infolge der Auflösung der Zwischenschicht von selbst von der Farbe ab. Der fertig bedruckte
Gegenstand wird aus dem Wasser gehoben und an einem staubfreien Orte zum vollkomme
nen Austrocknen aufbewahrt.
Wenn dies erfolgt ist, werden die Gegenstände der Reihe nach durchgesehen und etwaige
Mängel in der Zeichnung durch Handmalerei ausgebessert. Auch kann man gewisse Farben
noch in das Bild hineinmalen. Dies geschieht besonders häufig mit dem Gold, da man dieses
kostbare Metall nicht gern mit der Presse aufdruckt, indem hierbei leicht Verluste stattfinden
können.
Das Abziehen der Bilder wird sehr erleichtert, wenn man an Stelle des mit Kleister, Gummi,
Dextrin usw. bestrichenen Papieres zur Herstellung der Buntdrucke das sogenannte Kollo
diumpapier verwendet. Man kann dieses Papier leicht selbst anfertigen, indem man das
Druckpapier in der schon früher angegebenen Weise mit Gummi, Kleister usw. überzieht und
nachdem dieser Überzug trocken geworden ist, auf denselben noch einen Überzug von
elastischem Kollodium gibt. Man stellt das hierfür dienende Kollodium her, indem man in dem
käuflichen Kollodium, welches gewöhnlich 4% Schießbaumwolle enthält, auf 100 Teile noch
100 Teile sehr starken Alkohol fügt, welchem 4 Teile Rizinusöl und 8 Teile Kanadabalsam zu
gesetzt wurden. Man färbt überdies das Kollodium durch Zusatz einer kleinen Menge einer
Teerfarbe, um es später dann deutlich zu sehen. Das Drucken findet dann in der schon be
schriebenen Weise statt und kommen hierbei die Farben auf die Kollodiumschicht zu liegen.
Das Abziehen der Bilder geschieht auf folgende Art:
Man bringt das Papier in Wasser und löst sich sehr bald das Kollodiumhäutchen, auf welchem
die Farben liegen, ab. Sobald man wahrnimmt, daß diese Trennung eintritt, bringt man den
Porzellangegenstand ebenfalls unter das Wasser, legt das Papier auf den Gegenstand und
kann dann leicht dasselbe von der Kollodiumschicht wegziehen, die mit den Farben auf dem
Porzellan zurückbleibt. Es bietet dieses Verfahren den doppelten Vorteil, daß sich einerseits
das Papier leicht und sicher abziehen läßt, ohne daß man ein Einreissen desselben zu be
fürchten hätte, und anderseits sieht man durch das durchsichtige Kollodiumhäutchen deut
lich die Farben, so daß es hierdurch leicht ist, das Bild genau an jene Stelle zu bringen, an
welcher es erscheinen soll. Bei dem nachfolgenden Einbrennen der Farben verbrennt das
Kollodiumhäutchen ohne Rückstand.
Das Kollodiumverfahren eignet sich auch zur Übertragung von Golddruck und wird dieser in
der Weise ausgeführt, daß man jene Stellen, welche vergoldet erscheinen sollen, mit einem
Gemische aus Eisenoxyd, Wismuthoxyd und Kienruß bedruckt und auf die klebrige Masse die
Goldblätter auflegt, sowie dies beim Vergolden geschieht. Der Überschuß an Gold wird,
nachdem der Firnis vollständig ausgetrocknet ist, weggewischt.
Der Aluminiumdruck (Algraphie)
In neuerer Zeit hat man das Verfahren der Lithographie in einer für die Arbeit sehr bequemen
Weise abgeändert, und zwar in der Art, daß man anstatt das abzudruckende Bild, bezie
hungsweise die verschiedenen Farben bei mehrfarbigen Bildern auf lithographischen Stei
nen auszuführen, dasselbe auf Platten aus Aluminium herstellt. Man bezeichnet dann das
Verfahren als .Algraphie’ und hat dasselbe der Lithographie gegenüber den Vorzug, daß die
Aluminiumplatten eine geringe Dicke haben und auch das Gewicht derselben nicht größer ist,
als jenes gleichdicker Glasplatten, während die lithographischen Steine bekanntlich eine be
deutende Dicke und ein großes Gewicht haben und überdies der Gefahr ausgesetzt sind, bei
unvorsichtiger Behandlung in der Presse zu zerspringen, ein Vorkommen, welches bei den
Aluminiumplatten nicht zu befürchten ist.
Die Vorbereitung der Aluminiumplatten für den Druck hat viele Ähnlichkeit mit jener, welche
bei den lithographischen Steinen angewendet wird; ebenso wird die Zeichnung auf der Alu
miniumplatte in ähnlicher Weise ausgeführt. Das Ätzen der Aluminiumplatten erfolgt aber in
495