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Full text: Neubauten und Concurrenzen in Österreich und Ungarn, 2. Jahrgang 1896

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Neubauten und Concurrenzen in Oesterreich und Ungarn. 
Nr. 7. 
wenn sie von tüchtigen Praktikern ausgeht, wie dies bei 
dem Werk „Eiserne Treppen“*) von Feiler und Bogus 
der Fall ist. Als Inhaber und Leiter einer Eisenconstruc- 
tionswerkstätte und Fabrik kunstgewerblicher Schmiede 
arbeiten wissen sie, was der in der Praxis stehende Meister 
an Hilfsmitteln für seine Arbeiten benöthigt, welche An 
gaben er zur Ausführung derselben .braucht, wie weit sein 
Können geht, vor Allem aber ,auch, welche Ansprüche in 
technischer, baupolizeilicher, hygienischer und ästhetischer 
Hinsicht an eiserne Treppenausführungen gestellt werden. 
*) „Eiserne Treppen“. Sammlung schmiedeiserner Treppencon- 
structionen mit Beschreibung, Eisenangaben, Gewichts- und Preisberech 
nungen. Herausgegeben von y. Feiler und P. Bogus. — Vollständig 
in 10 Heften ä 3 Mark. 40 Tafeln, Format 30X4-0 cm. (Verlag von 
Otto Maier in Ravensburg.) 
Bekanntlich schätzt man an eisernen Treppen ihre Feuer 
sicherheit und geringe Raumbeanspruchung den Holz- 
und Steintreppen gegenüber. Jedes Blatt enthält die Total 
ansicht einer Treppe, sowie verschiedene Detail- und Quer 
schnittzeichnungen in scharfen Contouren, und zu jederTafel 
tritt als wesentliche Ergänzung erläuternder Text hinzu, 
der über Gewichts- und Preisberechnungen, Eisendimen- 
sionen etc. genaue und 
so dass der ausführende SchJossermeister 
Aufschlüsse gibt. 
wie 
der 
con- 
struirende Baumeister bei Voranschlag und Fertigstellung 
sicher gehen. 
Berücksichtigung 
^ finden in diesem Werke einfache 
und reichverzierte Wohnhaustreppen, Lagerhaus- und 
Fabrikstreppen, reichdecorirte Haupttreppen für herr 
schaftliche Häuser, Villen, Hotels etc. 
WETTBEWERBS-NACHRICHTEN. 
Ausgeschriebene Wettbewerbe. 
Das k. und k. Belvedere wird in kürzester Zeit zur Aufnahme 
eines Mitgliedes des Kaiserhauses adaptirt werden. Da bekanntlich 
in dem herrlichen, vom Prinzen Eugen von Savoyen erbauten und 
vom Meister Lucas von Hildebrand ausgeführten Palaste keine Keller, 
keine Küchen und nur sehr wenige Ställe vorhanden sind, werden 
diese Adaptirungen wohl einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren in 
Anspruch nehmen. Es soll für diese Arbeiten eine Concurrenz unter 
ajlen Wiener Architekten ausgeschrieben werden. 
Ein Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen für einen 
monumentalen Springbrunnen auf dem Platz zwischen dem Rudol- 
finum in Prag und der Kunstakademie, wird vom Gemeinderathe in 
Prag mit Termin zum 5. März 1897 unter Verleihung von 3 Preisen 
von 1500, 1000 und 600 fl. ausgeschrieben. Bedingungen und Unter 
lagen sind durch das Stadtbauamt im Altstädter Rathhause zu be 
ziehen- Der in Rede stehende Wettbewerb ist ein zweiter Wettbewerb 
für denselben Brunnen, dem vor etwa 6 Jahren der erste Wettbewerb 
vorausgegangen ist; dieser scheiterte daran, dass bei der Eigenart des 
nahezu quadratischen Platzes kein Entwurf auf Richtungslosigkeit 
componirt war, während die Verhältnisse des Platzes, auf dessen einer 
Seite das Rudolfinum, gegenüber das Akademiegebäude und an den 
übrigen beiden Seiten bedeutsame Strassenzüge sich hinziehen, eine 
in irgendwelcher Weise betonte Richtung ausschliessen. Bei ent 
sprechend zusammengesetztem Preisgerichte kann eine 
Fheilnahme an dem Wettbewerbe zur Lösung dieser schwierigen und 
interessanten Arbeit wohl nur empfohlen werden. 
