diesen und nur diesen Platz gewählt und als er zum Verkaufe
kam, ein Angebot dafür, allerdings das höchste, was bis da
mals für einen Stadterweiterungsgrund vorgekommen war,
eingereicht tmel das [auch] Annahme fand. Früher hatte, wor
auf ich noch zurückkommen werde, Professor von Siccards-
burg uns für das Geschäft Entwürfe geliefert; nun machte er
mit Professor Van der Nüll, seinem Compagnon für alle größe
ren Arbeiten, die Pläne für unseren Hausbau, welche uns auch
ungemein entsprachen. Josef’s Leiden hatte aber bereits sich
bedenklich verschlimmert, ich erwog [daher:]seit Jahren nach
Ems gehen, dann auf einem Neubau Nachschau halten sei
eine Thorheit, Alles und Alles nur dem Architekten überlassen
und vor ein paar [, zwei] Jahren überhaupt nicht das Haus be
treten, nahezu undurchführbar - also vernünftig sein und
überhaupt auf das Ganze verzichten! Ich konnte den Bruder
wohl nicht gleich, aber [schließlich] doch zur Zustimmung be
wegen, er traf noch einmal mit Van der Nüll zusammen, der
eine etwas harte Bemerkung über unsere Muthlosigkeit
machte, womit er dem Bruder [recht] wehe that, welche mich
aber nicht wankend machto [zum Wanken brachte]. Bald
stellte sich der Vermittler eines Käufers ein, mit dem zu unter
handeln mir geradezu Spaß machte. Ich sagte: wir beabsichti
gen, zu verkaufen, weil wir eef aus Gesundheitsrücksichten
lieber nicht bauen wollen; wir haben den Platz nicht gekauft,
um damit zu spekuliren, verlangen keinen Gewinn, aber wir
verkaufen auch gewiß nicht, wenn wir dadurch einen Verlust
erleiden sollten; also voller Platzpreis sammt Zinsen seit unse
rer Bezahlung desselben, ganze [volle] Vergütung der Kosten
der vorliegenden Pläne und aller Gebühren, Spesen u. s. w,,
welche wir bereits geleistet haben. Jener machte geringeren
Gegenantrag, die Pläne seien seinem Käufer werthlos, da er
Romano u. Schwendenwein den Bau übertragen werde, u.
A. m. Ich gab ihm vöilig Recht, so daß er schon hoffte [meinte],
ich werde [nun] seinem Anträge entgegenkommen, dann
schloß ich aber mit der Versicherung, auch nicht um einen
Deut von meiner Forderung abzugehen, welche sich selbst
verständlich um die täglichen Zinsen erhöht. Der Unterhändler
sagte erregt, solch starres Verfahren sei ihm noch nie vorge
kommen, er könne das nicht verstehen; ich zuckte die Ach
seln, er rannte ärgerlich davon. Am andern Tag [aber] ward Al
les zugestanden, ich einer Plage ledig und als der Bruder ge
storben war dachte ich recht oft, es sei gar klug gewesen, für
mich wäre der Bau ein geradezu tolles Wagnis geworden.
Unsere stetig schwankende Gesundheit hatte beim Bruder
und mir überhaupt die Thatkraft sehr unterbunden. Wir spra
chen wohl darüber, daß es eigentlich zweckmäßig wäre, wenn
wir in Böhmen eine eigene Fabrik errichteten, sie mit ahen
technischen Vervollkommnungen, welche die Ausländer be
reits erprobt haben, ausstatteten, also so zu sagen eine Mu
sterfabrik schaffen würden, welche wir, wenn auch einige Zeit
mit Opfern, doch ganz unabhängig betreiben könnten. Josef
namentlich hätte es gerne gehabt, daß wir auf technischem
Gebiete Fortschritte erzielen, mindestens anbahnen sollen, da
ihm schien, daß unsere heimischen Fabrikanten für Neuerun
gen nicht sehr zugänglich waren. Freudig hätte ich mitgethan,
aber die Last solcher Arbeit auf mich zu nehmen, durfte ich
wirklich nicht wagen und der Bruder ebenfalls nicht; all das
blieben [sonach] nur Träumereien!
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550 Verleihung des Hoftitels an Ludwig Lobmeyr, 3. August 1864
550 Award of the cou rt title to Ludwig Lobmeyr, 3rd August 1864
So war es eigentlich auch nur der Mangel an Selbstvertrauen,
daß wir beide nicht dazu kamen, einen eigenen Herd zu grün
den. - Der Bruder faßte wiederholt selbst lebhafte Neigung zu
gewiß trefflichen Mädchen, er härmte sich nahoze [sogar]
darüber ab, aber schließlich kam es doch nicht zum entschei
denden Schritt - ich glaube, es war auch besser so!
Kaum anders erging es mir; vielleicht stimmt [paßt] es später
besser [paßt es besser später], darüber mehr zu sagen.
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