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Full text: Die Verwendung weiblicher Arbeitskräfte in der Fabriks-Industrie und in einzelnen Zweigen des Verkehrswesens Österreichs - erläuternder Text zu einer Abtheilung der Ausstellung im Frauen-Pavillon

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Arbeitskraft in die Klasse jener, die vom wirtschaftlichen, wie vom 
socialen Standpuncte der eingehendsten Beachtung werth erscheinen. Dazu 
kommt aber noch ein drittes Moment. 
Ist nämlich die ausgedehnte Verwendung des weiblichen Geschlechtes 
im Grossgewerbe eine Thatsache; steht es nicht minder fest, dass seine 
Heranziehung u. z. in quantitativer und qualitativer Beziehung im Zunehmen 
begriffen ist; so erlangen die Fragen nach der gegebenen durchschnittlichen 
Vorbildung der weiblichen Arbeitskräfte, den Bedingungen der Steigerung 
ihrer Leistungsfähigkeit und der gewerblichen Verwendung im Hause 
eine entschieden praktische Bedeutung. 
Im grossen Durchschnitte treten uns in der Gegenwart in den ge 
werblichen Verwendungsweisen der Frauen nur Dienstleistungen entgegen, 
welche, verglichen mit der männlichen Leistungsfähigkeit, untergeordnet er 
scheinen. Vorwiegend charakterisiren sich die weiblichen Arbeitszweige durch 
Anforderungen, wie Aufmerksamkeit auf das Detail, Ordnungsliebe, Sorgfalt, 
Pünctlichkeit, Gewandtheit und rasches Auffassen concreter Verhältnisse. 
Von der streitigen Frage der Verwendungsgränze abgesehen, drängt 
es sich daher selbst bei Beschränkung auf den Standpunct der unmittel 
baren Gegenwart als unabweisliche Forderung auf, der Bildung des weibli 
chen Geschlechtes im Wege der Schule erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken 
und ihr wenigstens einen Theil der Sorgfalt zuzuwenden, deren sich das 
männliche Geschlecht zu erfreuen hat. 
Ein unentbehrliches Element der Production geworden, hat das weib 
liche Geschlecht ein Anrecht auf die Gewährung der Bedingung für 
die qualitative Erhöhung seiner Leistungsfähigkeit. 
Noch dringlicher und wünschenswerter macht diese Rücksichtnahme 
jedoch die Betrachtung des Entwicklungsganges der Industrie. 
Das Gewerbe schreitet nach zwei Richtungen vor. 
Die eine ist auf Steigerung der Productionsmenge und auf stetige 
Verbilligung gerichtet. Die andere prägt sich aus in steigender Betonung 
ästhetischer Principien. Massenproduction und Kunstgewerbe bezeichnen 
die sich mit psychologischer Notwendigkeit gegenseitig bedingenden Fort 
schrittsrichtungen. 
Ermöglicht die erstere, Dank der sich im raschen Gange vervoll- 
kommenden Maschine, eine vermehrte und auch lohnendere Verwendung 
des weiblichen Geschlechtes, so scheint die andere, Dank den durch die 
weiblichen Formengewandtheit gegebenen Bedingungen in noch höherem 
Grade berufen, bei gleichzeitiger Verbesserung der äusseren Arbeits 
bedingungen, die entfallende Arbeitsrente zu steigern.
	        
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