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Full text: Ausstellung von britischen Aquarellen, Zeichnungen und Stichen 1735-1935

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Verrio und Laguerre. Nur in der Miniaturmalerei hatten im 
17. Jahrhundert Engländer beträchtliche Erfolge errungen. Der 
hervorragendste englische Stecher, Faithorne, in der Schule 
Nanteuils erzogen, hatte dessen Stil nach England gebracht. Sogar 
in Zeiten, die wenig hinter Hogarth zurücklagen, bewirkten solche 
Ereignisse wie die Aufhebung des Edikts von Nantes (1685) und 
die Thronbesteigung eines holländischen und dann eines 
deutschen Königs (Wilhelm III. 1689, Georg I. 1714), daß viele 
Fremde, darunter viele Künstler, nach England wanderten, ent 
weder als Flüchtlinge oder als Gefolgsleute im Troß der neuen 
Herrscher, von denen oder von deren Hofleuten sie Förderung 
erhofften, ln der Georgischen Ära, besonders während der langen 
Herrschaft Georg III. (1760—1820), während welcher ein großer 
Teil der hier ausgestellten Zeichnungen geschaffen wurde, nahmen 
heimische Maler und Zeichner schnell an Geschicklichkeit und 
Wohlstand zu, nicht so sehr unter Förderung des Hofes, der seine 
Gunst über Gainsborough und Reynolds hinaus nur auf wenige 
ausdehnte, als der Aristokratie, der Gutsbesitzer und der „Neuen 
Reichen" des Handels. In einer Periode von Wohlstand, Ruhe und 
geordnetem Leben, das nur zwischen Stadt und Land geteilt und 
in den letzten Jahren dieser Regierung durch die Kriege mit Frank 
reich vielfach vom Kontinent abgeschnitten war, gab es reichliche 
Beschäftigung für den Porträtisten und den Vedutenmaler. Dieser 
bekam Aufträge, die Landhäuser und Parks zu malen, die noch 
immer die meist charakteristischen Denkmäler jenes Zeitalters sind. 
Gleichzeitig boten die British Institution und die kürzlich ge 
gründete Royal Academy bisher fehlende Ausstellungsmöglich 
keiten und steigerten noch das Interesse für Porträt, Landschaft 
und die sogenannte Historienmalerei. 
Diese Zeit sah die Geburt der heimischen Aquarellmalerei, 
zu deren frühesten Exponenten die hier vertretenen Pars und 
Sandby gehören, während Alexander und John Robert Cozens, 
Vater und Sohn, durch ihre monochromen Kompositionen und 
ihre Schweizer oder italienischen Landschaften, wiedergegeben in 
einer ruhigen Harmonie weniger Tinten, blau, grün und grau, mit 
großer Feinfühligkeit für atmosphärische Wirkungen, den 
reicheren, aber noch immer kühlen farbigen Blättern Girtins den 
Weg bereiteten. Vorzeitig, 1802, im jugendlichen Alter von 
27 Jahren gestorben, nimmt Girtin eine Zwischenstellung ein 
zwischen einem solchen englischen Schüler Claude Lorrains wie
	        
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