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Abb. 530 - 531. Zwei kleine Deckelvasen; gefälschter unterglasurblauer Bindenschild, H 18,8 bzw. 18,9 cm.
Privatbesitz
Zu Tausenden wurden jene kleinen Vasen (Abb. 530, 531) erzeugt, die vielleicht noch die
Grundform annähernd mit Wiener Porzellan gemeinsam haben, in Stil, Dekor und Technik je
doch völlig von diesem abweichen. Der unterglasurblaue Bindenschild im Postament zweier
Deckelvasen (Abb. 530, 531) ist ohne Zweifel gefälscht. Stilistisch sind die Puttendarstellun
gen der Postamente und die figuralen Szenen auf den Vasenwandungen für echtes Wiener
Porzellan undenkbar. Bis auf die ausgesparten, bunten Szenen sind die Vasenwandungen
mit hell- und dunkellila Fond versehen; die Henkel, Ränder, Knäufe sind wie üblich verqol-
det.
Eine kleine Deckelvase auf Postament ist stilistisch den beiden vorangegangenen vergleich
bar; der Fond in Hell- und Dunkellila, der Golddekor, die hellblauen Emailpünktchen und die
schlecht auf der Glasur haftende Golddekoration charakterisieren sehr gut diese Art von
Massenware. Die bunte Malerei auf der Wandung (Abb. 532) ist mit „Herr” signiert, hat aber
mit dem berühmten Figuren- und Historienmaler gleichen Namens an der Wiener Porzellan
manufaktur natürlich nichts zu tun.
In dieselbe Kategorie gehören zwei weitere Deckelvasen (Abb. 533) mit Abziehbilddekor im
Oval der Wandungen, gestempelten Goldmotiven; die charakteristische Farbgebung der ab
wechselnd grünen und roten Felder verweisen auf Böhmen als Herstellungsort. Die binden
schildähnliche Marke mit Punkt ist in Blau auf die Glasur gestempelt. Henkel und Säume sind
reich vergoldet.
Mit 27,3 cm (Abb. 534) bzw. 20,5 cm (Abb. 535) sind die beiden folgenden Vasen etwas größer
als die vorhergehenden. Die kleinere Vase (Abb. 534) ist mit einem gefälschten Bindenschild
in Blau auf der Glasur gekennzeichnet; die Dekoration - ein stark übermaltes Abziehbild -
ist durch kräftige Weißhöhungen bzw. weiße Emailpünktchen charakterisiert.
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