Gruppe VII.
M e t a 11 - I n d ii s t r i e.
Fabrikation von Gold-, Silber- und Juwelen-Arbeiten.
Die Verwendung weiblicher Arbeitskräfte in diesem Industriezweige umfasst vielfache
Arbeiten. Es kommen diesfalls in Betracht:
1. Das Vergolden.
Dasselbe erfolgt hauptsächlich durch weibliche Arbeitskräfte, und zwar in der bereits
bei den Bronzewaaren beschriebenen Weise. Die Gegenstände, welche der Manipulation
des Vergoldens unterliegen, sind sehr mannigfaltig, da sie sämmtliche Artikel der Silber-
waaren-Industrie umfassen.
Lehrzeit beiläufig sechs Wochen. Arbeitslohn per Woche 4'/* bis 8 fl., im Durch
schnitte 5*/ 2 fl.
2. Das Poliren.
Das Poliren der vergoldeten Gegenstände wird auf gleiche Weise, wie in der
Bronzewaaren-Industrie verrichtet. Wochenlohn 6 bis 7 fl. im Durchschnitte.
3. Das Schleifen.
Diese Arbeit hat die Herstellung eines Glanzes auf den sich in natürlichem Zustande
befindlichen Flächen der edlen Metalle zum Zwecke. Das Schleifen wird je nach dem
Gegenstände bald feiner, bald einfacher ausgeführt.
Der Gegenstand wird mit pulverisirtem Bims, der mit Wasser oder Oel befeuchtet ist,
bestrichen, dann mit Holz oder mittelst einer mit Filz überzogenen Feile gerieben. In zweiter
Reihe geschieht sodann die gleiche Manipulation mittelst Trippei und dann durch sog.
Pariser Roth, wozu ebenfalls die Filzfeile oder ein guter hirschlederner Lappen verwen
det wird. Den feinsten Glanz endlich erzielt man durch Bearbeitung mit den Händen,
resp. durch Reiben mit der Handfläche.
Durchschnittlicher Wochenlohn 6 bis 7 fl.
4. Das Emailliren.
Die zu emaillirenden Gegenstände gelangen zu dieser Arbeit, nachdem vom Graveur
vermittelst des Stichels die zum Emailliren bestimmten Flächen (Dessin) ausgenommen,
d. h. vertieft worden sind. Das Email wird hierauf von einem Mädchen in nassem Zu
stande auf den Raum gebracht und die Feuchtigkeit durch ein trockenes Tuch heraus
gezogen. Der Gegenstand kommt alsdann in den Emailofen zur ersten Schmelzung,
welcher Vorgang noch einmal wiederholt wird. Hierauf wird vermittelst der Smirgelfeile
der Dessin glatt gefeilt, der Gegenstand ausgewaschen und ausgetrocknet und dann im
Ofen glanzgebrannt.