Nr. 6.
Neubauten und Concurrenzen.
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ziegeln zwischen Traversen einer solchen Iramdecke
o
gegenüber wesentlich billiger zu stehen kommt, die
Decken allein miteinander verglichen, ohne Rücksicht
auf die Ersparniss an Mauerwerk.
lieber die Behandlung und Verzierung von Holz-
waaren gibt L. C. Andes in der »Zeitschrift für Drechsler,
Elfenbeingraveure und Holzbildhauer« einige Ausführungen.
Um farbige Verzierungen auf Holz herzustellen,
behandelt man die Holzplatten mit Salzsäure und macht
dadurch die Oberfläche des Holzes porös. Hierauf werden
mit einer gravirten Platte und mit starker Pressung die
Figuren eingepresst und dann mittelst Bimsstein die ganze
Platte glatt abgeschliffen. Wird die Holzfläche darauf mit
einer Farblösung überzogen, so entsteht eine schöne
Zeichnung, weil die gepressten dichteren Stellen weniger
von der Farbe aufnehmen und infolge dessen einen lichteren
Ton derselben Farbe zeigen, als die nicht gepressten Stellen.
Zur Conservirung lackirter und gebeizter Holzwaaren
empfiehlt sich folgendes Verfahren: Die aus 3 Th. Pottasche,
1 Th. calc. Weinstein und 24 Th. Wasser bereitete,
ausserdem noch mit 48 Th. Wasser verdünnte Lauge
wird gleichmässig ausgebreitet, um die Entstehung von
Flecken zu verhindern; nach 3 bis 4 Minuten langer
Einwirkung hat die Lauge den Schmutz aufgelöst und
wird nun mit Wasser sorgfältig abgewaschen. Auch em
pfiehlt es sich, lackirte Gegenstände mit Baumöl zu säubern.
Man streut auf das aufgestrichene Baumöl Mehl, Puder
oder weisses präparirtes Hirschhorn und reibt das Baumöl
mit einem zarten Tuche wieder ab. Hiedurch werden
nicht nur Flecken und Staub entfernt, sondern auch der
Glanz der Möbel wieder hergestellt.
Zur Herstellung schwarzer, mattglänzender Politur
flächen eignet sich folgendes Verfahren: Man hobelt und
putzt die Fläche glatt und sauber ab, beizt erst mit einer
starken Abkochung von Brasilienholzspänen und, nach
dem dieser Anstrich halb trocken ist, mit holzessigsaurem
Eisen nach, lässt nun die erfolgte schwarze Färbung gut
trocken werden und schleift dann die aufgestiegenen Polen
sorgfältig glatt. Zeigen sich durch das Schleifen helle Stellen,
so beizt man dieselben abermals schwarz. Nach dem
letzten Schliffe mit Bimsstein und Oel wird die Fläche
mit heller Schellackpolitur, in welcher Anilinschwarz
aufgelöst ist, polirt, oder man löst in dem zum Abpoliren
nöthigen Alkohol das Anilinschwarz auf und färbt aul
diese Weise durch Abpoliren nach. Ist die polirte Fläche
trocken geworden, so schleift man dieselbe mit gebranntem
Bimsstein und Wasser mittelst eines Stückes Hutfilz ab,
entfernt die Schleifmasse vollständig und gibt der Fläche
den matten Glanz, indem man mit Wachssalbe abreibt.
Eiserne amerikanische Häuser. In dem Haupt-
weschäftsviertel von New-York, welches bekanntlich auf der
nur 300 bis 400 in breiten Insel Manhatan liegt, wird der
Grund und Boden stellenweise mit 7000 bis 10.000 Dollars
das Quadratmeter bezahlt. Was man bei den verhältniss-
mässig schmalen Baustellen nicht an Bodenfläche besitzt,
sucht man in der Höhe auszunützen. Von diesem unver
frorenen »Ausnützen« hat man in Europa gar keinen
rechten Begriff. Der neueste dieser Himmels- oder Wolken
kratzer, das »Irvins Syndicatsgebäude«, wird eine Höhe
von 115 in und mindestens 33 Geschosse über einander
erhalten. 500 ganz gleich grosse Fenster »verzieren«
die Front.
Das Gerippe solcher Häuserthürme besteht natürlich
ganz aus Eisen. Das Steinmaterial in den Umfassungs
wänden dient nur zum Abschluss, hat also so gut wie
keinen Druck aufzunehmen. Bei der Vertheilung des
Druckes wird so verfahren, dass eine Säulengruppe das
erste bis vierte, eine zweite das vierte bis achte, eine
dritte das achte bis dreizehnte Geschoss zu tragen hat.
Die Betriebskosten eines solchen Gebäudes sind
natürlich umso grösser, je höher es ist. Das »nur 10 Geschoss«
hohe Auditoriumgebäude in Chicago, welches ausser den
Geschäftsräumen einen Gasthof und ein Theater enthält,
erfordert 75.000 Dollars jährliche Betriebskosten. Die 11
vorhandenen Dampfkessel verbrauchen im Sommer 30
bis 35 t Kohlen. Im Winter erhöht sich diese Ziffer, wenn
die Heizung in Betrieb ist, auf 50 t. Das Gebäude hat
13 Personenaufzüge. Installirt sind 40 km Gas- und
Wasserleitungsröhren, sowie 370 km elektrischer Leitungen.
