RICHTLINIEN FÜR DIE PUBLIZIERUNG DER MITARBEITERKENNZEICHEN
(s. S. 553)
Um unrichtige Schlußfolgerungen möglichst zu vermeiden, publiziere ich die verschiedenen
neu erarbeiteten Listen nach einem einheitlichen System. In der Reihenfolge steht zuerst die
Nummer bzw. der Buchstabe, dann der Name des Künstlers, schließlich die Zeitangabe,
wann das Kennzeichen für eben diesen Künstler nachweisbar war und zuletzt in Klammer die
Zeitangabe, wann der Künstler an der Manufaktur nachweisbar war. Arbeitszeit an der
Manufaktur und Gültigkeitsdauer einer bestimmten Nummer sind in den seltensten Fällen
identisch und müssen daher streng voneinander getrennt werden.
Manchmal finden wir in den Zahlungslisten noch einen bestimmten Betrag in einem Jahr ein
gesetzt, in dem der Künstler nachweislich bereits tot war. Vermutlich handelt es sich hier um
Restguthaben oder Zahlungen, die vielleicht an seine Nachkommen gingen.
Da die Auflösung der Wiener Manufaktur sich über die Jahre 1864 bis 1866 hinzog, sind An
gaben auch über die Jahre nach 1864 erklärlich.
Ein alphabetisches Namensregister am Ende der vorliegenden Publikation soll das schnelle
Auffinden eines bestimmten Namens ermöglichen. Da auch in den zeitgenössischen Doku
menten verschiedene Schreibweisen eines Namens Vorkommen, wurden alle Schreibwei
sen angegeben (die weniger üblichen stehen in Klammer). Bei manchen in den Akten un
deutlich geschriebenen Namen sind Transkriptionsfehler manchmal unvermeidlich.
Folnesics-Braun transkribierten „Wörth” anstatt „Mörth”, Gwandtner” anstatt
„Gmandtner”, und auch ich werde diesen Fehlerquellen sicht nicht völlig entgangen sein;
Irrtümer werden jedoch bei einer Neuauflage sofort korrigiert. Schwierigkeiten ergaben sich
auch dadurch, daß zahlreiche Mitglieder einer einzigen Familie an der Manufaktur tätig waren
und daß bei Gleichnamigkeit von Vater und Sohn (nicht immer mit „sen.” bzw. „jun.” oder
„Vater” bzw. „Sohn” nach dem Namen bezeichnet) Irrtümer entstehen können. Außerdem
waren sich nicht einmal die Buchhalter oder die anderen Federführenden der Manufaktur
über die Vornamen der Künstler immer einig, ob diese nun Ferdinand oder Friedrich lauten
sollten, Johann oder Joseph usw. Besondere Probleme ergeben sich aus der Gleichnamig
keit von Vater und Sohn, wenn diese auch die gleiche Kennzeichnung (Nummer, Buchstaben)
führten.
Weiters muß ich darauf hinweisen, daß die vorliegende Publikation nur jene Mitarbeiter der
Wiener Manufaktur erfaßt, die durch eine Kennzeichnung durch Nummern oder Buchstaben
hervorgehoben sind. Viele Mitarbeiter sind deshalb nicht erfaßt; dazu zählen nicht nur die an
deren Arbeitsgruppen, wie Brenner, „Tachetschneider” usw., sondern auch, vor allem in den
letzten Jahren der Manufaktur, manche künstlerische Mitarbeiter.
In den letzten Jahren bis 1864 wurden die Verdienstlisten nicht immer gerade vorbildlich ge
führt. Auch aus dem 18. Jahrhundert kennen wir eine Reihe von Namen künstlerischer Mitar
beiter und keine ihrer Kennzeichnungen. Darüber hinaus ist zu bemerken, daß die Archiva
lien zur Wiener Porzellanmanufaktur nicht vollständig erhalten sind.
Aus begreiflichen Gründen stützte ich meine Arbeit nur auf die vorhandenen Originaldoku
mente (die Archivalien im Hofkammer- und Finanzarchiv sowie das Tagebuch des Oberma
lers Friedrich Reinhold im österreichischen Museum für angewandte Kunst) und übernahm
keine Daten aus dem Buch von Folnesics-Braun.
Das umfangreiche, zum Teil völlig unbearbeitete Material über die Mitarbeiter der Wiener
Porzellanmanufaktur, das sich im Wiener Hofkammer- und Finanzarchiv befindet, ist ein
noch ungehobener Schatz. Ich bin mir dessen bewußt, daß sich in dem genannten Archiv
material noch unzählige Hinweise über das Personal der Wiener Manufaktur befinden, die ich
für meine Arbeit nicht entsprechend auswerten konnte. Dies hätte den Rahmen der vorlie
genden Publikation bei weitem gesprengt.
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