£
mM
JJr
Jr
Spielerei
Sc/i inu ck u 1
Abb.549. UnterseitederVaseAbb.551:eingestempel- Abb.550. UnterseitederVaseAbb.552: eingestempel
ter, in Blau nachgezogener gefälschter Bindenschild, ter, in Blau nachgezogener gefälschter Bindenschild,
eingestempelt: „4 5206 11”, bez. „Spielerei” eingestempelt: „4 5206 11”, bez. „Schmückung”
Mit allegorischen Mädchenfiguren - laut Bezeichnung auf der Sockelunterseite „Spielerei”
und „Schmückung” (Abb. 549, 550, 551,552) sind zwei Vasen bemalt. Der eingepreßte, mit
blauer Farbe nachgezogene gefälschte Bindenschild, die eingepreßten Buchstabenkombina
tionen „4 5206 11 ” charakterisieren diese beiden Vasen als Porzellane, die unmöglich in der
Wiener Manufaktur entstanden sein konnten. Dazu kommt noch die Vasenform mit den beson
ders auffallend gestalteten Henkeln - offenbar eine typische Form des Historismus. Neben
der bunten Malerei, aus grünem Fond ausgespart, sind große Teile der Vasen und des Posta
ments (Vasenhals, Henkel, Fuß usw.) vergoldet bzw. mit Reliefgolddekor angereichert.
Auf den Malereien finden wir in Braun die Signatur „Johner”. Unsigniert ist ein eiförmiges,
metallmontiertes Deckelgefäß, dessen eiförmige Wandung zwei Mädchen in bunter Malerei
sowie Blumen und Früchte - aus dem goldenen Grund ausgespart - zeigt. Sockel und
Vasenfuß sind grün glasiert. Gegenüber dem gefälschten unterglasurblauen Bindenschild
befindet sich auf der Sockelunterseite auch die schwarze Bezeichnung „Geheimnis”
(Abb. 553, 554) in einem Schriftduktus, der der Echtheit dieses Porzellans ebenso wider
spricht wie Stil und Ikonographie der Malerei.
Mit der goldenen Signatur „Johner” ist eine Uhr mit Metallgehäuse und -werk versehen.
Kuppel, Säulchen, Platten und Sockel bestehen aus bunt bemaltem Porzellan mit Reliefgold
dekor. Außer den auf den Platten hinten eingepreßten Nummern 351 und 307 weist das Por
zellan dieser Uhr keine weiteren Kennzeichen auf (Farbabb. 29, S. 42; Abb. 555), sodaß wir
leider auch hier keinen Hinweis auf eine bestimmte Porzellanfabrik vorfinden.
446