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Full text : Ludwig Lobmeyr - schöner als Bergkristall

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678  Becher  (Werkzeichnung)  aus  der  „Serie  gemeingrün  mit  Malerei  in  Deutscher  Renaissance“;  Höhe:  14.4  cm;  bez.:  „mit  Bauerngruppe  /  oder  einzelner  Figur ­
  /  wenn  dabei  die  Maske  oben  /  im  Wege  ist  kann  sie  auch  /  wegbieiben  /  entweder  nur  /  Bänder  oder  die  /  Amoretten  /  N°  715“
678  Beaker  (working  drawing)  from  the  “Common  green  series  with  painting  in  German  Renaissance;”  height:  14.4  cm

Reise  in  die  Schweiz
Ich  hatte  mich,  wie  bereits  bemerkt,  schon  darnach  gesehnt,
endlich  aus  Wien  fortzukommen  und  versprach  mir  um  so
mehr  Annehmlichkeit  von  einer  Schweizerreise,  weil  mein
Freund  Benedetto  Rossi,  in  dessen  Döblinger  Landhaus  bei
Wien  ich  seit  Jahren  Sommers  über  eine  Wohnung  innehatte,
mein  Reisebegleiter  wurde.  Als  ich  am  Tage  vor  unserer  Abreise ­
  in  die  Stadt  fuhr,  stellte  sich  bei  Rossi  eine  für  damals
mindestens  fatale  Störung  ein,  immerhin  kam  er  am  7.  August
Abends  auf  den  Bahnhof,  um  trotz  seiner  bereits  heftigen
Schmerzen  mitzufahren.  Ich  hatte  für  ein  Halbcoupee  gesorgt,
reichte  ihm  da  Pulver,  welche  ich  vorsorglich  mitgenommen
hatte,  da  seine  Tropfen,  welche  ihm  von  gestern  her  noch  geblieben ­
  waren,  nicht  mehr  weit  reichten;  die  Nacht  verlief  in
recht  banger  Sorge,  wir  kamen  endlich  nach  München,  wo  uns
Freund  Pecht  begrüßte,  der  leider  auch  nicht  ganz  wohl  war.
Hier  aber  herrschte  die  Cholera  weit  mehr  als  bei  uns,  es  war
somit  nicht  rathsam,  da  zu  bleiben.  Die  ganze  Haltezeit  mußte
Rossi  an  „dem  Ort“  verbringen,  der  aber  in  einem  geradezu
sträflichen  Zustande  war,  so  daß  ich  davon  erst  recht
schlimme  Folgen  befürchtete.  Rossi  nahm  Pulver  auf  Pulver,
wir  kamen  nach  Romanshorn,  aber  so  verspätet,  daß  wir  den

Anschluß  nach  Zürich  nicht  fanden,  sondern  auf  den  ein  paar
Stunden  später  dahin  abgehenden  Zug  warten  mußten.
Glühend  brannte  die  Sonne  nieder,  Rossi  setzte  sich,  dicht  in
seinen  Mantel  gehüllt,  in  dieselbe.  Er  hatte  heute  noch  nichts
gegessen,  ließ  sich  nun  schwarzen  Kaffee  und  einen  rohen  Eidotter ­
  geben,  den  er  hineinquirlte  und  nahm  den  Trank,  um
sich  anzuregen.  Wir  erreichten  auch  Zürich  ohne  weiteren  Anstand ­
  und  blieben  auf  dem  Zimmer.  Ich  ließ  eine  dicke  Reibsuppe ­
  und  ein  Brathuhn  bringen,  es  mundete  uns  beiden,
noch  eine  unsichere  Nacht  und  dann  trollten  wir  guter  Dinge
weiter.  Diese  Reiseeinleitung  war  aber  ein  weiteres,  wenig
schönes  Nachspiel  zu  den  Ausstellungssorgen  geworden.
Doch  nun  [weiter]zu  meinen  Gesellschaftsabenden!

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