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Neubauten und Concurrenzen in Oesterreich und Ungarn.
Nr. 4-
stehenden Mitteln, sich innerhalb ziemlich enger Grenzen werde halten
müssen. Die Stufen mussten aus den Mitteln des Ausschusses beschafft
werden und wurden daher nur drei Steingattungen in die Parallel
versuche mit den Betonstufen einbezogen, und zwar Karststein, Kaiser
stein und Rekawinkler Stein.
Ueber die Vornahme und Ausführung der Proben selbst wurden
im Ausschüsse folgende Beschlüsse gefasst, die in Kürze hier an
geführt werden.
Die Herstellung der Betonstufen soll unter Aufsicht des Stufen
ausschusses geschehen. Von dem verwendeten Beton sind Probestücke
zur Ermittlung der Druckfestigkeit anzuferligen und ist eine Qualitäts
probe von dem zur Verwendung gelangenden Portland-Cement abzu
führen, Aus den zur Verwendung kommenden Steingattungen sind
ebenfalls, und zwar aus den Stiegenstufen selbst, Proben zu entnehmen.
Die Betonstufen sind erst nach einer bestimmten Zeit nach ihrer
Herstellung, und zwar bei einem Alter von vier Monaten der
Belastung zu unterziehen.
Die Belastungsproben sind vorzunehmen:
a) An Stiegenarmen von zehn Stufen mit einseitiger „Belastung,
womöglich bis zum Bruch“ ;
an einzelnen Stufen sind
b') „Belastungsproben“ und
c) „Fallproben“ durchzuführen.
Die Herstellung der Cementstufen und Versuchswürfel geschah
am 29. Juni 1895 in der Fabrik des Herrn Adolf Baron Pittel in
Weissenbach a. d. Triesting. Zur Erzeugung der Stufen wurden zwei
erlei Betonmischungen verwendet, so zw'ar, dass die Stufen an der
Auftritts- und Eintrittsfläche in einer Mächtigkeit von l 1 /^ — 2 cm
aus einer Betonmasse im Mischungsverhältnisse von: 1 Volumstheil
Portland-Cement und 1 Volumstheil Dolomitsand, aus welchem die
mehligen Theile ausgeschieden wurden, hergestellt, und der Kern der
Stufen (d. h. alles Uebrige am Körper derselben) aus einer Betonmasse
gemacht wurden, welche aus 4 Volumstheilen Sand und feinem Riesel
schotter (Dolomitgestein) und 1 Volumstheil Portland-Cement besteht.
Der für den Kern verwendete Beton wurde in eine Holzform
gebracht und hier in zwei Lagen gestampft, wozu eine Stampfzeit
von je 15—20 Minuten erforderlich war. Die für die Auf- und Ein
trittsfläche verwendete Masse war etwas feuchter gehalten und
erforderte nur eine Bearbeitungszeit von etwa 7 Minuten. Die Stufen
wurden circa 18 Stunden in der Form gehalten und dann nach Be
seitigung der Formwände blossgelegt. Es wurden am 29- Juni zwei
solcher Stufen erzeugt und die anderen neun Stück an den darauf
folgenden Tagen.
Am 28. October 1895 wurden die Belastungsproben an dem
Stiegenarme aus Karststein, dem Stiegenarme aus Portland-Cement-
Stampfbeton und an einzelnen Stufen aus Portland-Cement-Stampfbeton
vorgenommen, und am 4. November 1895 wurden die Belastungsproben
an zwei eingemauerten, freitragenden Stiegenarmen aus Rekawinkler-
stein und Kaiserstein fortgesetzt. Die Versuche betrafen je einen zehn
Stufen umfassenden geraden Stiegenarm in freier Länge von { 60 m
und 25 cm Einmauerung.
Die Steinstufen wurden in der Zeit von Ende August bis
Anfangs September 1895 gebrochen und mit Einschluss der Stampf
betonstufen vom 9- bis 15. October sorgfältig unter Verwendung von
hydraulischem Mörtel versetzt.
ln allen vier Fällen wurden nur die mittleren sechs Stufen
belastet, u. zw. derart, dass 80 cm lange, 5 cm starke und im mittleren
Gewichte 6 kg schwere Holzpfosten auf die äusseren Enden der Stufen
gelegt wurden und darauf das Belastungsmaterial (Eisenflossen): der
Schwerpunkt der Last kam somit T20 w von der Mauer entfernt zu liegen.
Jede der belasteten Stufen war auf einer Fläche von 0'3X0’80 = 0'24
mit dem Belastungsmateriale belegt; die belastete Fläche der sechs
Stufen betrug somit zusammen l'44w\ Die hiebei gemachten
Beobachtungen, sowie die Ergebnisse der durchgeführten Belastungen
sind in den nachfolgenden Tebellen zusammengestellt:
1. Stiegenarm aus Karststein.
Belastung
in Kilogr
Stufen Nr.
