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Full text : Ludwig Lobmeyr - schöner als Bergkristall

Etwas  muß  ich  a-ueh-  hier  [noch]  einschalten,  wenngleich  es
nicht  aa  wesentlich  ist.  -  In  der  kommerziellen  Abtheilung  trug
Professor  Hantschel  Mathematik  und  Algebra  vor.  Ich  hatte
diese  beiden  Gegenstände  in  den  boidon  vorhergegangenen
Jahren  unter  Professor  Beskiba,  einem  sehr  tüchtigen  Lehrer,
mit  vollstem  Erfolge  durchgemacht,  [ja]  iek  war  einer  seiner
Vorzugsschüler;  mir  lag  das  alles  so  gut,  daß  ich  einem  dafür
weniger  begabten  Kameraden  in  diesen  Fächern  Wiederholungs-Unterricht ­
  gab.  Sehr  zurück  blieb  ich  [dagegen]  stets  in
Geschichte,  Geographie,  überhaupt  in  Gedächtnisaufgaben,
für  welche  ich  nun  einmal  nicht  angelegt  war.  Professor  Hantschel ­
  dagegen  war  ein  Sonderling,  seit  Jahren  schon  das  Gespötte
  seiner  Schüler;  es  war  unrecht,  ihn  zu  belassen.  Er
rechnete  so  zu  sagen  für  sich  auf  der  Tafel  mit  langen  Nullenreihen, ­
  so  daß  wohl  keiner  der  Schüler  ihm  zu  folgen  vermochte, ­
  was  er  auch  nicht  zu  beanspruchen  schien.  So  war’s
[denn]  von  jeher  Regel,  daß  kaum  ein  Viertel  der  Eingeschriebenen ­
  bei  diesen  Vorlesungen  anwesend  war,  um  so  weniger
als,  wenn  es  zeitweise  ja  zum  Namensaufruf  kam,  Einer  oftmals ­
  „hier“  rufen  konnte,  ohne  daß  es  der  Lehrer  zu  merken
schien,  was  den  Jungens  so  viel  Spaß  machte,  daß  sie  selbst
für  solche  riefen,  welche  sie  nie  darum  angegangen  hatten.
Eine  Abwesenheitsnote  wurde  also  nahezu  nie  vermerkt.  -
Um  aber  die  Stunde  wenigstens  zur  Vermehrung  meiner  geometrischen ­
  Kenntnisse  zu  verwerthen,  ging  ich  mit  Anderen
in’s  nächte  Kaffeehaus  Billard  spielen.
Der  Direktor  Höchsmann  legte,  was  ebenfalls  jeder  neue  Jahrgang ­
  vom  früheren  erfuhr,  gewissenhaft  und  vergnüglich  überwachte, ­
  was  abor  die  Achtung  für  don  Vorgesetzten-  nicht  stetgorto,
  einen  Werth  darauf,  täglich  irgend  eine  kleine  Abwechslung ­
  in  seiner  Kleidung  zu  zeigen.  Da  galt  es  nun  herauszufinden, ­
  ob  es  eine  Kravatte,  Weste,  ein  Beinkleid,  nur  eine  Busennadel, ­
  ein  Stock  oder  was  sonst  heute  anders  waf  [kam],  -
Er  war  [aber]  ein  Geck!
Ihm  war  [nun]  entweder  die  Nachricht  von  unseren  außerordentlichen ­
  Studien  hinterbracht  worden  oder  er  that's  seit  Jahren ­
  so  -  er  kam  eines  Tages  zur  Kaffeehausthüre  herein;  da  er
aber  vorerst  an  einigen  Fenstern  des  Lokales  vorübergehen
mußte,  hatten  wir  genug  Zeit,  uns  zu  drücken.  Aber  er  kam
nach  ein  paar  Tagen  wieder.  Wir  fanden  es  [nun  gegenüber
dem  Marquer]  nicht  ne*  unserer  „Würde“  nicht  entsprechend,
nochmals  Reißaus  zu  nehmen,  sondern  spielten,  nachdem
wir  ihn  gegrüßt  hatten,  weiter.  Er  ließ  sich  in  unserer  Nähe  nieder, ­
  nahm  Kaffee  und  als  er  bald  darauf  gehen  wollte,  trat  der
Kaffeesieder  mit  der  Bitte  an  ihn  heran,  lieber  nicht  wieder  zu
kommen,  da  er  ihm  das  Geschäft  störe.  Dies  war  nicht  nur  ungeziemend, ­
  es  war  so  roh,  daß  es  den  guten  Direktor  vielleicht
[gerade  deshalb]  nicht  verletzte,  wenigstens  erhielten  wir
nicht  einmal  eine  Rüge  und  wurden  ferner  in  keiner  Weise
mehr  in  unseren  Billardstudien  gestört.  Als  aber  im  nächsten
Sommer  die  Mutter  mit  dem  Direktor  auf  dem  nach  Linz  fahrenden ­
  Dampfschiffe  zusammentraf  und  ihn  frug,  wie  er  mit
ihren  beiden  Söhnen  zufrieden  sei,  erwiederte  er:  Ach,  die
sind  ja  wie  Tag  und  Nacht!  -  Das  letztere  galt  mir.  Nach  Jahrzehnten, ­
  in  Mitte  der  siebziger  Jahre,  sah  ich  ihn  [wieder]  in
meinem  Geschäft;  wir  plauderten  einige  Zeit  angenehm,  er
war  sichtlich  erfreut,  daß  „die  Nacht“  nicht  zu  finotor-  [lichtlos]
geworden  war.

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llüSusJ&.yls&i.  i>a$  f;et(tge  ©afmment  ber  gtnnitngj
|  empfangen  f;a6e*

ift  mir  bcu^ftanbon

iSlfe  M

262  Firmungs-„Denkzettel“  für  Ludwig  Lobmeyr,  19.  Mai  1842
262  Confirmation  “Denkzettel"  (memorandum)  for  Ludwig  Lobmeyr,  19th
May  1842

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gemalt,  trnb  ft#  In  fittücfjec  $tnfi#t  betragen
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263  Lehrzeugnis  für  Ludwig  Lobmeyr  von  Joseph  Lobmeyr,  17.9.1843
263  Apprentice’s  certificate  for  Ludwig  Lobmeyr  by  Joseph  Lobmeyr,  17th
Sept.  1843

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