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Full text: Neubauten und Concurrenzen in Österreich und Ungarn, 3. Jahrgang 1897

Nr. 6. 
Neubauten und Concurrenzen. 
Seite 43. 
ziegeln zwischen Traversen einer solchen Iramdecke 
o 
gegenüber wesentlich billiger zu stehen kommt, die 
Decken allein miteinander verglichen, ohne Rücksicht 
auf die Ersparniss an Mauerwerk. 
lieber die Behandlung und Verzierung von Holz- 
waaren gibt L. C. Andes in der »Zeitschrift für Drechsler, 
Elfenbeingraveure und Holzbildhauer« einige Ausführungen. 
Um farbige Verzierungen auf Holz herzustellen, 
behandelt man die Holzplatten mit Salzsäure und macht 
dadurch die Oberfläche des Holzes porös. Hierauf werden 
mit einer gravirten Platte und mit starker Pressung die 
Figuren eingepresst und dann mittelst Bimsstein die ganze 
Platte glatt abgeschliffen. Wird die Holzfläche darauf mit 
einer Farblösung überzogen, so entsteht eine schöne 
Zeichnung, weil die gepressten dichteren Stellen weniger 
von der Farbe aufnehmen und infolge dessen einen lichteren 
Ton derselben Farbe zeigen, als die nicht gepressten Stellen. 
Zur Conservirung lackirter und gebeizter Holzwaaren 
empfiehlt sich folgendes Verfahren: Die aus 3 Th. Pottasche, 
1 Th. calc. Weinstein und 24 Th. Wasser bereitete, 
ausserdem noch mit 48 Th. Wasser verdünnte Lauge 
wird gleichmässig ausgebreitet, um die Entstehung von 
Flecken zu verhindern; nach 3 bis 4 Minuten langer 
Einwirkung hat die Lauge den Schmutz aufgelöst und 
wird nun mit Wasser sorgfältig abgewaschen. Auch em 
pfiehlt es sich, lackirte Gegenstände mit Baumöl zu säubern. 
Man streut auf das aufgestrichene Baumöl Mehl, Puder 
oder weisses präparirtes Hirschhorn und reibt das Baumöl 
mit einem zarten Tuche wieder ab. Hiedurch werden 
nicht nur Flecken und Staub entfernt, sondern auch der 
Glanz der Möbel wieder hergestellt. 
Zur Herstellung schwarzer, mattglänzender Politur 
flächen eignet sich folgendes Verfahren: Man hobelt und 
putzt die Fläche glatt und sauber ab, beizt erst mit einer 
starken Abkochung von Brasilienholzspänen und, nach 
dem dieser Anstrich halb trocken ist, mit holzessigsaurem 
Eisen nach, lässt nun die erfolgte schwarze Färbung gut 
trocken werden und schleift dann die aufgestiegenen Polen 
sorgfältig glatt. Zeigen sich durch das Schleifen helle Stellen, 
so beizt man dieselben abermals schwarz. Nach dem 
letzten Schliffe mit Bimsstein und Oel wird die Fläche 
mit heller Schellackpolitur, in welcher Anilinschwarz 
aufgelöst ist, polirt, oder man löst in dem zum Abpoliren 
nöthigen Alkohol das Anilinschwarz auf und färbt aul 
diese Weise durch Abpoliren nach. Ist die polirte Fläche 
trocken geworden, so schleift man dieselbe mit gebranntem 
Bimsstein und Wasser mittelst eines Stückes Hutfilz ab, 
entfernt die Schleifmasse vollständig und gibt der Fläche 
den matten Glanz, indem man mit Wachssalbe abreibt. 
Eiserne amerikanische Häuser. In dem Haupt- 
weschäftsviertel von New-York, welches bekanntlich auf der 
nur 300 bis 400 in breiten Insel Manhatan liegt, wird der 
Grund und Boden stellenweise mit 7000 bis 10.000 Dollars 
das Quadratmeter bezahlt. Was man bei den verhältniss- 
mässig schmalen Baustellen nicht an Bodenfläche besitzt, 
sucht man in der Höhe auszunützen. Von diesem unver 
frorenen »Ausnützen« hat man in Europa gar keinen 
rechten Begriff. Der neueste dieser Himmels- oder Wolken 
kratzer, das »Irvins Syndicatsgebäude«, wird eine Höhe 
von 115 in und mindestens 33 Geschosse über einander 
erhalten. 500 ganz gleich grosse Fenster »verzieren« 
die Front. 
Das Gerippe solcher Häuserthürme besteht natürlich 
ganz aus Eisen. Das Steinmaterial in den Umfassungs 
wänden dient nur zum Abschluss, hat also so gut wie 
keinen Druck aufzunehmen. Bei der Vertheilung des 
Druckes wird so verfahren, dass eine Säulengruppe das 
erste bis vierte, eine zweite das vierte bis achte, eine 
dritte das achte bis dreizehnte Geschoss zu tragen hat. 
Die Betriebskosten eines solchen Gebäudes sind 
natürlich umso grösser, je höher es ist. Das »nur 10 Geschoss« 
hohe Auditoriumgebäude in Chicago, welches ausser den 
Geschäftsräumen einen Gasthof und ein Theater enthält, 
erfordert 75.000 Dollars jährliche Betriebskosten. Die 11 
vorhandenen Dampfkessel verbrauchen im Sommer 30 
bis 35 t Kohlen. Im Winter erhöht sich diese Ziffer, wenn 
die Heizung in Betrieb ist, auf 50 t. Das Gebäude hat 
13 Personenaufzüge. Installirt sind 40 km Gas- und 
Wasserleitungsröhren, sowie 370 km elektrischer Leitungen. 
