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Full text : Ludwig Lobmeyr - schöner als Bergkristall

gewesen  wären,  möge  bald  das  Handwerk  gelegt  werden,
würden  wir  wohl  kaum  versucht  haben,  das  Burgthor  zu  halten
-  die  Nacht  verlief  [aber]  ruhig,  [und  erst]  am  andern  Tage  erfolgte ­
  die  Beschießung  und  Einnahme  der  Stadt.
Wir  Brüder  hatten  Uniform  und  Gewehre  gleich  Morgens  beiseite ­
  gelegt,  saßen  nach  Tisch  im  Cafe  bei  der  Oper  und  gingen ­
  dann  auf  die  Bastei,  von  wo  man  bereits  die  grauen  Linien
der  auf  dem  Glacis  aufgestellten  Truppen  sehen  konnte.  Da
kam  uns  aber  eaeb  ein  Trupp  Mobilgarden  mit  einer  Kanone
und  brennender  Lunte  [nach],  wir  gingen  zurück  und  von  der
Bastei  wurden  rasch  nach  einander  ein  paar  Schüsse  nach
außen  abgegeben,  [das  war  allerdings  ein  Bruch  der  bereits
erfolgten  Kapitulation  der  Stadt,  aber  Jene,  welche  sie  abgeschlossen ­
  hatten,  besaßen  nicht  das  Ansehen  ihrer  Abmachung ­
  Geltung  zu  verschaffen,  und  die  sie  brachen  gar  keine
Vorstellung  von  dem  Unrechte  das  sie  begingen.]
Nun  aber  flogen  die  Granaten  in  die  Menge,  in  die  Stadt  herein! ­
  Wir  zwei  älteren  Brüder  liefen  [zogen  uns]  an  den  Häusern ­
  entlang  über  den  Mehlmarkt,  auf  welchen  fort  [während]
Granaten  einschlugen,  [nach]  tn  unsere[r]  Wohnung  in  der
Seilergasse,  [und]  ließen  das  Hausthor  schließen,  damit  nicht
fliehendes  Gesindel  hereinkomme;  dann  setzte  ich  mich  an's
Fenster  und  zeichnete.  Plötzlich  fuhr  schräg  gegenüber  eine
Granate  in  das  Fenster  des  zweiten  Stockes  des  Hotels  zur
Stadt  Frankfurt,  platzte  und  zündete.  Sie  war  wohl  eben  an  die
entgegengesetzte  Wand  angeflogen,  ein  oder  ein  paar  mal
abgeprallt  und  auf  diese  Art  so  tief  herabgekommen.  Ich  verließ ­
  [nun  doch]  meinen  Platz  am  Fenster.  Der  Augustinusthurm ­
  [Augustinerthurm]  und  ein  Theil  des  Daches  der
Hofbibliothek  stand  in  Flammen,  die  Funken  flogen  gegen  uns
zu,  wir  schlossen  alle  Dachlucken;  endlich  wurde  es  Nacht
und  ruhig.  Die  Straßen  und  Plätze  waren  vom  Militär  besetzt,
welches  da  ibfe  [seine]  Lagerfeuer  anzündete.-Gerne
  lieferten  wir  anderen  Tags  unsere  Waffen  ab,  allmälig
gewann  die  alte  Ordnung  wieder  die  Oberhand,  die  wochenlang ­
  meist  geschlossenene  Geschäfte  bekamen  [zeigten]
wieder  etwas  Leben;  aus  Ungarn  aber  kamen  [trafen]  immer
betrübendere  Nachrichten  [ein]  und  wir  bekamen  das  schärfste ­
  Polizeiregiment.
Reise  nach  Marienthal  1849
Mit  dem  Jahre  1848  war  der  zwölfjährige  Pacht  von  Marienthal
abgeiaufen;  [Durch  Schaffers  thatkräftige  und  umsichtige  Leitung ­
  erhielt  der  Vater  wohl  das  in  die  Fabrik  gesteckte  Kapital,
auch  mäßige  Zinsen  heraus,  aber  an  einen  Fortbetrieb  dachten ­
  wir  nicht  und]  da  sich  kein  neuer  Pächter  fand,  und  als
doch  nicht  in  der  Ordnung  gewesen  wäre,  das  Personal  mitten
im  Winter  zu  entlassen,  behielten  wir  die  Fabrik  bis  Ende  März
1849.  Es  wurden  nttn  die  Öfen  gelöscht,  des  Krieges  in  Ungarn ­
  wegen  waren  die  Glasvorräthe  nicht  an  Mann  zu  bringen,
es  mu  ßten  loidef  einge  Leute  be  zur  Aufsicht  behalten  werden;
es  [und  so]  verging  [en  auch  noch]  der  April  und  Mai.  Da  kam
ein  nächtlicher  Einbruch  vor,  bei  dem  über  tausend  Gulden  in
Baarem  und  an  zweitausend  Gulden  in  Wechseln  geraubt
wurden,  welch’  letztere  freilich  für  die  Diebe  unverwerthbar
waren,  uns  aber  das  Eintreiben  der  betreffenden  Forderung
sehr  erschwerte.  Um  so  dringender  schrieb  Schaffer,  der  Vater

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386  Flasche  aus  dem  Trinkservice  „N°  28.  /  mit  flachen  Schälen  und  Steinen
um  1840“  (WZ  I,  S.  17);  farbloses  Glas  mit  Schliff;  Höhe:  30.6  cm  (PSK  135)
386  Bottle  from  the  drinking  Service  “no.  28  with  flat  facets  and  stones,  about
1840”  (WZ  I,  p.  17);  coiorless  glass  with  cutting,  height:  30.6  cm  (PSK  135)

möge  hinunter  kommen,  was  aber  seines  Unwohlseins,  der
Unsicherheit,  welche  weit  und  breit  herrschte,  und  des  Wiener
Geschäftes  wegen  nicht  thunlich  war.

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