eine andere Liste fertig gestellt.
Geheimrath Baron Bauhans, der II. Präsident Stellvertreter,
[dann] Kirschnek, auch die anderen Herren der III. Kurie wollten
schon früher zurücktreten, falls ich damit einverstanden
gewesen wäre, da aber auch der Sekretär gleichzeitig mit uns
hätte gehen müssen, denn ohne uns vermochte er sich gewiß
nicht zu behaupten, ich aber wußte, daß es ihm erwünscht gewesen
wäre, verbleiben zu können und er die Ansicht vertrat,
es werden sich, wenn wir ein Jahr ausharren, die Verhältnisse
wieder geändert haben, so bat ich die Herren, noch zuwarten
zu wollen, bis ich eine Entscheidung zu treffen für geboten erachte,
womit sie einverstanden waren.
Die Einberufung der Sitzung des gesamten Kuratoriums, in
welcher die III. Kurie zu wählen war, erfolgte für den 30. Dezember
1896 ganz vorschriftsgemäß; es kamen auch nahezu
alle Geladenen, sie war also beschlußfähig. Weggeblieben
waren jene beiden Gemeinderäthe, welche nur bis zum 31.
Dezember zu funktioniren hatten, dagegen waren die beiden
an ihrerstatt [für 1897] gewählten ungeladen erschienen. Als
nun der eine von ihnen, D r Gessmann, in die Berathung eingreifen
wollte, wurde dem Bürgermeister bedeutet, daß dies
nicht angehe, weil die beiden Neugewählten erst vom 1. Januar
1897 an Mitglieder des Kuratoriums seien. Nun sahen die
Herren vom Gemeinderäthe, daß sie bei der Wahl der III. Kurie
nicht die Entscheidung in der Hand hatten, da sie nur fünf, dagegen
von der Handelskammer ihrer sechs da waren. Der
Bürgermeister schien zunächst rathlos zu sein, da gab ihm
D r Gessmann einen Zettel zu lesen, worauf ersterer erklärte:
„Unter diesen Verhältnissen finde ich mich veranlaßt, die Sitzung
aufzuheben und für morgen eine neue einzuberufen.“
Man rief ihm zu, das sei unerhört, ein Gewaltakt, er aber wendete
sich rasch um und verließ ohne Gruß die Versammlung.
Es war einfach Willkür, eine beschlußfähige, ordnungsgemäß
einberufene Sitzung aufzuheben, nur weil zwei seiner Partei
fehlten, utad die Art [aber] wie es geschah, war brutal. Ich sagte
meinen Herren, nun sei für uns die [passende] Entscheidungsstunde
gekommen; wir schrieben sogleich unsere Rücktrittserklärung
nieder und ließen den Akt dem Bürgermeister Überbringern
der Sekretär kündete gleichzeitig seinen Posten. Der
Handelskammerpräsident ist statutengemäß der I. Vicepräsident
des Kuratoriums, ihn berührte der besagte Mangel jeder
Rücksicht allerdings sehr peinlich, doch konnte er nichts dagegen
thun, auch die anderen Herren Kammerräthe waren sehr
unangenehm berührt [betroffen], so zu sagen wie Schuljungen
von einem ärgerlich gewordenen Lehrer fortgeschickt zu
werden, beschränkten sich aber darauf, dies damit zum Ausdrucke
zu bringen, daß zur Sitzung am nächsten Tag nur ein
einziger von ihnen kam. Die Wahl der III. Kurie konnte /so/vorgenommen
werden, wie sie die aus dem Gemeinderäthe unter
sich vereinbart hatten, sie fiel auf fünf Antisemiten und von den
Seitherigen auf Baron Banhans (Bouhans?) und mich, die wir
aber, nachdem wir die schriftliche Verständigung davon erhalten
hatten, [selbstverständlich]ablehnten. Möge das neue Kuratorium
die Stiftung gedeihlich verwalten! - [Ich durfte nun,
was Tenenbaum längst gewünscht hatte, mm gehen, ohne
daß man mich deshalb tadeln konnte.]
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805 Henkelfiasche aus der „Serie mit Purpurpaimetten, 1893“; farbloses
Glas mit farbigem Dekor; Höhe: 25 cm (PSK 53) (Lobmeyr-Archiv Wien: „Serie
mit Purpurpaimetten, 1893“)
805 Bottle with handle from the “Series with purple paimettes, 1893;" colorless
glass with coior decoration; height: 25 cm (PSK 53)
400