8 I 9 ! 10
' C CX
D S C
SJ
äs
Anmerkung
I. Phase
II. Phase
I. Phase
IV. Phase
V. Phase
VI. Phase
306
871
105S
1212
1313
1423
298
8ö0
1035
1215
1343
1459
300
857
997
1147
1245
1367
287
829
998
1160
•1273
1381
299
794
968
1140
1236
1341
266
828
991
1136
1223
1331
1756
5033
6044
7010
7633
8302
Geringes Oeff-
nen der Fuge
zwischen der
8. und 9. Stufe.
Senkung des
ganzen
Stiegenarmes ;
zwischen der
8. und 9. Stufe
um 5 mm.
Oeflnen dieser
Fuge bis auf
7 mm.
Oefthen dieser
Fuge bis auf
10 mm.
Oeffnen dieser
Fuge bis anf
12 mm-.
Oefthen dieser
Fuge bis auf
15 mm.
Bei der Belastung von 8302 kg musste der Versuch vor Eintritt
des Bruches abgebrochen werden, nachdem in Folge der Höhe der
aufeinander gelegten Eisenflossen bereits Gefahr für die'Arbeiter ein
zutreten begann.
Der Bruch erfolgte plötzlich, ohne dass vorher Risse oder
Veränderungen an den Stufen und an der Einmauerung wahrgenommen
worden wären. Sämmtliche belastete Stufen barsten gleichzeitig. Die
unbelastete Stufe 9 erlitt hierbei ebenfalls einen Sprung und wurde
die Ecke der Stufe ,2“ abgedrückt.
3. Stiegenarm aus Kaiser- (Sommereiner) Stein.
Stufen Nr.
Zu
sammen
Kilogr..
Anmerkung
1 2
3 , *
5 • 6 i 7
8 i 9 10
Belastung
in Kilogr.
1235 1206
1225
1187
1214
1215
—
7282
Bei dieser Belastung trat der Bruch bis zur 8. Stufe ein,
nachdem kurz vorher zwischen der 8. und 9. Stufe eine Trennung
sich zeigte.
4. Stiegenarm aus Rekawinkler Stein.
Belastung
in Kiiogr.
Stufen Nr.
1 2 3 14 5 6
9 !10
Anmerkung
I. Phase
232
340
218
340
212
323
219
343
230
324
219
334
1330
2004
Trennung
zwischen der
9. und 10.
Stufe.
Diese Fuge
jerweiterte sich
[bis zu 10 mm.
worauf der
(Bruch erfolgte,
Am 2. December 1895 fanden die Fall- und Belastungsproben
an einzelnen, einerseits eingemauerten freitragenden Stiegenstufen statt.
Die Beschaffenheit und Qualität, sowie die Zeit der Gewinnung, resp
Herstellung der Stufen, war genau dieselbe, wie bei den Versuchen
mit ganzen Stiegenarmen,
Die Vornahme der Proben geschah in folgender Weise:
A. Fallproben,
Hiezu wurden gewöhnliche, kreisconische Gewichte von 10 kg
und 20 kg verwendet, Welche man, um 40 kg Fallgewicht zu erhalten,
beiderseits oben je einen Sack mit 10 ^ Bleischrot zugab. Ferner
verwendete man eine Hohlkugel aus Eisen von 30 cm äusserem Durch
messer im Gewichte von 50 kg, welcher, um 60 kg Fallgewicht zu
erhalten, 10 kg Bleischrot zugefüllt wurden. Sodann legte man auf
die einzelnen eingemauerten Stufen zunächst 5 cm starke, 30 cm breite
und 80 cm lange Holzpfosten, darauf eine etwa‘4 xrw starke Wellsand-
schiphte und darüber allseits bündig einen zweiten Pfosten. Die zwei
Holzpfosten, incl. Sandschichte wogen {% kg. Die Gewichte wurden
1 m von der Unterkante entfernt über der oberen Fläche des oberen
Pfostens im Pfostenmittel (also 1*20 w von der Wand entfernt) fixirt
und von da frei fallen gelassen.
Der Verlauf der Versuche war folgender:
1. Rekawinkler Steinstufe:
Beim ersten Aufschlagen eines Gewichtes von \0 kg brach die
Stufe gleichmässig iy a cm von der Wand entfernt, parallel zur Wand.
2. Cement-Betonstufe:
Beim ersten Aufschlagen eines Gewichtes von {0 kg erfolgte
der Bruch 20 cm von der Wand entfernt, parallel zu derselben.
3. Kaiser-Stein stufe:
Beim ersten Aufschlagen mit
„ zweiten „ „
„ dritten „ „
„ vierten „ „
{0kg und
Wkg zeigte sich keine Veränderung:
40 kg war eine Lockerung in der
Einmauerung zu bemerken;
50 kg ist der Bruch ca. 6 cm von
der Mauer erfolgt.