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Full text: Neubauten und Concurrenzen in Österreich und Ungarn, 1. Jahrgang 1895

Nr. 12. 
Neubauten und Concurrenzen in Oesterreich und Ungarn 
Seite 113. 
neue Michaeliskirche in der westlichen Vorstadt auszuschreiben. Die 
Kosten des Baues mit der inneren Einrichtung sollen 275.000 Mark 
nicht überschreiten. Es sollen drei Preise zu 2500, 1500 und 1000 Mk. 
festgesetzt werden. 
Wettbewerb für den Entwurf eines Jungvieh-Stallgebäudes. 
Die „Deutsche Landwirthschafts-Gesellschaft“ in Berlin, SW., Koch 
strasse 73, schreibt einen Wettbewerb zur Erlangung geeigneter Pläne 
für Jungviehstallungen aus. Einsendungstermin 1. Februar 1896. Preise 
400, 300 und 200 Mark, und ausserdem werden geeignete Entwürfe 
um 150 Mark angekauft. Die Bauprogramme sind durch die aus- 
schreibende Gesellschaft kosten- und portofrei zu beziehen. 
Rathhaus in Steglitz. Die Gemeindevertretung von Steglitz hat 
für Entwürfe zum Bau eines Rathhauses, dessen Kosten sich auf etwa 
250.000 Mark belaufen sollen, drei Preise von 1500, 1000 und 500 Mk. 
auszusetzen beschlossen, Ausserdem sind 1000 Mark zum etwaigen 
Ankauf weiterer Entwürfe bewilligt. Ein Ausschuss ist eingesetzt zur 
Vorberathung des auszuschreibenden Wettbewerbes. 
Wettbewerb für Entwürfe zu Zimmereinrichtungen. Der Termin 
dieses von der »Zeitschrift für Innendecoration« (^/<?.#. AW/j in Darm 
stadt) ausgeschriebenen und von uns bereits in Nr. 11 besprochenen 
Wettbewerbes ist bis zum 10. Mai (nicht, wie irrthümlich angegeben 
wurde, 10. März) festgesetzt worden. Das Preisrichteramt haben fol 
gende Herren übernommen: Gustav Fritzsche, Hof-Möbelfabrikant in 
München ; Prof. Herrn. G'ötz, Director der Kunstgewerbeschule in 
Karlsruhe; Prof. F. Luthmer, Director der Kunstgewerbeschule in 
Frankfurt a. M. ; Commercienrath Preeiorius, in Firma A. Bembé in 
Mainz ; Hans Schliepmann, königl. Regierungsbaumeister in Berlin ; 
Commercienrath Wilh. Wirth, in Firma Wirth Söhne in Stuttgart ; 
Alexander Koch, Herausgeber der »Zeitschrift für Innendecoration“ 
in Darmstadt. 
Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen zu Knüpfteppich- 
Mustern. Der Termin dieses von den Vereinigten Smyrna-Teppich 
fabriken in Berlin ausgeschriebenen Wettbewerbes, der am 1. October 
abgelaufen war, wurde bis zum 15. Jänner 1896 verlängert, da die 
Concurrenz ohne Ergebniss verlaufen ist. 
Das Preisgericht zur Prüfung der eingegangenen 37 Entwürfe 
für den Bau einer neuen evangelischen Kirche in Cannstatt, be 
stehend aus den Herren: Dombaumeister Professor Dr. von Bayer in 
Ulm, Oberbaurath Professor Schäfer an der technischen Hochschule 
in Karlsruhe, Oberbaurath Berner in Stuttgart; Decan Schwarzkopf, 
Rector Conz und Oberbürgermeister Hast in Cannstatt, fasste den 
einstimmigen Beschluss, den I. Preis mit 3000 Mark dem Entwurf 
mit dem Motto: „Morgenlicht“, den II. Preis mit 2000 Mark dem 
Entwurf mit dem Motto: „Uff“, den III. Preis mit 1000 Mark dem 
Entwurf mit dem Motto: „Rothes Kleeblatt mit Kanne“ zuzuerkennen. 
Verfasser der genannten Entwürfe sind die Herren: Reinhardt und 
Süssenguth, Architekten in Berlin; T. Ratzel, Architekt in Karlsruhe; 
Böklen und Feil, Architekten in Stuttgart, ferner wurde der Entwurf 
mit dem Motto „Zwei“ zum Ankauf für 500 Mark empfohlen. 
