MAK

Full text: Die Verwendung weiblicher Arbeitskräfte in der Fabriks-Industrie und in einzelnen Zweigen des Verkehrswesens Österreichs - erläuternder Text zu einer Abtheilung der Ausstellung im Frauen-Pavillon

101 
wird wohl nie eine hervortretende sein, da die kräftigeren Männer den Frauen vorgezogen 
werden und erstere als Arbeiter dauernd der Fabrik erhalten werden können, letztere aber 
durch ihre wechselnden Lebensstellungen häufig die Arbeit verlassen. Während die Fabrik 
in Oed eine grössere Anzahl Arbeiter besitzt, die 30 bis 50 Jahre daselbst arbeiten, hat 
sie keine einzige Arbeiterin, die über 10 Jahre arbeitet. 
Fabrikation fertiger Packfongwaaren. 
Bezüglich dieses Artikels ist die k. k. privilegirte Berndorfer Metallwaarenfabrik 
hervortretend, deren Erzeugung gewöhnliche Packfongwaaren, Alpacca - Gegenstände und 
Alpacca-Silberwaaren umfasst. Was die gewöhnlichen Packfong- und Alpaccawaaren be 
trifft, so werden die Hauptarbeiten von Männern verrichtet; mehr hervortretend ist die 
Verwendung weiblicher Arbeitskräfte bei der Herstellung versilberter Alpaccawaaren. 
Die den Arbeiterinnen der Berndorfer Metallwaarenfabrik zufallenden Arbeiten sind: 
Walzen, Pressen und Ausschneiden kleinerer Metallgegenstände, Feilen, Schleifen, Versilbern 
und Vergolden, sowie Poliren. In Betreff der technischen Momente und des Verfahrens 
bei diesen Arbeiten gilt dasselbe, was in dem Abschnitte „Chinasilberwaaren“ diesfalls 
gesagt ist. 
Die Entlohnung der Arbeiterinnen erfolgt in der Berndorfer Fabrik grösstentheils 
per Stück. Die leichteren, bald erlernten Arbeiten geben einen Wochenverdi'enst von 4 bis 
8 fl. Bei jenen Arbeiten, bezüglich welcher zur Erlernung einige Zeit erforderlich ist, 
verdienen sich Anfängerinnen per Woche 2'/j bis 3 fl., die schon weiter vorgeschrittenen 
Arbeiterinnen 4 bis 6 fl., bei grossem Fleiss und Geschicklichkeit auch 8 bis 10 fl. 
In der Berndorfer Metallwaarenfabrik findet sich sowohl unter den Arbeitern als 
unter den Arbeiterinnen vielfach Sinn für Ordnung und Sparsamkeit, so dass nicht uner 
hebliche Ersparnisse erzielt und der Fabrikscasse gegen Verzinsung übergeben werden. 
Die Zahl der Arbeiterinnen (Mädchen und Frauen), welche bei der Fabrikation von 
Packfongwaaren, Alpacca - Gegenständen und Alpacca-Silberwaaren in Nieder-Oesterreich 
im Ganzen beschäftigt sind, beträgt 600 bis 1000 Individuen; im Sommer ist, was die 
Fabriken des flachen Landes betrifft, die Zahl eine geringere, da viele Arbeiterinnen ihre 
Felder und Gärten bewirthschaften helfen. 
Fabrikation von Lampen. 
Die in der Lampen-Fabrikation auf Frauenspersonen entfallenden Arbeiten sind: 
1. Das Schneiden und Stanzen der Metalle. 
Diese Arbeit besteht darin, dass Mädchen aus Metallblech- oder Eisenblechstreifen 
runde Böden schneiden, solche lochen, Dessins einschneiden, die Bestandteile zu den 
Brennern der Lampen falzen, biegen etc. Die Arbeit wird mittelst Maschinen, theils mit 
Hand-, theils mit Dampfbetrieb verrichtet und geschieht dadurch, dass die Arbeiterin das 
Blech unter die Stanze oder den Schnitt hält und den Hebel der Presse in Bewegung 
setzt.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.