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Volltext: Wiener Porzellan: Original, Kopie, Verfälschung, Fälschung

g) Stilmerkmale als Kriterien zum Erkennen einer Fälschung sind oft sehr ergiebig, anderer 
seits zur Beweisführung einer Fälschung sehr schwierig zu handhaben. Fälscherfirmen 
kennzeichneten nämlich meist ihre eigene Produktion, die mit dem Wiener Porzellan stili 
stisch nicht das geringste zu tun hatte, mit dem gefälschten Wiener Bindenschild. Wir 
können hier nur den negativen Beweis anführen, daß es solche Porzellanfiguren, Dekora 
tionen, Farben usw. in der Wiener Manufaktur nie gegeben hat 
h) rein technische Kriterien sind ebenfalls mit Vorsicht zu handhaben. Umdruckverfahren 
und Photographie auf Porzellan waren der Wiener Manufaktur bereits bekannt, allerdings 
nicht in jenem Umfang, in dem die große Industrie der Abziehbilder im späteren 19. und 
frühen 20. Jahrhundert die keramische Dekoration bestimmte. Charakteristisch für 
Wiener-Porzellan-Fälschungen sind ferner reiche, gestempelte Golddekorationen, die 
nur oberflächlich kostbare Malerei Vortäuschen können. Brandrisse, Glasurfehler, 
stehengebliebene Formnähte, rauhe Stellen von Brandstützen usw. können bei echten 
wie bei gefälschten Porzellanen Vorkommen. Als Fälschungskriterium ist allerdings 
manchmal das „Wie”, die besondere Art und Weise des Auftretens solcher Fehler, zu be 
urteilen. In ihrem charakteristischen Erscheinungsbild sind sogar technische Mängel oft 
manufakturspezifisch. 
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