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2. Das Vorrichten des Webestuhles und das Weben.
Die geringe Breitendimension des Bandes ermöglicht es, 50 Bänder, ja noch darüber,
gleichzeitig zu weben. Hierauf beruht der einzige Unterschied von anderen Geweben. Die
bezüglichen Arbeitsprozesse sind den bei Herstellung anderer Gewebe vorkommenden im
Wesentlichen gleich.
Die Kettenfäden wickeln sich von den am rückwärtigen Theile des Stuhles ange
brachten Zettelrollen ab, laufen über mehrere Bollen, gehen unter den Stäben des sogen.
Seidenbaumes, einem zwischen den Seitentheilen des Stuhles festliegenden Holzbalken
durch, passiren dann die Messingzähne des Scheidblattes und die Schlingen von an Holz
leisten befestigten Zwirnfädeu (Schäfte), um in der Lade, einem über die Breite des Stuhles
sich erstreckenden Kähmen, den Endpunct zu finden. In diesem Bahmen bewegen sich in
verticaler Richtung aus Stahldraht gebildete Blätter und horizontal die den Eintragsfaden
bergende Schuss-Spule.
Die Arbeiterin zieht die Auslösungsstange nach links, der Riemen, welcher, von der
Transmissionsrolle heruntergehend, sich auf der lose laufenden Scheibe am Stuhle befand,
tritt auf die feste Antriebscheibe hinüber — der Stuhl ist im Gange.
Die Schäfte heben und senken sich in einer durch das Muster bestimmten Zahl, in
einer durch das Muster geregelten Folge; durch die jeweilig entstehende Oeffnung gleitet
die Schütze, die den Eintragfaden durch die gehobenen Kettenfäden hindurchführt, der dann
von dem erwähnten Stahlblatte kräftig angedrückt wird.
Die Verbindung der beiden Elemente des Gewebes ist hergestellt, über eine Glasstange
läuft es nun nach Rollen, die, am unteren Theile des Stuhles angebracht, es aufnehmen.
Die Aufgabe der beim Webstuhle verwendeten Arbeiterin ist ihrem Wesen nach nur
die der Beaufsichtigung. Sie hat darauf zu achten, dass alle Bestandtheile des Stuhles die
vorgezeichnete Bewegung ausführen, die sich allmälig kürzende Kette von den Zettelrollen
regelmässigen Nachschub erhalte, etwa reissende Kettenfäden angeknüpft werden, die
Schützenspulen ihr Materiale abgeben und dieses, ist es verbraucht, durch neues ersetzt werde.
Das Ziehen der Auslösungsstange nach Rechts setzt den Stuhl sofort ausser Gang.
Die hei den mechanischen Bandwebstühlen beschäftigten Arbeiterinnen verdienen in
der Woche 11. 4 80 bis fl. 6, in Ausnahmsfällen auch mehr.
Filzhut- Fabrikation.
Die Frauenarbeit in diesem Industriezweige besteht:
1. Im Ueberwachen
der gleichmässigen Vertheilung des Haares nach den für den einzelnen Hut nothwendigen
Mengen.
2. Im Auflegen.
Die Haare werden in möglichst dünne Schichten auf den Auflegetisch gelegt, damit
den Maschinen (Blas- und Fachmaschinen) stetig die Menge zugeführt wird, weiche die
selben verarbeiten können.
3. Im Pilzen.
Die auf der Maschine erzeugten, noch sehr lose gebundenen Fache oder Tafeln wer
den, in nasse Tücher eingeschlagen, nach allen Seiten hin so lange gerollt, bis das Pro
duct eine gewisse Festigkeit gewonnen hat.