gewesen wären, möge bald das Handwerk gelegt werden,
würden wir wohl kaum versucht haben, das Burgthor zu halten
- die Nacht verlief [aber] ruhig, [und erst] am andern Tage erfolgte
die Beschießung und Einnahme der Stadt.
Wir Brüder hatten Uniform und Gewehre gleich Morgens beiseite
gelegt, saßen nach Tisch im Cafe bei der Oper und gingen
dann auf die Bastei, von wo man bereits die grauen Linien
der auf dem Glacis aufgestellten Truppen sehen konnte. Da
kam uns aber eaeb ein Trupp Mobilgarden mit einer Kanone
und brennender Lunte [nach], wir gingen zurück und von der
Bastei wurden rasch nach einander ein paar Schüsse nach
außen abgegeben, [das war allerdings ein Bruch der bereits
erfolgten Kapitulation der Stadt, aber Jene, welche sie abgeschlossen
hatten, besaßen nicht das Ansehen ihrer Abmachung
Geltung zu verschaffen, und die sie brachen gar keine
Vorstellung von dem Unrechte das sie begingen.]
Nun aber flogen die Granaten in die Menge, in die Stadt herein!
Wir zwei älteren Brüder liefen [zogen uns] an den Häusern
entlang über den Mehlmarkt, auf welchen fort [während]
Granaten einschlugen, [nach] tn unsere[r] Wohnung in der
Seilergasse, [und] ließen das Hausthor schließen, damit nicht
fliehendes Gesindel hereinkomme; dann setzte ich mich an's
Fenster und zeichnete. Plötzlich fuhr schräg gegenüber eine
Granate in das Fenster des zweiten Stockes des Hotels zur
Stadt Frankfurt, platzte und zündete. Sie war wohl eben an die
entgegengesetzte Wand angeflogen, ein oder ein paar mal
abgeprallt und auf diese Art so tief herabgekommen. Ich verließ
[nun doch] meinen Platz am Fenster. Der Augustinusthurm
[Augustinerthurm] und ein Theil des Daches der
Hofbibliothek stand in Flammen, die Funken flogen gegen uns
zu, wir schlossen alle Dachlucken; endlich wurde es Nacht
und ruhig. Die Straßen und Plätze waren vom Militär besetzt,
welches da ibfe [seine] Lagerfeuer anzündete.-Gerne
lieferten wir anderen Tags unsere Waffen ab, allmälig
gewann die alte Ordnung wieder die Oberhand, die wochenlang
meist geschlossenene Geschäfte bekamen [zeigten]
wieder etwas Leben; aus Ungarn aber kamen [trafen] immer
betrübendere Nachrichten [ein] und wir bekamen das schärfste
Polizeiregiment.
Reise nach Marienthal 1849
Mit dem Jahre 1848 war der zwölfjährige Pacht von Marienthal
abgeiaufen; [Durch Schaffers thatkräftige und umsichtige Leitung
erhielt der Vater wohl das in die Fabrik gesteckte Kapital,
auch mäßige Zinsen heraus, aber an einen Fortbetrieb dachten
wir nicht und] da sich kein neuer Pächter fand, und als
doch nicht in der Ordnung gewesen wäre, das Personal mitten
im Winter zu entlassen, behielten wir die Fabrik bis Ende März
1849. Es wurden nttn die Öfen gelöscht, des Krieges in Ungarn
wegen waren die Glasvorräthe nicht an Mann zu bringen,
es mu ßten loidef einge Leute be zur Aufsicht behalten werden;
es [und so] verging [en auch noch] der April und Mai. Da kam
ein nächtlicher Einbruch vor, bei dem über tausend Gulden in
Baarem und an zweitausend Gulden in Wechseln geraubt
wurden, welch’ letztere freilich für die Diebe unverwerthbar
waren, uns aber das Eintreiben der betreffenden Forderung
sehr erschwerte. Um so dringender schrieb Schaffer, der Vater
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386 Flasche aus dem Trinkservice „N° 28. / mit flachen Schälen und Steinen
um 1840“ (WZ I, S. 17); farbloses Glas mit Schliff; Höhe: 30.6 cm (PSK 135)
386 Bottle from the drinking Service “no. 28 with flat facets and stones, about
1840” (WZ I, p. 17); coiorless glass with cutting, height: 30.6 cm (PSK 135)
möge hinunter kommen, was aber seines Unwohlseins, der
Unsicherheit, welche weit und breit herrschte, und des Wiener
Geschäftes wegen nicht thunlich war.
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