weiß und blau unterteilte Gefäßwandung trägt Reliefgolddekor. Ränder, Knauf und Henkel
sind ganz vergoldet. Gegenüber der Altwiener Form ist die Augarten-Deckeldose (Abb. 406)
um etwa 4 cm niedriger. In der Gesamtheit formverwandt, sind doch deutliche Unterschiede
insofern augenfällig, als etwa die Henkel bei der Wiener Dose um 1804 (Abb. 407) auf der ein-
gezogenen Schulter sitzen, während die gewölbte Form der Dose Augartens (Abb. 406) keine
eingezogene obere Zone unterm Mundrand aufweist und die Henkel daher an der Wandung