Wohl erheben Bürger und Feuerwehr gegen solche
Ausnützung des Baugrundes Einspruch; aber im Lande
der sogenannten Freiheit hat eben Jedermann das unbe
strittene Recht, seinen Nachbar und alle Welt so sehr
zu belästigen, wie er nur immer kann, selbst auf die
Gefahr hin, dass die Menschen in Zukunft nur in tiefen,
lichtlosen Schluchten wandeln. „Eisenzeituvg.
WETTBEWERBS-NACHRICHTEN.
Ausgeschriebene
Behufs Erlangung von Skizzen für den Neubau der städtischen
achtclassigen Mädchenschule und desPfarrhofes bei St. Jakob in Laibach
wird eine öffentliche Concurrenz ausgeschrieben, und es werden für
die zwei besten Projecte zwei Preise bestimmt, und zwar: I. Preis mit
1000 Kronen, II. Preis mit 600 Kronen. Die Concurrenzskizzen, welche
Grundrisse aller Stockwerke, Fagaden und Schnitte zu enthalten
haben und im Massstabe 1:200 nach dem diesfalls bestehenden Bau
programme zu verfassen sein werden, sind bis 1. August 1897.
12 Uhr Mittags, beim Magistrat der Landeshauptstadt Laibach zu
überreichen. Die prämiirten Projecte gehen in das unbeschränkte
Eigenthum des Stadtmagistrates über, und behält sich dieser einen
eventuellen Ankauf weiterer Concurrenzprojecte vor. Für die Be-
urtheilung der eingelaufenen Concurrenzarbeiten sind die Vorschriften
bei Preisbewerbungen, angenommen in der Geschäftsversammlung
des österr. Ingenieur- und Architektenvereines vom 27. April 1889,
massgebend, und werden die Mitglieder der eingesetzten Jury vom
Stadtmagistrate noch vor Ablauf des Concurrenztermines veröffentlicht
werden Das Bauprogramm und die einschlägigen Behelfe sind beim
Stadtmagistrate Laibach erhältlich. Diese Gebäude sollen an Stelle
des gewesenen Redoutengebäudes errichtet werden, und die An
ordnung ist derart zu treffen, dass jedes einzelne Gebäude getrennt
ausgeführt werden kann, jedoch in der Gesammtcomposition sich der
auf demselben Platze befindlichen St. Jakobs-Kirche würdig anschhesst
und dem letzteren eine entsprechend harmonische Wirkung verleiht.
Der zur Verfügung stehende Bauplatz hat drei Gassenfronten und es
sollen auf demselben eine achtclassige städtische Mädchenschule und
eine dreiclassige Bürgerschule, sowie das Pfarrgebaude untergebraclit
werden.
Das Schulgebäude soll im Ganzen 13 Lehrzimmer für je
50 bis 70 Schülerinnen enthalten, ferner einen Zeichensaal, einen
Saal für den Gesangsunterricht und einen Turnsaal, ferner sind
8 Zimmer (Directionskanzlei, Conferenzzimmer, Lehrmittelsammlung
Wettbewerbe.
etc.) erforderlich. Alle diese Räume sollen im Parterre und in zwei
oberen Geschossen untergebracht werden; bei der Grundrisslösung
ist darauf Bedacht zu nehmen, dass ein entsprechend grosser Hof
raum als Erholungsort für die Schülerinnen während der Unterrichts-
pausen angeordnet wird. . .. ,
Im Pfarrgebaude sollen sich die Kanzlei für das Pfarramt,
sowie die Wohnräume für den Pfarrer im ersten Stock befinden,
letztere bestehend aus einem Wohnzimmer, einem Schlafzimmer,
einem Sitzungszimmer, einem Tafelzimmer für 30 Personen und einem
Anrichtezimmer. Die dazugehörige Küche und Nebenräume befinden
sich im Parterre, woselbst auch die Messnerwohnung (zwei Zimmer,
Küche etc.) und ein Zimmer für einen ledigen Messner untergebracht
werden sollen. Im zweiten Stock sind Wohnungen für drei Coopera-
toren, sowie eine gemeinschaftliche Küche für dieselben und die
entsprechenden Nebenräume anzuordnen. Sollten sich bei der Durch
bildung des Grundrisses Schwierigkeiten in der Raumaustbeilung
ergeben, so können Restringirungen bezüglich des für den Pfarrhof
entwickelten Programmes vorgenommen werden, damit den An
forderungen für die Mädchenschule, im vollen Umfange Rechnung
getragen wird. Doch dürfen diese Einschränkungen nicht zu Un
gunsten der Cooperatorenwohnungen geschehen.
Behufs Erlangung von Skizzen Für den Neubau eines städtischen
Feuerwehr-Centraldépöts in Laibach wird eine öffentliche Concurrenz
ausgeschrieben, und es werden für die zwei besten Projecte zwei Preise
bestimmt, und zwar: I. Preis mit 800 Kronen, II. Preis mit 600 Kronen.
Die Concurrenzskizzen, welche Grundrisse aller Stockwerke, Fagaden
und Schnitte zu enthalten haben und im Massstabe 1:200 nach dem
diesfalls bestehenden Bauprogramme zu verfassen sein werden, sind
bis 1. August 1897, 12 Uhr Mittags, beim Magistrate der Landes
hauptstadt Laibach zu überreichen. Die prämiirten Projecte gehen
in das unbeschränkte Eigenthum des Stadtmagistrates über, und behält
sich dieser einen eventuellen Ankauf weiterer Concurrenzprojecte vor.
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