Wettbewerb Krankenhaus Haynau. Das Preisgericht hat den 
I. Preis von 1000 Mark dem Entwurf von Ludwig & Hülssner in 
Leipzig, den II. Preis von 750 Mark dem Entwurf des Reg.-Bmstr. 
M. f. Tacken in Frankfurt a. M , und den III. Preis von 500 Mark 
| dem Entwurf von Georg Rathenau in Berlin verliehen. 
BAUTECHNISCHE NEUHEITEN UND PATENTE. 
Abtropfsichere Oberlicht-Eindeckung ohne Quersprossen und 
ohne Zwischensparren von Frz. Spengler in Berlin. Glasformstücke g 
von sattelförmigem Querschnitt, welche sich in 
den Stossfugen überdecken, stehen mit ihren 
Seitenkanten auf rinnenbildenden Sparrenansätzen r. 
Treib- und Schwitzwasser muss an den inneren 
Flächen und Kanten der Formstücke ^ nach deren 
Seitenkanten und von hier auf den Ansätzen r 
entlang nach unten oder durch die Oeffnungen o 
in die Rinnensparren fliessen. 
Vorrichtung an Tusche- und Tintenfässern zum Füllen von 
Ziehfedern von //. L. Nikcl in Wien. Durch Zusammenpressen der 
im Gefässe a befindlichen Luft 
wird die darin enthaltene Flüs 
sigkeit in ein Steigröhrchen d 
getrieben. In das Steigrohr d 
ist ein Ueberlaufrohr (Einsatz 
röhrchen g) gesteckt, dessen 
oberes, über den Trichter c 
ragendes Ende nach abwärts 
gekrümmt ist. Beim Zusammen 
pressen der Luft im Gefäss a 
gelangt die in das Steigrohr 
getriebene Flüssigkeit in das 
Ueberlaufrohr, und tropft aus 
dessen nach abwärts gebogenem 
Ende in eine darunter gehaltene Feder. 
Fensterfeststellvorrichtung von G. Schmidt in Brandenburg a. H. 
Die Feststell Vorrichtung besteht aus dem Schenkel h mit Stift g und 
dem am gegenüberliegenden Fensterrahmen l befestigten Schenkel a. 
Beide Schenkel sind um Charnière k beziehungsweise b in verticaler 
Richtung drehbar und können in Aussparungen cc der Fensterrahmen l 
eingelegt werden. Der Schenkel a ist zweitheilig und kann am Char- 
nière « so auseinander geklappt werden, dass eine doppelte Länge 
resultirt, so dass die Möglichkeit, das Fenster sehr weit öffnen zu 
können, gegeben ist. 
Verstellbarer Gerüstbock von 
Joh. Steinfeld und Th. Becker in 
Mühlheim a Rh. Ueber die Füh 
rungsrollen c, welche auf den die 
Scheeren verbindenden Querbolzen 
sitzen, ist ein Seil d. eine Kette 
oder dergleichen derart zickzack 
förmig geführt, dass mittelst einer 
auf der Plattform befindlichen 
Windevorrichtung durch Auf- und 
Abwinden des Seiles der Geiüst- 
bock gehoben, beziehungsweise 
gesenkt werden kann. Ferner sind 
Gleitrollen an den unteren Scheeren- 
enden zur Erleichterung der Ver 
schiebung der Scheerenangeordnet. 
Regelbare Vor- und Nachspü 
lung für Aborte von Otto Ehricke 
in Berlin. Der Abort hat durch ein 
bewegliches Sitzbrett bethätigte 
Vor- und Nachspülung. Die Dauer 
der Nachspülung kann dadurch 
geregelt werden, dass ein den 
Schluss des Spül 
ventils bewirken 
der Gewichts 
hebel D e durch 
einen mit Luft 
gefüllten Cammi- 
ball g, auf den 
der Hebel drückt, 
gebremst wird, 
wobei die aus 
dem Gummiball 
ausgèpresste Luft 
durch ein Luft 
ventil g schneller 
oder langsamer 
austreten kann. 
Selbstthätiger Thürversperrer von J. H. Ermbter und P. de 
Rath in Neuss a. Rh. Mit der Thüre ist 
eine Hülse h verbunden. Eine mittelst 
eines Bolzens oder einer Gabel £ am Thür 
stock, beziehungsweise am festen Thür- 
Hügel angebrachte Klinke k fällt beim 
Schliessen der Thüre hinter der Hülse 
ein und lässt nur ein geringes Oeffnen 
der Thüre zu; falls nicht die Gabel g oder 
die Hülse vorher umgeklappt ist.
	        
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