Wohl erheben Bürger und Feuerwehr gegen solche 
Ausnützung des Baugrundes Einspruch; aber im Lande 
der sogenannten Freiheit hat eben Jedermann das unbe 
strittene Recht, seinen Nachbar und alle Welt so sehr 
zu belästigen, wie er nur immer kann, selbst auf die 
Gefahr hin, dass die Menschen in Zukunft nur in tiefen, 
lichtlosen Schluchten wandeln. „Eisenzeituvg. 
WETTBEWERBS-NACHRICHTEN. 
Ausgeschriebene 
Behufs Erlangung von Skizzen für den Neubau der städtischen 
achtclassigen Mädchenschule und desPfarrhofes bei St. Jakob in Laibach 
wird eine öffentliche Concurrenz ausgeschrieben, und es werden für 
die zwei besten Projecte zwei Preise bestimmt, und zwar: I. Preis mit 
1000 Kronen, II. Preis mit 600 Kronen. Die Concurrenzskizzen, welche 
Grundrisse aller Stockwerke, Fagaden und Schnitte zu enthalten 
haben und im Massstabe 1:200 nach dem diesfalls bestehenden Bau 
programme zu verfassen sein werden, sind bis 1. August 1897. 
12 Uhr Mittags, beim Magistrat der Landeshauptstadt Laibach zu 
überreichen. Die prämiirten Projecte gehen in das unbeschränkte 
Eigenthum des Stadtmagistrates über, und behält sich dieser einen 
eventuellen Ankauf weiterer Concurrenzprojecte vor. Für die Be- 
urtheilung der eingelaufenen Concurrenzarbeiten sind die Vorschriften 
bei Preisbewerbungen, angenommen in der Geschäftsversammlung 
des österr. Ingenieur- und Architektenvereines vom 27. April 1889, 
massgebend, und werden die Mitglieder der eingesetzten Jury vom 
Stadtmagistrate noch vor Ablauf des Concurrenztermines veröffentlicht 
werden Das Bauprogramm und die einschlägigen Behelfe sind beim 
Stadtmagistrate Laibach erhältlich. Diese Gebäude sollen an Stelle 
des gewesenen Redoutengebäudes errichtet werden, und die An 
ordnung ist derart zu treffen, dass jedes einzelne Gebäude getrennt 
ausgeführt werden kann, jedoch in der Gesammtcomposition sich der 
auf demselben Platze befindlichen St. Jakobs-Kirche würdig anschhesst 
und dem letzteren eine entsprechend harmonische Wirkung verleiht. 
Der zur Verfügung stehende Bauplatz hat drei Gassenfronten und es 
sollen auf demselben eine achtclassige städtische Mädchenschule und 
eine dreiclassige Bürgerschule, sowie das Pfarrgebaude untergebraclit 
werden. 
Das Schulgebäude soll im Ganzen 13 Lehrzimmer für je 
50 bis 70 Schülerinnen enthalten, ferner einen Zeichensaal, einen 
Saal für den Gesangsunterricht und einen Turnsaal, ferner sind 
8 Zimmer (Directionskanzlei, Conferenzzimmer, Lehrmittelsammlung 
Wettbewerbe. 
etc.) erforderlich. Alle diese Räume sollen im Parterre und in zwei 
oberen Geschossen untergebracht werden; bei der Grundrisslösung 
ist darauf Bedacht zu nehmen, dass ein entsprechend grosser Hof 
raum als Erholungsort für die Schülerinnen während der Unterrichts- 
pausen angeordnet wird. . .. , 
Im Pfarrgebaude sollen sich die Kanzlei für das Pfarramt, 
sowie die Wohnräume für den Pfarrer im ersten Stock befinden, 
letztere bestehend aus einem Wohnzimmer, einem Schlafzimmer, 
einem Sitzungszimmer, einem Tafelzimmer für 30 Personen und einem 
Anrichtezimmer. Die dazugehörige Küche und Nebenräume befinden 
sich im Parterre, woselbst auch die Messnerwohnung (zwei Zimmer, 
Küche etc.) und ein Zimmer für einen ledigen Messner untergebracht 
werden sollen. Im zweiten Stock sind Wohnungen für drei Coopera- 
toren, sowie eine gemeinschaftliche Küche für dieselben und die 
entsprechenden Nebenräume anzuordnen. Sollten sich bei der Durch 
bildung des Grundrisses Schwierigkeiten in der Raumaustbeilung 
ergeben, so können Restringirungen bezüglich des für den Pfarrhof 
entwickelten Programmes vorgenommen werden, damit den An 
forderungen für die Mädchenschule, im vollen Umfange Rechnung 
getragen wird. Doch dürfen diese Einschränkungen nicht zu Un 
gunsten der Cooperatorenwohnungen geschehen. 
Behufs Erlangung von Skizzen Für den Neubau eines städtischen 
Feuerwehr-Centraldépöts in Laibach wird eine öffentliche Concurrenz 
ausgeschrieben, und es werden für die zwei besten Projecte zwei Preise 
bestimmt, und zwar: I. Preis mit 800 Kronen, II. Preis mit 600 Kronen. 
Die Concurrenzskizzen, welche Grundrisse aller Stockwerke, Fagaden 
und Schnitte zu enthalten haben und im Massstabe 1:200 nach dem 
diesfalls bestehenden Bauprogramme zu verfassen sein werden, sind 
bis 1. August 1897, 12 Uhr Mittags, beim Magistrate der Landes 
hauptstadt Laibach zu überreichen. Die prämiirten Projecte gehen 
in das unbeschränkte Eigenthum des Stadtmagistrates über, und behält 
sich dieser einen eventuellen Ankauf weiterer Concurrenzprojecte vor. 
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