Tür die Verfassung der Pläne und Kostenvoranschläge einer 
in Török-Szt.-Miklos zu errichtenden r.-k. Kirche ist der öffentliche 
Wettbewerb anberaumt. — Die Baukosten dürfen 60.000 fl. nicht 
übersteigen. — Die Concurrenzwerke sind bis 13-August 1. J., Mittags 
12 Uhr, beim Secretariate des Ungarischen Ingenieur-und Architekten- 
vereines in Budapest zu überreichen. — Erster Preis 800 Kronen, zweiter 
Preis 500 Kronen. — Jurymitglieder sind Stefan Kiss, Samuel Peez, 
Friedrich Schulek. — Die näheren Behelfe erliegen beim Secretariate 
des Ungarischen Ingenieur- und Architektenvereines. — Die Preise 
erscheinen der Bausumme gegenüber, wenn auch erstere in Kronen, 
letztere in Gulden angegeben erscheinen, denn doch zu armselig. 
Ohne Sicherstellung, dass dem mit dem ersten Preise gekrönten Pro- 
jectanten auch die Ausführung übertragen wird, entspricht ein solcher 
Wettbewerb nicht der Würde des Architektenstandes. 
Die königl. Stadt Pilsen eröffnet einen Wettbewerb zur Er 
langung von Entwürfen für ein neues böhmisches Theater in Pilsen. 
Für die besten Pläne sind drei Preise ausgesetzt, und zwar der erste 
mit 2500 Kronen, der zweite mit 2000 Kronen, der dritte mit 1500 
Kronen. Die prämiirten Entwürfe gehen bedingungslos in das Eigen 
thum der Stadt Pilsen über. Dieselbe behält sich aber auch das Ankaufs 
recht der nicht prämiirten Projecte vor, wenn dieselben den Bedingungen 
entsprechend angefertigt worden sind. Entwürfe mit genauem Kosten 
anschlag sind längstens bis 15. September 1896, 12 Uhr Mittags, dem 
Bürgermeisteramte in Pilsen einzusenden. Sie müssen mit einem Motto 
versehen und der Name des Proj’ectanten in versiegeltem Couverte 
genannt sein. Das Preisrichteramt haben folgende Herren übernommen: 
Bürgermeister JDr. W. Petâk; Ignaz Schiebl, Eduard Kroh, Franz 
lCotek, Stadträthe: Ein. Stefânek, Stadtbauamtsdirector, und Georg 
Pacold \xwd Josef Schulz, Professoren an der k. k. böhmischen tech 
nischen Hochschule in Prag. 
Preisausschreibung des kunstgewerblichen Museums der 
Handels- und Gewerbekammer in Prag. Um das selbständige Schaffen 
auf dem Gebiete des Kunstgewerbes zu fördern, hat die Handels 
und Gewerbekammer in Prag dem kunstgewerblichen Museum zu 
Zwecken von Concurrenzausschreibungen für das Jahr 1896 die 
nöthigen Mittel zur Verfügung gestellt. Die vom Curatorium des 
kunstgewerblichen Museums aufgestellten Preisaufgaben sind folgende: 
1. ein Beleuchtungsgegenstand (Stand-, Arm- oder Hängeleuchter) 
aus Schmiedeeisen; 2. ein Schmuckgegenstand unter Verwendung von 
verschiedenen Steinarten: 3. ein Bucheinband in Leder, die Art der 
Technik bleibt der freien Wahl überlassen, ein vorwiegend figuraler 
Schmuck ist ausgeschlossen. Die zur Concurrenz eingereichten Gegen 
stände müssen sich durch selbständige Auffassung und technisches 
Können auszeichnen. Ausgesetzt sind für jede Gruppe zwei Preise: 
erster Preis 240 Kronen, zweiter Preis 100 Kronen. An der Concur 
renz können sich nur in Böhmen ansässige Kunstgewerbetreibende 
oder bei solchen in Verwendung stehende Mitarbeiter betheiligen, 
ferner die nach Böhmen zuständigen absolvirten Schüler der k. k’. 
Kunstgewerbeschule in Prag und der gewerblichen Fachschulen 
Böhmens. Die Arbeiten sind bis 30. November 1896 an das kunst 
gewerbliche Museum im Rudolfinum abzuliefern. 
