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596 Trink- und Dessertservice Nr. 141, um 1872, zeitgenössische Photographie (bez. „T. & D. S. 141. Krist, mit brillant. Bande.“); WZ Vi, S. 28: „Dessert-Service
N° 141. / Krystallglas stark, mit briliantirten Bändern u. Hohlkehlen. / Nach eigenen Zeichnungen 1872.7 (Die übrigen Formen wie D.S. N° 142)“; (WZ III,
S. 10,11: „Trink-Service N r ° 141, von Krystallglas mit einem Brillantbande u. Hohlkehlen geschliffen, nach eigener Zeichnung“)
596 Drinking and bessert Services no. 141, about 1872; Contemporary photograph (“crystal glass with brillianted border”)
stimmten Kaufherrn führen könne, der, wie er hörte, einen Kutscher
brauche. Unser Georg that es bereitwillig, der Posten
aber war schon vergeben. „Nun, vielleicht können Sie einen
Commis anstellen?“ war die weitere Frage. „Wer soll das
sein?“ - „Ich; hier meine Offertbriefe in englischer, deutscher
und französischer Sprache, die ich bei mir habe, weil ich die
Empfehlung eines Freundes erwarte.“ Nach ein paar Tagen
erfolgte die Aufnahme. Es war ein ansehnliches Geschäft. Der
sich glücklich fühlende neue Commis setzte seine volle Thatkraft
und allen Eifer daran, immer mehr Kunden anzuziehen,
und da vollends in Amerika Jener höher geschätzt wird, welcher
eine zahlreiche Kundschaft an sich zu fesseln vermag,
befestigte er sich wohl immer mehr in der Gunst des Chef’s, jedoch
immer weniger in der von dessen Neffen, der sich mehr
zurückgedrängt fühlte. Nach fühf Jahren kam es darüber zu
einer gegenseitigen Erklärung; der Chef bedauerte, seinen
Neffen doch mehr berücksichtigen zu müssen, als den Fremden,
dieser möge also sein Glück anderwärts versuchen und
könne er jederzeit, wenn er wolle, wieder zurückkehren, was
er auch nach kurzer Zeit Unterbrechung, welche ein nicht entsprechender
Versuch verursachte, allerdings mit der Absicht
that, doch anderwärts sein Fortkommen zu erzielen.
Georg hatte sich in eine junge Irländerin verliebt, sich mit ihr
verlobt, obwohl er infolge des flotten Lebens, welches er
führte, nahezu nichts in der Tasche hatte. Aber nun erwachte
wieder seine starke Willenskraft und als ein Kaufmann aus
dem 1500 engl. Meilen entfernten Masswili [Nassville] in
Tennessee ihm unter günstigen Bedingungen einen Verkäuferposten
in seinem Geschäfte anbot, schlug er sogleich ein.
Auch da ergaben sich Schwierigkeiten mit einem Compagnon,
mit welchem es nach sieben Monathen zu so heftigem Streite
kam, daß für den Commis ein Verbleiben unmöglich wurde.
Masswili [Nassville]bot aber für einen unternehmenden Mann
auch noch manch’ anderes Feld, sich zu bethätigen. Georg’s
früherer Chef gab ihm für 4000 Dollars, Andere, dadurch zuversichtlich
geworden, für 10,000 Dollars Waaren auf Kredit,
borgten ihm dazu noch Geld, damit er die Fracht für die einlangenden
Waaren zahlen könne; er heiratete, arbeitete und
schon im ersten Jahr konnte er 6000 Dollars abzahlen, [und]
erhielt neue Kredite.
Seine Frau, welche nahezu durchscheinenden Körpers war,
einer vornehmen, aber verarmten Familie entstammte, that
unverdrossen, was sie irgend leisten konnte. Sie führte den
weW kleinen Flausstand ohne eine Magd, wusch selbst die
paar Zimmer auf, putzte auch des Mannes Stiefel und Kleider
und empfing dabei doch auch Besuche, selbst feine Damen
der Stadt, welche, nach amerikanischer Art, auch keinen Anstoß
daran nahmen, wenn sie die Flausfrau bei solchen niedrigen
Arbeiten überraschten. Sie brauchte dieselben freilich
nicht zu lange fortzusetzen, da bald einiger Wohlstand erzielt
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