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Full text: Wiener Porzellan: Original, Kopie, Verfälschung, Fälschung

ORIGINALREZEPTE DER WIENER PORZELLANMANUFAKTUR 
Im Wiener Finanzarchiv befindet sich ein Separatfaszikel aus dem Nachlaß der Wiener Por 
zellanmanufaktur, der vor allem Unterlagen technischen Inhalts umfaßt. Den wichtigsten Be 
stand bilden die Originalrezepturen der Wiener Porzellanmanufaktur, niedergeschrieben 
vermutlich nach 1815, aber auch ältere Rezepturen umfassend. Die Niederschrift selbst ist 
undatiert, doch ergeben sich aus manchen Textteilen Anhaltspunkte für die Datierung nach 
1815: bei den Rezepturen der ,,Massa=Mischungen” (S. 545) werden die entsprechenden 
Mischungen „von 9. August 1798 bis 1. Juni 1801 ”, „Vom 1. Juli 1801 bis 9. Jänner 1804”. 
„Von 9. Jänner 1804 bis 1815” sowie „Von 1815 bis” angeführt. Das Jahr 1815 ist das letzte 
genannte Datum. Die Rezepturen selbst bestehen aus Zeichen oder Abkürzungen; wäre 
nicht ein Abkürzungsschlüssel erhalten, könnten wir vermutlich die Rezepte heute nicht mehr 
entziffern. 
Im folgenden werden die bereits entschlüsselten Rezepturen wiedergegeben, vorab die Zei 
chenerklärung. Darin nicht enthaltene Abkürzungen bedeuten: Gwth = Gewichtstheile, U = 
Unzen, Lth = Loth, =» = Dukaten. Ungeklärte Abkürzungen sind: KS (Kobaltschmalte?), 
Klee + Kap, B, f.K.S. (= feine Kobaltschmalte?), Ord. KS (= ordinäre Kobaltschmalte?), fl. 
KS (= flüssige Kobaltschmalte?), Lern (= Lehm?), Lub. K.ox. 
Bei nicht entzifferbaren oder nicht eindeutig auflösbaren Abkürzungen wurden Fragezeichen 
gesetzt. 
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