Wettbewerb zur Erlangung von Plänen für ein Schulhaus in 
Georgswalde. Vom Gemeindeausschusse in Georgswalde und dem 
Ortsschulrathe wurde die Errichtung eines neuen Schulgebäudes be 
schlossen, welches in der nächsten Nähe des bereits bestehenden 
Schulgebäudes erbaut werden soll. Dasselbe soll 12 Lehrzimmer, 
1 Zimmer für die Lehrmittel und die Dienerwohnung enthalten. Die 
Herren Baumeister werden ersucht, Pläne hiefür, jedoch kostenfrei, 
bis 31. Juli 1896 beim Stadtamte Georgswalde einzureichen, wo auch 
während der Amtsstunden die weiteren Bestimmungen eingeholt 
werden können. — Auf diese Art kommt man wirklich billig in den 
Besitz von Projecten, welche man dann entsprechend verwerthen kann. 
Bau einer Landwehr-Bataillonskaserne in Krems. Preisbewer 
bung zur Erlangung von Plänen. Erster Preis 1800 Kronen, zweiter Preis 
1000 Kronen, dritter Preis 800 Kronen. Bedingungen, Abschrift des 
Bauprogrammes etc. können von der Gemeindekanzlei bezogen werden 
Einreichungstermin 30. August 1896, 12 Uhr. 
Der Concurs für die Pläne, und Kostenyoranschläge eines 
allgemeinen Krankenhauses in Komorn wird infolge Aenderung des 
Bauprogramms seitens des Oberpbysicus einstweilen widerrufen. Nach 
Genehmigung der beantragten Aenderungen wird der öffentliche Wett 
bewerb wieder eröffnet und in genügender Weise kundgethan werden. 
Zur Erlangung von Entwurfskizzen für den Erweiterungsbau 
des Rathhauses in Quedlinburg a. H. wird ein allgemeiner Wett 
bewerb unter den deutschen Architekten ausgeschpeben. Bedingungen, 
Bauprogramm nebst Lageplan u. s. w. können vom dortigen Stadt 
bauamte unentgeltlich bezogen werden. An Zeichnungen werden ver 
langt ausser einem Lageplan (wozu die zur Ausgabe kommende Um 
druckzeichnung benutzt werden kann) eine Ansicht im Massstabe von 
1 : 100 und zwei im Massstabe von 1 : 200, ebenso die Grundrisse aller 
Geschosse im Massstabe von 1 : 200 nebst den zugehörigen Schnitten. 
Den Zeichnungen ist ein Erläuterungsbericht und Kostenüberschlag 
beizufügen. Als Endtermin für die Einlieferung der Arbeiten ist der 
1. October 1896, Abends 6 Uhr, festgesetzt. An Preisen sind ausge 
worfen 1500 Mark, 1000 Mark und 500 Mark für die drei relativ 
besten Arbeiten. Der Ankauf weiterer Pläne zum Betrage von je 300 
Mark bleibt Vorbehalten. 
Behufs Erlangung von Entwürfen für den Neubau eines Rath 
hauses am Marktplatze in Linden wird ein allgemeiner Wettbewerb 
unter deutschen Architekten eröffnet. Die Bedingungen, sowie das 
Bauprogramm nebst Lageplan können vom dortigen Stadtbauamte, 
Posthornstrasse Nr. 6, gegen Einsendung von drei Mark, welcher 
Betrag den am Wettbewerbe sich betheiligenden Herren demnächst 
wieder zurückbezahlt wird, bezogen werden. Als Endtermin für die 
Einlieferung der Arbeiten ist der 31. October 1896, Abends 6 Uhr, 
festgesetzt. An Preisen sind ausgeworfen 2000 Mark, 1500 Mark und 
1000 Mark für die drei besten Arbeiten; der Ankauf von zwei 
weiteren Plänen zum Betrage von je 5Ö0 Mark bleibt Vorbehalten. 
Gesammtbaukosten 300.000 Mark. 
Zur Erlangung von Entwürfen für den Neubau eines Cursaal- 
gebäudes in Bad Pyrmont wird ein allgemeiner Wettbewerb aus 
geschrieben. Es sind drei Preise ausgesetzt von 2000, 1200 und 
800 Mark. Die Entwürfe sind bis zum 15. August 1896 an den Kammer- 
secretär Drube in Arolsen portofrei einzureichen und sind von dem 
selben die Bedingungen nebst Lageplan kostenfrei zu beziehen. Bei 
Localbesichtigung des Bauplatzes wird der fürstliche Baucommissär 
Riemenschneider in Pyrmont nähere Auskunft ertheilen. 
, Zur Erlangung von Entwurfskizzen für den Neubau der Hoch 
schule für die bildenden Künste und der Hochschule für Musik in 
Berlin wird ein öffentlicher Wettbewerb ausgeschrieben, zu welchem 
alle Architekten deutscher Reichsangehörigkeit eingeladen werden.
	        
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