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gestellen und werden je nach der Beschaffenheit dieser aus Eisen- oder Messingblech ge
drückt oder gezogen.
Auf einer Handpresse mittlerer Grösse (ca. 200 Pfd. schwer) werden aus den betref
fenden Blechen runde Platten geschnitten, welche dann in Durchzügen mehrere Male durch
gezogen oder gedrückt werden, bis sie die erforderliche Höhe erlangt haben. Darnach
werden sie erst konisch gedrückt.
Das Abdrehen und Poliren auf der Drehbank, sowie das Oxydiren auf chemischem
Wege, wird von männlichen Arbeitern ausgeführt.
Um die Zwingen und Scheiben gegen die Einwirkungen der Luft zu schützen, werden
sie mit einem Alkoholfirniss überzogen. Diese Arbeit, sowie das Einpacken in Cartonnagen,
wird gleichfalls von Mädchen im Alter von 16 Jahren und darüber besorgt.
Eine geübte kräftige Arbeiterin verdient bei zehnstündiger Arbeitszeit mit dem Pressen
oder Drücken der Scheiben oder Zwingen durchschnittlich 7 fl.; bei dem Firnissen, welches
viel Reinlichkeit und eine leichte Hand erfordert, bis 9 fi. per Woche.
2. Infertilen der Sehieber (Rosen) nnd Kronen.
Diese unentbehrlichen Bestandtheile eines Regen- oder Sonnenschirmgestelles werden
zum Theile von Mädchen über 16 Jahren ausgeführt, und zwar in folgender Weise:
Wenn aus den betreffenden Eisen- oder Messingblechen die viereckigen Platten mit
der Maschine geschnitten sind, werden sie ebenfalls durch Handpressen mittelst eines
Druckes gerollt (rundgesetzt), von einem anderen Mädchen zum Löthen vorgerichtet.
Das Löthen selbst wird von Männern vorgenommen.
Das nun folgende Scheuern, Beizen (Reinigen vom Zunder), Ansetzen der Ringe an
beiden Enden und Aufträgen des Lothes (Beilegen) zum Anlöthen der Ringe, wird von Mäd
chen in den wiederholt bemerkten Altersstufen besorgt.
Nach diesen Arbeitsprozessen kommen die Gegenstände abermals zum Löthen,
dann zum Abdrehen und Fraisen in Männerhände, um dann wieder in Frauenhände zurück
zukehren, welche in den Schiebern (Rosen) die Federeinschnitte mit einer Handpresse aus-
schneiden und dem Lackirer übergeben.
Werden für feinere Sorten versilberte oder vergoldete Schieber gearbeitet, so wird
auch das Eintauchen in das Gold- oder Silberbad, welches vom betreffenden Chemiker be
reitet wird, sowie das folgende Abtrocknen, von Mädchen besorgt.
3. Montiren.
Das Montiren, Verpacken, Adjustiren und Sortiren der fertigen Gestelle oder Bestand
theile wird ausschliesslich von Mädchen über 16 Jahre ausgeführt. Diese Arbeit er
fordert nicht nur die grösste Reinlichkeit, sondern auch Uebung und Kenntniss der Waare,
um etwaige noch vorkommende Fehler in der Arbeit auszuschiessen, endlich Geschmack,
um den Packeten eine gefällige Form zu geben.
Zu diesen Arbeiten werden auch in der Regel nur Mädchen, welche in der Stadt
erzogen sind, gewählt.
Der Wochenlohn beträgt 6 fl.
Nebstdem werden noch mehrere Arbeiten, und zwar bei der Fabrikation der Gabeln
und Schienen, von Mädchen von 14 Jahren und darüber ausgeführt, und es beträgt der Ver
dienst je nach Uebung und Fleiss zwischen 3 und 6 fl. pr. Woche.
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