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Neubauten und Concurrenzen in Oesterreich und Ungarn.
Nr. 4.
zwei Alternativprojecte des Architekten Dick, welche
derzeit im Wiener Künstlerhause ausgestellt sind. Das
erste Project (Tafel 18 und 19) enthält als Mittel
punkt das Reitermonument des Kaisers, zu beiden
Seiten Brunnen mit allegorischen Sculpturen (etwa Inn
und Donau). Der mit einem Mosaik in entsprechend
grossen Figuren
gepflasterte Platz
ist zu beiden
Seiten durch Bal-
lustraden abge
schlossen, welche
ihre Fortsetzung
um die ganzen
Gartenanlagen
herum nehmen.
Diese Ballustra-
den sind mit Ein
buchtungen, ab
wechselnd eckig
und rund, zur
Aufnahme von
Monumenten ver
sehen. An den
vier Eckpunkten
des Platzes sind
Rossebändiger
aufgestellt, wäh
rend in den dem
Monument des
Kaisers zunächst
liegenden
abge
schrägten Ecken
der Bailustraden
die Allegorien der
Länder Oester
reichs gruppirt
sind. Das zweite
-Project (Tafel 20
und 21) hat als
Mittelpunkt eine
hohe steinerne
Säule, mit Bronze
verziert, deren
Capitäl die Alle
gorie der Vindo
bona trägt. Am
Fusse der Säule,
gegen
die Ring
strasse gewendet,
ist das Kaiser
monument ange
ordnet. Vier hohe
bronzene Flag
genstangen um
geben das mitt
lere Monument.
Zu beiden Seiten sind halbkreisförmig Säulenhallen auf
erhöhtem, durch Treppen zugänglichem und durch Ballu-
straden abgeschlossenem Platze angeordnet, deren Wände
zur Aufnahme von Inschriften bestimmt sind, während
die vor den Hallen angeordneten Bailustraden je zwei
Statuen tragen. In der Mitte jeder Säulenhalle befindet
sich ein Brunnen. Die Pavillons an den vier Enden der
beiden Säulenhallen nehmen vier Reiterstandbilder auf.
Die weitere Entwicklung der Ballustraden und Anordnung
der Monumente an denselben ist ähnlich jener im ersten
Projecte. Trotz der freundlichen und anerkennenden
Aeusserungen gelegentlich der Ueberreichung der Pläne
seitens der jetzt
in der Communal-
verwaltung mass
gebenden Per
sonen ist es wohl
zweifelhaft, ob in
nächster Zeit Geld
und Sinn zur
Ausführung so
gross angelegter
künstlerischer
Projecte in Wien
vorhanden sein
werden, und so
wird denn auch
wahrscheinlich
das Jubiläum des
Kaisers vorüber
gehen, ohne dass
diese grossartige
Verschönerung
Wiens und seines
weltberühmten
Rathhausplatzes
einen Schritt
näher zur Voll
endung gethan
haben wird. Aber
ganz umsonst,
glauben wir, ist
diese Frage nicht
aufgerollt und in
mehreren Projec-
ten gelöst wor
den; denn einer
seits hat sie
künstlerisch
hochstehenden
Projecten zum
Werden verhel
fen, die an und
für sich von blei
bendem Werth e
sind, und anderer
seits kann es
keinem Zweifel
unterliegen, dass
in Wien noch
eine kunstsinni
gere Periode in
O
vielleicht nicht
Wohnhaus aus dem XVIII. Jahrhundert in Wien, Hafnersteig 11.
Demolirt im Jahre 1895.
allzuferner Zeit kommen und die Frage der Umgestaltung
des Rathhausplatzes, welche ja eigentlich so alt ist, wie
der Platz selbst, lösen wird. Und wird es zur künst
lerischen Umgestaltung des Rathhausplatzes kommen,
dann wird man nicht umhin können, auf die Projecte
zurückzugreifen, die wir heute veröffentlichen.